Wiener Jugend unter Druck: Teure Mieten, Jobs fehlen, Einsamkeit
Jugendliche in Wien haben es zurzeit immer schwerer. Seit Anfang des Jahres sind die Preise für öffentliche Verkehrsmittel für Studierende um bis zu 100 % gestiegen. Außerdem gibt es seit dem 1. Februar kein Semesterticket mehr. Ohne günstige Öffis wird es schwierig, zur Uni, zur Lehrstelle oder in der Freizeit zu kommen. Hinzu kommen die hohen Wohnkosten, die junge Menschen in Wien stark belasten. Die Mieten für private Wohnungen sind von etwa 8,50 Euro auf fast 14 Euro pro Quadratmeter gestiegen, was ein großer Sprung ist. „Junge Menschen müssen derzeit mit vielen Herausforderungen kämpfen: Die steigenden Lebenshaltungskosten machen den Alltag zur Belastung, leistbares Wohnen ist oft unerreichbar, gleichzeitig wächst die Einsamkeit unter jungen Menschen. Wir dürfen diese Sorgen nicht ignorieren. Es ist unsere Verantwortung, Perspektiven zu schaffen – mit leistbarem Wohnraum, günstigen Öffis und einer Gesellschaft, die niemanden zurücklässt“, sagt die Parteivorsitzende Judith Pühringer.
Auch die Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen nimmt zu. Momentan sind 13.109 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos. Die Zahl der Jugendlichen, die eine Lehrstelle suchen, ist im Vergleich zum Vorjahr um 11,1 % gestiegen. Der Bewerbungsschluss für Lehrstellen im Herbst steht bald an, und es gibt viel mehr Bewerber als freie Plätze: Von 10.500 Bewerbungen werden nur 230 angenommen. Viele junge Menschen zwischen 16 und 30 Jahren haben nur Teilzeitjobs – knapp 42 % arbeiten nicht voll. Das führt oft zu Geldproblemen, psychischen Belastungen und sozialer Ausgrenzung. Besonders schwierig ist die Situation für junge Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf. Für sie gibt es zu wenige Schul- und Ausbildungsplätze: Die Stadt Wien bildet zurzeit nur neun Jugendliche mit Inklusionsbedarf als Lehrlinge aus.
Einsamkeit wird für Jugendliche zu einem großen Problem
Im Jugendbericht „Mentale Gesundheit“ von YEP aus 2025 sagen 63 % der Jugendlichen, dass sie sich gerade nicht gut fühlen. Außerdem fühlen sich 54 % nicht ernst genommen, wenn sie über ihre mentale Gesundheit sprechen. Für 81 % ist ein Gefühl von Zugehörigkeit sehr wichtig für ihr Wohlbefinden. „Früher galt ein Aufstiegsversprechen: Lern was Gescheites, arbeite hart, dann kannst du dir irgendwann eine Wohnung kaufen und kriegst eine Pension. Dieses Versprechen gilt für uns junge heute nicht mehr. Eine Krise nach der anderen raubt uns die Zeit unbeschwert jung & frei zu sein – politische Lösungen? Spärlich. Mit unseren Projekten wollen wir junge Menschen für Politik und Demokratie begeistern und einen Beitrag gegen Jugendeinsamkeit leisten“, erklärt Theo Löcker, Jugendsprecher der Grünen Wien.
Der Grüne 4-Punkte-Plan für junge Menschen in Wien:
1. Günstige Öffis für junge Leute: Ein Jugendticket für alle unter 26 Jahren soll nur 79 Euro pro Jahr kosten. So können mehr junge Menschen mit Bus und Bahn fahren, ohne viel Geld auszugeben.
2. Wohnen bezahlbar machen:
– Ein Wohnungskautionsfonds soll verhindern, dass junge Menschen hohe Kautionen zahlen müssen, wenn sie eine Wohnung mieten.
– Junge unter 30 Jahren, die in Wien eine Ausbildung machen, sollen leichter Zugang zu Gemeindebauten und sozialem Wohnbau bekommen – auch wenn sie weniger als 10 Jahre in Wien gewohnt haben.
– Außerdem soll es Wohnbeihilfe für Studierende, Lehrlinge und andere junge Menschen geben, die bisher keine Unterstützung bei Wohn- und Mietkosten bekommen.
3. Mehr Ausbildungs- und Arbeitsplätze schaffen:
– Das Jugendcollege soll mehr fachübergreifende Teams bekommen, die junge Wiener:innen mit Migrationshintergrund beim Deutschlernen, Lernen und Prüfungen helfen.
– Die Stadt will mehr Lehrstellen in städtischen Betrieben schaffen, besonders in Berufen mit Klima- und Sozialbezug.
– Ein Ausbildungsfonds für Betriebe sorgt dafür, dass alle Unternehmen mitzahlen, Ausbilder*innen Geld zurückbekommen und es mehr Unterstützung für Coaching und Weiterbildung gibt.
4. Einsamkeit unter Jugendlichen bekämpfen:
– Das Projekt „Vibecheck Demokratie“ verbindet mentale Gesundheit, Prävention und Demokratiebildung. Jährlich gibt es drei interaktive Treffen, bei denen Jugendliche mit Expert*innen und Politiker*innen zusammenkommen. Höhepunkt ist der „VibeJam im Rathaus“, wo die Ergebnisse vorgestellt und Jugendstimmen gehört werden.
– „DASGYM-BUDDIES“ unterstützt Jugendliche beim Einstieg in den Sport, indem sie mit ehrenamtlichen Trainingspartner*innen aus dem Fitnessstudio zusammengebracht werden. So fällt der Anfang leichter und macht mehr Spaß.
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