True Stories: Richard Steiner – Vom Rotlicht ins Blaulicht, erzählt von Ferdinand Seebacher | Brandaktuell - Nachrichten aus allen Bereichen

True Stories: Richard Steiner – Vom Rotlicht ins Blaulicht, erzählt von Ferdinand Seebacher

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Der Prozess gegen Richard Steiner war der größte Mafia-Prozess in der Geschichte der österreichischen Justiz. Richard Steiner, bekannt als Wiens Unterwelt-Boss, wurde schwerer Verbrechen beschuldigt, die mit dem Rotlicht-Milieu verbunden sind. Obwohl die Beweislage sehr stark wirkte, kam alles anders als erwartet. In den frühen 2000er Jahren war Steiner der unangefochtene Chef der Rotlicht-Szene in Wien. Er war bekannt für seine Furchtlosigkeit – angeblich verursacht durch eine Schädelverletzung in seiner Kindheit. Viele wahren und vermuteten Gewalttaten gehören zu seiner Geschichte, zum Beispiel aus seiner Zeit in der Fremdenlegion oder von der Straße. Er selbst sagt dazu: „Ich war irre und nicht ganz dicht“. Andere beschreiben ihn als charismatisch, klug und äußerst kaltblütig. Ferdinand Seebacher, Moderator der „True Stories“-Reihe, erzählt die Geschichte dieses Unterwelt-Bosses. (Seebacher ist ab 13. April auch in der Serie „Kommissar Rex“ im ORF 1 zu sehen.)

In den 1990er Jahren begann Steiner seine Karriere im Rotlicht-Milieu. Damals war diese Szene für viele faszinierend. Einige bekannte Rotlicht-Bosse fuhren mit teuren Autos, wie einem weißen Rolls-Royce, durch Wien. Politiker und Prominente besuchten regelmäßig ihre Lokale. Doch hinter der glänzenden Fassade versteckten sich dunkle Seiten: Das Geld wurde vor allem mit illegalem Glücksspiel und der Ausbeutung von Prostituierten verdient. Gewalt und Kriminalität waren Alltag.

Steiner gründete eigene Security-Truppen, die mit moderner Technik, damals etwa von Nokia, ausgestattet wurden. Diese Gruppe wurde als „Nokia-Bande“ bekannt. Die Polizei schaute oft nicht genau hin oder ließ es zu, dass Steiner gute Beziehungen zur Polizei pflegte. Die Journalistin Brigitte Handlos berichtet: „Steiner wollte mit der Polizei gut Freund sein – eine Hand wäscht die andere. Das machte das Leben für die Polizei einfacher, weil sie wusste, da brauchen wir nicht hingehen; da hat der Steiner schon aufgeräumt.“

Zur selben Zeit lebte Steiner ein luxuriöses Leben. Er hatte enge Verbindungen zu Medien, Prominenten und Politikern. Doch nach der „Sauna-Affäre“ – einem öffentlich ausgetragenen Konflikt zwischen zwei hochrangigen Wiener Polizisten – änderte sich vieles. Ostern 2010 wurde Steiner verhaftet. Die Anklage gegen ihn war umfangreich: Erpressung, Nötigung, Körperverletzung, Betrug und vor allem der Vorwurf, eine mafiaähnliche Organisation gegründet zu haben. Die Behörden hatten lange ermittelt, unter anderem mithilfe des „Großen Lauschangriffs“ – einer großflächigen Überwachung von Gebäuden, Fahrzeugen und Personen, die mit Steiner in Verbindung standen. Michael Möseneder, ein Journalist, der den Prozess verfolgte, erinnert sich: „Die Erwartungshaltung war sehr groß. Man ging davon aus, dass man da die Mafia und den Paten hat.“

Steiner saß über 500 Tage in Untersuchungshaft. Es gab hunderte Stunden belastendes Material und viele Zeugenaussagen gegen ihn. Trotzdem wurde er nach mehr als 30 Verhandlungstagen freigesprochen. Der damals mächtige Unterwelt-Boss verließ das Gericht als freier Mann. Heute lebt Richard Steiner zurückgezogen in Luxemburg, ist verheiratet, hat Kinder, ernährt sich vegan und folgt den Lehren des Buddhismus.

Wie konnte das passieren? In der vom Produzenten HolyScreen Media für den ORF hergestellten „True Stories“-Episode „Richard Steiner – Rotlicht gegen Blaulicht“ erzählen Daniela Bernhart, Claudia Bräuer und Katja Ilnizki die Geschichte von Steiners Aufstieg zum Rotlicht-Boss. Außerdem wird die Rolle der Polizei beleuchtet, es kommen Kriminalisten, Zeitzeugen und Experten zu Wort und gezeigt, wie sich die Rotlicht-Szene in den letzten Jahrzehnten verändert hat.

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