Neue Forschungsgruppe misst kleinste Erdschwankungen | Brandaktuell - Nachrichten aus allen Bereichen

Neue Forschungsgruppe misst kleinste Erdschwankungen

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München (ots)

  • Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt die neue Forschungsgruppe „RING“ mit vier Millionen Euro. Sprecher der Gruppe ist Heiner Igel, Professor für Geophysik und Seismologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU).
  • Die Gruppe möchte sehr empfindliche Ringlaser bauen, um die Erdrotation genauer messen zu können.
  • Die gewonnenen Daten sollen helfen, den Klimawandel besser zu verstehen, Erdbeben genauer zu analysieren und Navigationssysteme zu verbessern.

Unsere Erde dreht sich ständig wie ein großer Kreisel um sich selbst. Diese Drehung ist aber nicht immer gleich schnell. Faktoren wie Hochdruckgebiete in der Atmosphäre, das Verschieben von Wasser durch Ebbe und Flut oder das Abschmelzen von Eis an den Polen verändern die Rotation der Erde. Genau diese kleinen Veränderungen untersucht die neue Forschungsgruppe „RING: Rotationsbewegungen in der Physik, Geophysik und Geodäsie“. Die DFG fördert das Projekt mit vier Millionen Euro. Heiner Igel erklärt: „Nicht nur für die Erforschung des Klimawandels, sondern auch für funktionierende Navigationsgeräte sind genaue Messungen der Erdrotation unerlässlich.“

Die Forschungsgruppe nutzt Ringlaser, um winzige Veränderungen in der Erdrotation sichtbar zu machen. Ringlaser sind spezielle Geräte, die Drehungen über den sogenannten Sagnac-Effekt messen. Dabei entstehen durch entgegenlaufende Laserstrahlen leichte Unterschiede in der Frequenz, die direkt zeigen, wie schnell sich etwas dreht.

Einsatz in Geodäsie und Geophysik

Die Wissenschaftler bauen auf ihrer langjährigen Erfahrung mit Ringlasern auf. Sie wollen sowohl große, fest installierte Ringlaser – wie den Ringlaser ROMY bei Fürstenfeldbruck oder den Ringlaser am Geodätischen Observatorium Wettzell – als auch tragbare Sensoren weiterentwickeln. Professor Igel sagt: „Unser Ziel ist, extrem empfindliche Rotationsmessungen mit einem hohen Maß an kurz- und langlebiger Stabilität zu entwickeln, die sowohl in der Geodäsie als auch in der Geophysik eingesetzt werden können.“ Durch diese Messungen wollen die Forschenden besser verstehen, welche Prozesse die Erdrotation beeinflussen. Außerdem sollen Erdbeben und die durch sie erzeugten seismischen Wellen genauer untersucht werden. So können wichtige Vorgänge auf der Erde – von klimatischen Veränderungen bis zu Erdbeben – besser verstanden und überwacht werden. Außerdem sind präzise Daten zur Erdrotation wichtig für Navigationsgeräte und Satelliten.

Die Forschungsgruppe besteht aus sechs Teilprojekten, an vier davon sind Forschende der LMU beteiligt. Neben der LMU sind auch die Universität Bonn und das Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG) beteiligt. Weitere Partner kommen unter anderem von der Technischen Universität München, dem GeoForschungsZentrum (GFZ) Potsdam, dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT), der Universität Hamburg, der Hamburger Sternwarte, der Universität Hannover, der Technischen Universität Berlin sowie vom BKG-Observatorium Wettzell. Forschungsgruppen der DFG geben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Möglichkeit, sich über bis zu acht Jahre auf wichtige wissenschaftliche Fragen zu konzentrieren und neue Forschungsansätze auszuprobieren.

Kontakt: heiner.igel@lmu.de

Weitere Informationen: https://ots.de/WOAmUL

Rückfragen

Kontakt:Prof. Dr. Heiner Igel
Department für Geo- und Umweltwissenschaften
Telefon: +49 (0) 89 2180 4204

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