Klima- und Energiestrategie in der Zielgeraden: Darf die Energieeffizienz noch an Bord kommen? | Brandaktuell - Nachrichten aus allen Bereichen

Klima- und Energiestrategie in der Zielgeraden: Darf die Energieeffizienz noch an Bord kommen?

0 233

Wien (OTS) – Die Vorlage eines Entwurfs für die Klima- und Energiestrategie wird von der DECA grundsätzlich begrüßt. Die Ansätze im Bereich Gebäude und Verkehr bieten eine – wenn auch in vielen Details noch mit konkreten Maßnahmen und Daten zu ergänzende – Grundlage für Klimapolitik. Als richtungsweisend ist zu werten, dass ein eindeutiges Bekenntnis zum Paris Agreement aus der Strategie herauszulesen ist, wie auch schon aus der Koalitionsvereinbarung. Als positiv ist auch anzumerken, dass an mehreren Stellen die Chancen, die im Bereich Klimaschutz auch in ökonomischer Hinsicht liegen, betont werden und dass auch auf die Kosten des Klimawandels hingewiesen wird.

Zum Thema Energieeffizienz ist allerdings noch Luft nach oben feststellbar:

1. Energieeffizienz ist – trotz oftmaliger Verwendung des Begriffs –
kein eigener Schwerpunkt in der gesamten Strategie.
2. Das Energieeffizienzziel der Strategie bleibt mit 25–30 %
Effizienzsteigerung gegenüber 2015 hinter der derzeit auf EU-Ebene im
Zuge der Neufassung der Energieeffizienz-Direktive diskutierten
Bandbreite von 30–35 % Effizienzsteigerung gegenüber 2007 zurück.
3. Die Effizienz-Maßnahmen der Strategie sind aller Voraussicht nach
nicht ausreichend, um selbst das Effizienzziel der KES zu erreichen.
4. Energieeffizienz für Klein- und Mittelunternehmen ist praktisch
nicht adressiert, Prozessenergie ist aber mit einem Anteil von 34 %
am Endenergieverbrauch eine der drei wichtigsten Handlungsfelder
neben Raumwärme und Verkehr. In KMUs liegt der Fokus auf dem
Kerngeschäft – oft fehlt Personal und Know-how, um sich – trotz
ergiebigen Einsparpotentials – mit „Nebenbereichen“ wie
Energieeffizienz zu beschäftigen. Und: Investitionen in Effizienz
rechnen sich aufgrund der geringen Energiekosten weniger rasch als
Investitionen ins Kerngeschäft.
5. Energieeffizienzpolitik sollte auch dafür sorgen, dass Investoren
in Energieeffizienz ein stabiles Investitionsumfeld vorfinden.
Maßnahmen zur Qualitätssteigerung von Projekten in diesem Bereich
sind daher auch eine wirksame Maßnahme, um das Thema Green Finance zu
stärken.

Robert Pichler, Obmann der DECA bedauert: „Die Chancen für die österreichische Wirtschaft, die in der Energieeffizienz liegen, werden damit nicht ausreichend offensiv genutzt, nämlich Innovation Leader zu sein und so Zukunftsmärkte zu entwickeln und die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Wirtschaft zu stärken.“

Die DECA schlägt vier zusätzliche Leuchttürme vor, um dem Thema Energieeffizienz in der Strategie einen adäquaten Stellenwert zu verschaffen: drei Leuchttürme fokussieren auf die Zielgruppe der nicht dem ETS-System unterworfenen Betriebe, ein vierter Leuchtturm beschäftigt sich mit Energiedienstleistungsmodellen mit einem Fokus auf Einbindung privaten Kapitals, die in der Strategie ebenfalls als Ziel gesetzt wird (Initiativen zur „Mobilisierung von privatem Kapital zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen“).

[Link zur Stellungnahme und zu den Leuchttürmen]
(https://www.deca.at/aktuelle-inhalte)

DECA – Dienstleister Energieeffizienz und Contracting Austria ist der Zusammenschluss österreichischer Anbieter von Energieeffizienzdienstleistungen. Ziel ist es, die Rahmenbedingungen für Energieeffizienz zu verbessern, Kunden über Dienstleistungsangebote zu informieren und zur Qualitätssicherung am österreichischen Markt beizutragen.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
(C) Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender. DECA Dienstleister Energieeffizienz & Contracting Austria

Kommentar verfassen