In vielen deutschen Städten sind sie längst ein alltäglicher Anblick: Pfandsammler, oft auch liebevoll als Dosenkiebitz oder Flaschenelster bezeichnet, durchkämmen öffentliche Räume auf der Suche nach leerem Pfandgut. Diese Aktivität hat sich zu einem gesellschaftlichen Phänomen entwickelt, das unterschiedliche soziale Schichten miteinander verbindet.
Ursprünglich typisch für einkommensschwächere Bevölkerungsgruppen, nimmt heute auch die Mittelschicht vermehrt an der Pfandsammlung teil, nicht zuletzt aus ökologischen und ökonomischen Gründen. Die Praxis fördert nicht nur die Kreislaufwirtschaft, indem wertvolle Ressourcen im Recyclingprozess gehalten werden, sondern trägt auch zur Sensibilisierung für nachhaltiges Verhalten bei.
Die rechtliche Grundlage bildet das in Deutschland etablierte Pfandsystem, das Rückgabe von Mehrwegbehältern am Ort des Kaufs ermöglicht und so die Sammlung stimuliert. Pfandsammler erbringen damit eine wichtige ökologische Dienstleistung, die oft unterschätzt wird.
Doch die gesellschaftliche Wahrnehmung ist ambivalent: Während einige die Aktivität als Beitrag zur Müllvermeidung und Ressourcenschonung sehen, empfinden andere sie als störend im öffentlichen Raum. Dennoch sind Pfandsammler ein unverzichtbarer Bestandteil der urbanen Nachhaltigkeitsbewegung geworden.
Weiterführende Links
- https://www.bmuv.de/themen/wirtschaft-produkte-ressourcen/ressourcenschonung/pfand-und-mehrweg
- https://www.umweltbundesamt.de/themen/abfall-ressourcen/abfallwirtschaft/pfand-pfandflaschen
- https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/sozialforschung-pfandsammler-werden-zum-gesellschaftlichen-phänomen/25680478.html