Österreichischer PHÖNIX-Preis zeichnet Top Female Entrepreneurs, Prototypen, Spin-offs und Start-ups aus
Gestern fand im großen Festsaal der Industriellenvereinigung die feierliche Verleihung des österreichischen Gründungspreises PHÖNIX statt. Dieser Preis wurde in vier Kategorien vergeben: „Female Entrepreneurs“, „Prototyp“, „Spin-off“ und „Start-up“. Der Preis zeigt die Innovationskraft Österreichs und hebt hervor, wie wichtig eine enge Zusammenarbeit zwischen Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen ist, um neue Ideen erfolgreich umzusetzen. Die zahlreichen Einreichungen und die tollen Projekte beweisen, dass dieser Wissenstransfer sehr gut funktioniert und inspirierende Vorbilder für zukünftige Gründer*innen geschaffen werden.
Die diesjährigen Nominierten und Gewinner*innen zeigen deutlich, wie viel Potenzial in der Zusammenarbeit von Wissenschaft, Gesellschaft und Wirtschaft steckt. Bei der Kategorie „Female Entrepreneurs“ geht es besonders darum, Forscherinnen und Unternehmerinnen im Bereich High-Tech sichtbarer zu machen und ihre Bedeutung hervorzuheben. Die Kategorien „Prototyp“, „Spin-off“ und „Start-up“ zeigen dagegen, wie vielfältig Innovationen sind und wie Forschung in erfolgreiche Unternehmen und somit in die Wirtschaft und Gesellschaft gelangt.
In diesem Jahr wurden 12 Projekte in 11 Finalteams aus insgesamt 129 Einreichungen für den PHÖNIX nominiert. Die Teams kamen aus verschiedenen Bundesländern: 2 aus dem Burgenland, 4 aus Kärnten, 17 aus Niederösterreich, 18 aus Oberösterreich, 6 aus Salzburg, 20 aus der Steiermark, 10 aus Tirol, 1 aus Vorarlberg und 51 aus Wien. Seit 2012 wird der PHÖNIX-Gründungspreis vom Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung (BMFWF) sowie vom Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET) verliehen.
„Spin-offs aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen zeigen, was öffentliche Investitionen in exzellente Grundlagenforschung bewirken: Aus Wissen und Neugier entstehen konkrete Anwendungen, aus Forschung Lösungen, die den Menschen zugutekommen. Besonders wichtig ist mir, dass noch mehr Frauen diesen Weg gehen. Innovation braucht Vielfalt – jede Gründerin aus der Wissenschaft setzt neue Impulse, öffnet zusätzliche Perspektiven und wird so zum Vorbild. Wer gründet, übernimmt Verantwortung für Arbeitsplätze, für Fortschritt und für gesellschaftlichen Nutzen. Ich danke allen, die dazu beitragen und gratuliere den Nominierten und Preisträger:innen des österreichischen Gründungspreises PHÖNIX sehr herzlich“, so Bundesministerin für Frauen, Wissenschaft und Forschung Eva-Maria Holzleitner.
Innovationen durch starke Hochschulen und Forschungseinrichtungen
„Der österreichische Gründungspreis PHÖNIX zeigt eindrucksvoll, wie aus exzellenter Forschung unternehmerische Erfolgsgeschichten entstehen können. Die Innovationskraft unseres Standorts lebt davon, dass aus Ideen marktfähige Geschäftsmodelle werden. Dafür braucht es nicht nur starke Forschung in Schlüsseltechnologien, sondern auch ein Umfeld, das Gründungen erleichtert, Wachstum ermöglicht und Risikobereitschaft belohnt. Mit der gemeinsam mit der aws gestarteten Spin-off-Initiative stärken wir gezielt die Brücke zwischen Hochschulen, Forschung und privatem Kapital – ein wichtiger Schritt, um Wissen schneller in Innovation und Wertschöpfung zu übersetzen. Als Bundesregierung wollen wir auch gezielt unterstützen, dass gute Ideen genügend Wachstumskapital zur Verfügung haben. Daher bringen wir den Scaleup-Fonds auf den Weg. Ich gratuliere allen Preisträgerinnen und Preisträgern sehr herzlich“, so Elisabeth Zehetner, Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus.
„Der österreichische Wirtschaftsstandort kann sich nur dann auf den Weltmärkten behaupten, wenn wir konsequent auf unsere technologischen Stärken und die Schlüsseltechnologien von morgen setzen. Beim Phönix Gründungspreis prämieren wir hochinnovative Projekte und Spin-off Gründungen aus österreichischen Hochschulen und Forschungseinrichtungen, die zur zukünftigen Wettbewerbsfähigkeit Österreichs beitragen können. Damit unsere Startups und Spin-offs international skalieren und erfolgreich werden können, muss der Risikokapitalmarkt gestärkt werden – dazu muss die Bundesregierung rasch den in der Industriestrategie Österreich 2035 geplanten Scale-up Dachfonds umsetzen.
