Neue Analyse mit über 1000 Teilnehmenden zeigt, welche Arten von Beziehungen glücklich oder unglücklich machen.
Warum sind manche Partnerschaften auf Dauer glücklich, während andere trotz langjähriger Bindung oder Verpflichtung unzufrieden bleiben?
Eine aktuelle Untersuchung der psychologischen Dating-Plattform Gleichklang unter Leitung von Psychologe und Dating-Coach Dr. Guido F. Gebauer hat vier typische Beziehungsmuster gefunden. Zwei dieser Muster führen meist zu Glück, zwei eher zu Unzufriedenheit. Wichtig dabei: Ob eine Beziehung monogam oder nicht monogam ist, spielt keine so große Rolle. Entscheidend ist, welches innere psychologische Muster die Beziehung prägt.
Für die Studie wurden 1.055 Personen im Alter von 19 bis 97 Jahren befragt. Sie haben den Test zu den „Neun Orientierungen der Liebe“ ausgefüllt. Dieser Test zeigt, wie Menschen Liebe erleben – zum Beispiel als Engagement, Sexualität, Freiheit, Versorgungsgemeinschaft, Familiengründung, Rettung, Nutzenkalkulation, Monogamie versus konsensuelle Nichtmonogamie oder auch als Leid und Schmerz. Diese verschiedenen Wege der Liebe helfen zu verstehen, wie Partnerschaften aufgebaut sind.
Mithilfe einer statistischen Methode namens Clusteranalyse wurden die Teilnehmer in vier Haupt-Gruppen eingeteilt:
- Traditionell-engagiertes Muster (41,3 %): Die größte Gruppe verbindet Engagement, Monogamie und Versorgungsgemeinschaft. Hier werden klassische Werte mit aktiver Pflege der Beziehung verbunden. Viele Paare mit diesem Muster erleben eine stabile, verlässliche Partnerschaft.
- Resignatives Muster (22,5 %): Diese Gruppe zeigt viel Leid und Schmerz und wenig Engagement, Freiheit, Familiengründung oder Sexualität. Die Beziehung besteht meist nur noch, ohne dass sich die Partner aktiv darum bemühen oder Freude empfinden.
- Freiheitsorientiertes nicht-monogames Muster (19,0 %): Hier steht die Freiheit im Vordergrund, verbunden mit offener, konsensueller Nicht-Monogamie. Die Beteiligten wollen ihre Beziehungen selbstbestimmt und mit viel Autonomie gestalten. Dieses Muster wird heute immer bekannter und zeigt eine alternative Form von Partnerschaft.
- Verpflichtungs- und Belastungsmuster (17,3 %): Diese Gruppe ist stark auf Familie und Verantwortung bedacht, hat aber gleichzeitig viel Leid und Schmerz. Auch Nutzen-, Rettungs- und Versorgungsorientierung sind hoch, während Freiheit und Engagement niedrig sind. Das zeigt, dass die Beziehung zwar gehalten wird, oft aus Pflichtgefühl, aber mit hoher emotionaler Belastung.
Unterschiede in der Zufriedenheit
Die Untersuchung zeigt klar, wie glücklich oder unglücklich die Menschen in den verschiedenen Mustern sind:
- Menschen im Verpflichtungs- oder resignativen Muster sind deutlich weniger zufrieden mit ihrer Beziehung und auch sexuell unzufriedener. Besonders das Pflicht-Muster ist bei der sexuellen Zufriedenheit am niedrigsten.
- Das engagiert-traditionelle und das freiheitsorientierte nicht-monogame Muster haben beide hohe Zufriedenheitswerte, die sich kaum unterscheiden.
- Das bedeutet, dass sowohl traditionelle monogame Beziehungen als auch modernere, offene Beziehungen gut funktionieren können – wenn die psychologische Grundhaltung stimmt.
Dr. Guido F. Gebauer erklärt:
- „Nicht die äußere Beziehungsform entscheidet über Glück oder Unglück, sondern die psychologische Struktur. Engagement und Versorgungsgemeinschaft können ebenso tragen wie Freiheit und konsensuelle Nicht-Monogamie. Unsere Befunde zeigen sehr deutlich, dass hohe Beziehungszufriedenheit mit der nach wie vor dominanten traditionellen Form der Beziehungsgestaltung – also monogamer Bindung in Verbindung mit Versorgungsgemeinschaft – ebenso erreicht werden kann wie mit der selteneren, aber zunehmend diskutierten freiheitsorientierten, konsensuell nicht-monogamen Beziehungsform. Dauerhaft unzufrieden machen hingegen Pflichtbeziehungen oder resignative Konstellationen, bei denen Partner:innen weder echte Freiheit noch aktive Verantwortungsübernahme erleben.“
Laut Gebauer können diese Erkenntnisse Paaren helfen, ihre Beziehung zu verbessern oder bei der Partnersuche wichtige Entscheidungen zu treffen:
In einer bestehenden Beziehung ist es wichtig, ehrlich zu prüfen, wie die Partnerschaft sich entwickelt hat. Wenn die Beziehung nur noch aus Gewohnheit oder Pflichtgefühl besteht, sollte man miteinander sprechen und versuchen, die Beziehung wieder lebendiger zu machen.
Ziel kann sein, entweder wieder eine engagierte, verlässliche Partnerschaft zu schaffen oder, falls das besser passt, eine freiheitliche und offene Beziehung zu leben. Gemeinsame Ziele und gemeinsame Aktivitäten sind dabei sehr wichtig. Studien zeigen, dass neue, spannende Erlebnisse helfen können, die Freude und Nähe wieder zu stärken und aus Resignation oder bloßer Pflicht auszusteigen.
Für Singles empfiehlt Gebauer, von Anfang an zu überlegen, welche Beziehungsform ihnen besser entspricht – monogam oder nicht-monogam. Diese Klarheit kann helfen, gezielt nach einem passenden Partner oder einer passenden Partnerin zu suchen.
Die vollständige Analyse mit allen Hintergrundinformationen zu den neun Liebesorientierungen gibt es in diesem Artikel von Dr. Gebauer im Beziehungsblog von Gleichklang.
Rückfragen
Dr. Guido F. Gebauer
Gleichklang limited
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30171 Hannover
Tel.: +49 (0)15228973672
E-Mail: gebauer@gleichklang.de
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