Die neue Wiener Frauen- und Wohnbaustadträtin Hanel-Torsch hat nach dem medienwirksamen Fall um Collien Fernandes deutliche Forderungen zur Verbesserung der emotionalen Bildung in Schulen erhoben. Sie betont die Notwendigkeit, dass insbesondere Burschen lernen, wie sie mit Trennungen und emotionalen Herausforderungen umgehen können. Dieses Anliegen steht im Kontext der sogenannten männer- und burschenorientierten Sozialarbeit, die darauf abzielt, Geschlechterrollen zu hinterfragen und emotionale Kompetenzen zu fördern.
In der pädagogischen Fachsprache spricht man dabei von der Entwicklung der sozial-emotionalen Kompetenz, die ein Schlüssel zur Bewältigung sozialer Konflikte und psychischer Belastungen darstellt. Bisher konzentrieren sich schulische Programme oft auf akademisches Lernen, doch Hanel-Torsch fordert eine umfassendere Bildung, die auch solche Lebenskompetenzen explizit thematisiert.
Die Forderung findet in Wien breiten Rückhalt, da statistische Studien zeigen, dass gerade männliche Jugendliche bei Scheidungen oder Trennungen oft weniger sozial unterstützt werden. Das kann langfristig zu psychosozialen Problemen führen.
Zusätzlich zu ihren bildungspolitischen Zielen plant Hanel-Torsch eine intensivere Regulierung von Airbnb in Wien. Die Stadt hat in den letzten Jahren vermehrt Probleme mit Wohnraummangel und steigenden Mieten erlebt, die teilweise auf kurzfristige Vermietungen über Plattformen wie Airbnb zurückzuführen sind. Mit strengeren gesetzlichen Vorgaben soll der Wohnungsmarkt entlastet und der soziale Zusammenhalt in Stadtvierteln gestärkt werden.
Diese Maßnahmen spiegeln Hanel-Torschs Haltung wider, soziale Gerechtigkeit und Lebensqualität ganzheitlich anzugehen – sowohl im Bereich der Bildung als auch im Wohnbau.
Fakten im Überblick:
- Emotionale Bildung umfasst die Förderung von Empathie, Selbstwahrnehmung und Konfliktlösungskompetenzen.
- Männer- und Burschenarbeit als Teil sozialer Pädagogik unterstützt die Entwicklung positiver männlicher Rollenbilder.
- Wiener Wohnmarkt ist durch Airbnb und andere Plattformen angespannt; neue Regulierungen sollen Mietpreisanstiege eindämmen.
- Hanel-Torsch ist seit Anfang 2026 Frauen- und Wohnbaustadträtin und setzt auf integrative soziale Politik.
Weiterführende Links
- https://www.wien.gv.at/presse/2026/04/08/frauen-und-wohnbau-stadtraetin-hanel-torsch/
- https://www.berufsverband-juedische-paedagogik.de/emotionale-bildung
- https://www.katholisch.de/artikel/32694-muessen-jungen-lernen-mit-emotionen-umzugehen
- https://www.derstandard.at/story/2000145612901/airbnb-regulierung-in-wien-soll-strenger-werden