Wiener Börse: Volatile Lage steigert Aktienumsätze
Das erste Quartal war an der Wiener Börse sehr lebhaft. Grund dafür waren vor allem politische Spannungen weltweit, die zu viel Bewegung auf dem Markt führten. Die Aktienumsätze erreichten mit 26,07 Milliarden Euro den höchsten Stand seit 15 Jahren (zum Vergleich: 2025 waren es 18,54 Milliarden Euro). Am 18. Februar erreichte der ATX inklusive Dividenden mit 14.195,81 Punkten ein Rekordhoch. Danach drückten die Konflikte in der Golfregion die internationalen Märkte. Am 23. März wurde die Palfinger AG im Leitindex aufgenommen, sie ersetzte die CPI Europe AG. Die gesamte Marktkapitalisierung der in Wien gelisteten österreichischen Unternehmen lag am 31. März bei etwa 181 Milliarden Euro. Die Wiener Börse ist der wichtigste Handelsplatz für Aktien österreichischer Unternehmen und zieht auch viele internationale Investoren an.
Christoph Boschan, CEO der Wiener Börse, sagt: „Besonders in bewegten Marktphasen zeigt sich die führende Rolle von Nationalbörsen bei Preisqualität und Liquidität: Die Wiener Börse bietet die tiefsten Orderbücher und engsten Preisspannen im Handel mit österreichischen Aktien.“ Er rät Anlegerinnen und Anlegern, „Ruhe zu bewahren und sich nicht von kurzfristigen Schwankungen verunsichern zu lassen – sie sind Teil jeder Investmentreise.“ Besonders wichtig ist laut ihm, langfristig zu denken und Geld breit zu streuen. Dann sind Aktien die ertragreichste Art der Geldanlage.
Internationales Aktienangebot wächst weiter
Die Wiener Börse baut ihr internationales Angebot weiter aus. Im ersten Quartal wurden zum Beispiel Aktien aus Slowenien und mehr als 30 Unternehmen aus dem STOXX Europe 600 Index aufgenommen. Außerdem konnten österreichische Anleger Aktien von Unternehmen wie ASTA Energy Solutions, CSG, Gabler Group und VINCORION während deren Börsengängen ohne zusätzliche Auslandskosten und während der heimischen Handelszeiten kaufen. Bald kommen etwa 50 weitere Aktien aus dem „Prime Standard“ der Deutschen Börse hinzu. Insgesamt umfasst der globale Markt („global market“) der Wiener Börse jetzt mehr als 900 internationale Wertpapiere aus 28 Ländern.
„Aktienbarometer“: Immer mehr Österreicher besitzen Wertpapiere
Das Interesse an Wertpapieren in Österreich wächst: Laut dem „Aktienbarometer 2026“ besitzen inzwischen 31 % der Einwohner ab 16 Jahren Aktien, ETFs oder andere Wertpapiere. Im Jahr 2023 lag der Anteil noch bei 25 %. Die Umfrage führte Peter Hajek im Auftrag von Aktienforum, Industriellenvereinigung und Wiener Börse durch. Hauptgründe für den Besitz sind Vermögensaufbau, Schutz vor Inflation und Altersvorsorge. Gerade die Pensionsvorsorge wird immer wichtiger. Es gibt zudem etwa 1,4 Millionen Menschen in Österreich, die noch nicht in Wertpapiere investiert haben, aber daran interessiert sind.
Boschan betont: „Der steigende Wertpapierbesitz zeigt, dass sich in Österreich zunehmend eine Kapitalmarktkultur etabliert. Dieses Momentum könnten politische Entscheidungsträger gut nutzen.“ Er ergänzt, dass es wichtig sei, aus dem Interesse auch große Kapitalmengen zu machen. Das könne durch eine bessere Verbindung der öffentlichen Altersvorsorge mit dem Kapitalmarkt gelingen. Nur so lasse sich langfristig viel Kapital aufbauen, das Innovationen finanzieren und den Wohlstand sichern kann. Boschan begrüßt, dass der Listing Act bürokratische Hürden abbaut, sieht aber auch weiteren Reformbedarf. Die EU-Kommission empfiehlt einfache und standardisierte Spar- und Anlagekonten. Länder wie Deutschland und Polen haben solche Modelle schon eingeführt, Skandinavien hat sie seit Jahren erfolgreich.
Neuer Rekord bei Anleihen-Listings dank internationaler Emittenten
Auch bei Anleihen ist die Wiener Börse sehr aktiv. Dort sind über 1.400 Emittenten aus 52 Ländern gelistet, mit einem Gesamtvolumen von mehr als einer Billion Euro. Im ersten Quartal wurden mehr als 9.800 neue Anleihen erstmals gelistet – das ist ein Zuwachs von 64 % im Vergleich zum Vorjahr und ein Rekordwert. Große Finanzinstitute wie BBVA, Santander, Goldman Sachs und BlackRock sowie Firmen aus Spanien, der Türkei und China nutzten Wien als Handelsplatz. Besonders bemerkenswert: Die erste digitale Anleihe, die auf einer Blockchain basiert, wurde von Mirae Asset Securities aus Südkorea hier gelistet. Ein wichtiges Signal für den Standort setzte auch die Österreichische Bundesfinanzierungsagentur (OeBFA), die ab sofort ihre Bundesanleihen exklusiv an der Wiener Börse handeln lässt.
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