„matinee“ am Feiertag: „Aus der Stille – Die Heilkraft der Klänge“ | Brandaktuell - Nachrichten aus allen Bereichen

„matinee“ am Feiertag: „Aus der Stille – Die Heilkraft der Klänge“

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Wien (OTS) – Was vermag Musik? Kann Klang heilen? Diese Frage stellt sich die „matinee“ zu Fronleichnam am Donnerstag, dem 31. Mai 2018, und versucht sie mit der Dokumentation „Aus der Stille – Die Heilkraft der Klänge“ von Herbert Eisenschenk um 9.05 Uhr zu beantworten. Danach wird um 10.00 Uhr mit „Grenzklänge – Das Phänomen G. Ligeti“ ein Klangpionier mit einem Porträt gewürdigt, der die Neue Musik geprägt hat wie wenige andere: György Ligeti. Am 28. Mai wäre der österreichisch-ungarische Komponist 95 Jahre alt geworden. Teresa Vogl führt durch den Vormittag.

„Aus der Stille – die Heilkraft der Klänge“ (9.05 Uhr)

Dass in Musik ein therapeutisch-heilsames Potenzial zu stecken scheint, wird besonders in orientalischen und asiatischen Kulturen anerkannt. Auf seiner Reise durch unterschiedliche Welten der heilsamen Klänge macht der Film u. a. Station in der Türkei. Hier ist das Zusammenwirken der unterschiedlichsten medizinischen Bereiche und die Einbeziehung der Musik zur Genesung eine seit vielen Jahrhunderten gelebte Tradition. In den aufgeklärten Gesellschaften des Westens findet erst jetzt eine Art Rückbesinnung statt, die den Glauben an das Heilsame der Klänge nicht mehr ablehnt. Im Film spielt der Wiener Intensivmediziner und Pianist Klaus-Felix Laczika gemeinsam mit seinem Kollegen Thomas Staudinger Werke von Franz Schubert und unternimmt einen aufschlussreichen Exkurs in die therapeutisch wirksamen Klänge von Bachs Musik. Eine magische Welt des Klanges zur Findung des inneren Gleichgewichts eröffnet der Klang der japanischen Bambusflöte Shakuhachi. An der Kremser Fachhochschule wurde für den Film erstmalig ein Experiment zur Untersuchung der therapeutischen Qualität des außergewöhnlichen Flötenklanges gestartet.

Der Film begleitet auch die Musiktherapeutin Astrid Heine bei ihrer Arbeit mit Wachkomapatienten. Das Publikum nimmt an der therapeutischen Situation teil, die nicht nur von Klang und Musik geprägt ist, sondern vor allem durch das berührende Einfühlungsvermögen und die menschliche Intensität der Therapeutin. „Aus der Stille“ ist ein Film des intensiven Hörens von vielleicht noch nie gehörten Klängen, und des sensiblen Wahrnehmens leiser Zwischentöne – in der Musik und im Gesagten.

Grenzklänge – Das Phänomen G. Ligeti (10.00 Uhr)

György Ligeti war einer der wegweisenden Komponisten des 20. Jahrhunderts und hat mit seiner Zusammenarbeit mit Regisseur Stanley Kubrick auch Cineasten begeistert. Ligeti stammte aus Siebenbürgen, verließ nach der Ungarn-Krise seine Heimat und blieb in Österreich. Seine letzten Lebensjahre verbrachte der Kosmopolit hauptsächlich in Wien und Hamburg. Aufsehen erregte Ligeti Mitte der siebziger Jahre mit seinem ersten abendfüllenden Werk „Le Grand Macabre“. In den achtziger Jahren verlagerte sich sein Stil weg von den statischen Strukturen der früheren Werke hin zu einer dynamischen, polyrhythmischen Technik. In diese Zeit fällt etwa das Klavierkonzert, das Ligeti selbst für seine komplexeste und schwierigste Komposition hielt.

Ligeti verstand sein musikalisches Engagement als Antwort auf die stilistische Krise der Avantgarde um die Mitte des 20. Jahrhunderts. Seine musikalische Entwicklung wirkte vorbildhaft für eine ganze Generation von Komponisten. György Ligeti erhielt zahlreiche Ehrungen, unter anderem wurde er mit dem Großen Österreichischen Staatspreis ausgezeichnet. Der Film würdigt das Schaffen eines Mannes, der die Musiklandschaft der Nachkriegszeit um entscheidende Elemente bereichert hat. Neben dem Komponisten selbst kommen auch musikalische Weggefährten und Freunde des Komponisten zu Wort. Punktuell eingesetzte Archivausschnitte untermalen die wichtigsten musikalischen Stationen. Regie: Herbert Eisenschenk.

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