Beim jüngsten Branchentreffen in München rückte ein heiß diskutiertes Thema in den Mittelpunkt: Die zunehmende Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) zur Sprachsynthese und die damit verbundenen Risiken für Synchronsprecher. Insbesondere kritisierten viele Profis die Vertragsklauseln großer Streaminganbieter, die vorsehen, bereits aufgenommene Stimmen für das Training von KI-Stimmenmodellen zu verwenden.
Diese Klauseln erlauben es den Unternehmen, das geistige Eigentum der Sprecher ohne zusätzliche Vergütung oder ausführliche Zustimmung einzusetzen. Synchronsprecher warnen, dass solche Modelle ihre künstlerische Arbeit untergraben und langfristig Einkommensquellen gefährden könnten. Experten betonen, dass dies eine komplexe Herausforderung für das Urheberrecht und das Recht an der eigenen Stimme darstellt.
Die Technologie der Sprachsynthese entwickelt sich rasant: KI-Programme können heute Stimmen täuschend echt imitieren, was neue Anwendungsmöglichkeiten eröffnet, aber auch rechtliche Grauzonen schafft. Verbände der Branche fordern deshalb verbindliche Standards und klare gesetzliche Regelungen, um die Rechte von Künstler:innen zu schützen und Missbrauch zu vermeiden.
Streamingplattformen stehen vor der Aufgabe, faire und transparente Verträge anzubieten, die sowohl Innovation als auch den Schutz der Synchronsprecherrechte gewährleisten. Das Thema bleibt weiterhin relevant für die Medienbranche, da sich die Interaktion von KI und kreativen Berufen stetig intensiviert.
Weiterführende Links
- https://www.tagesschau.de/wirtschaft/künstliche-intelligenz-stimmenrechte-101.html
- https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/synchronsprecher-und-kuenstliche-intelligenz-warum-reden-ueber-stimmenrechte-nicht-18285248.html
- https://www.boersenblatt.net/artikel-stimmenklau-durch-ki-wie-sicher-ist-die-stimme-225358.html