Um grundsätzlich im internationalen Technologiewettbewerb mithalten zu können, müssen die österreichischen Hochschulen weiter verstärkt auf Exzellenz, Leistungsorientierung und Wissenstransfer setzen – mit nationaler und internationaler Strahlkraft. Strategische Partnerschaften zwischen Hochschulen und Industrie nehmen dabei eine immer größere Bedeutung ein, wobei der nachhaltige Ausbau von Kooperationen auf Augenhöhe sehr wesentlich ist. Wichtig ist auch, die Profile unserer Universitäten und Fachhochschulen zu schärfen und Zukunftskompetenzen in allen Studienangeboten zu vermitteln, allen voran digitale, unternehmerische und kommunikative Skills. Der anhaltende MINT-Fachkräftemangel zeigt, dass wir die Anzahl der MINT-Absolventen erhöhen und insbesondere Frauen in MINT-Fächern mehr Chancen eröffnen müssen“, betont Christoph Neumayer, IV-Generalsekretär.
„Als Förderbank des Bundes unterstützen wir Österreichs Gründungsszene und begleiten innovative Start-ups von der ersten Idee bis hin zum internationalen Markterfolg. Der österreichische Gründungspreis PHÖNIX unterstreicht, wie wichtig es ist, den Wissens- und Technologietransfer sowie die enge Zusammenarbeit zwischen Forschung und Wirtschaft zu fördern. Vom Finanzierungsvolumen des aws-Kerngeschäfts fließt rund ein Drittel in die Förderung von innovativen Start-ups. Mit ihren visionären Ansätzen im Bereich der Schlüsseltechnologien tragen sie zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts essenziell bei. Wir gratulieren den nominierten Finalprojekten ganz herzlich und im Besonderen den Preistragenden zu ihren wegweisenden Lösungsansätzen, die zudem zeigen, wie viel Mut und Innovationskraft in Österreich steckt“, so Bernhard Sagmeister und Gerfried Brunner, Geschäftsführung der aws.
„Der Gründungspreis PHÖNIX zeigt einmal mehr, wie aus innovativer Forschung erfolgreiche Unternehmensgründungen entstehen. Im vergangenen Jahr unterstützte die FFG Start-ups, Scale-ups und Spin-offs mit knapp 93 Millionen Euro. Damit fördern wir gezielt die Gründerinnen und Gründer, die Innovation, Arbeitsplätze und Wettbewerbsfähigkeit in Österreich vorantreiben“, sagt Henrietta Egerth, Geschäftsführerin der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG.
Fünf Gewinner*innen in vier Kategorien
Teilnehmen konnten Start-ups und Spin-offs, die nach dem 1. Januar 2019 gegründet wurden und ihren Hauptsitz in Österreich haben. Neben innovativen Ideen lag bei der Auswahl der Finalteams auch ein Fokus auf deren Beitrag zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (UN Sustainable Development Goals, SDGs).
Die Gewinner*innen erhielten nicht nur Trophäen und Reisegutscheine, sondern konnten auch an einem internationalen oder nationalen Fach-Event teilnehmen – entweder vor Ort oder digital. So werden die ausgezeichneten Technologien und Ideen noch bekannter und können in Wirtschaft und Gesellschaft einen größeren Nutzen entfalten.
Die Fachjury wählte in diesem Jahr aus 12 eingereichten Projekten, die in 11 Finalteams präsentiert wurden, folgende Sieger*innen:
Gewinnerinnen Kategorie Female Entrepreneurs: Julia Reisinger und Maria Zahlbruckner / factorymaker FlexCo
Die Firma factorymaker verändert, wie Industriehallen geplant werden. Normalerweise dauert das lange und ist sehr kompliziert. factorymaker nutzt als erste Plattform Künstliche Intelligenz (KI), um die gesamte Planung schneller und besser zu machen – von der Standortwahl bis zur Optimierung des Gebäudes. Die Plattform vergleicht in wenigen Minuten sehr viele Lösungen und bewertet sie nach Kosten, Flexibilität, Effizienz und CO₂-Bilanz.
Gewinner Kategorie Prototyp: imd BIOTECH GmbH
Für Lebensmittelhersteller ist es sehr wichtig, gefährliche Bakterien schnell zu erkennen. Das Unternehmen imd BIOTECH hat eine neue Plattform namens rappid entwickelt, die Bakterien in Echtzeit zuverlässig nachweisen kann. Diese Methode ist viel schneller als herkömmliche Tests und erfordert weniger Arbeit. So können Produzenten schneller und sicherer handeln.
Gewinner Kategorie Spin-off: Moldsonics GmbH
Moldsonics nutzt moderne Ultraschalltechnik, um Kunststoffteile wie Gehäuse oder Profile während der Herstellung zu überwachen. Die Sensoren arbeiten ohne direkten Kontakt und kontrollieren alle wichtigen Prozessparameter in Echtzeit. Das hilft, die Herstellung effizienter zu machen, Ausschuss zu verringern und Material zu sparen.
Gewinner Kategorie Start-up: voidsy gmbh
Bei der Herstellung von Flugzeugen, Autos oder Energieanlagen ist es wichtig, Materialfehler früh zu erkennen. voidsy entwickelte ein kompaktes, intelligentes 3D-Tomographiesystem namens 3D V-ROX, mit dem versteckte Defekte sichtbar gemacht werden können. Das System kann automatisiert in Produktionsprozesse eingebunden werden und spart so Zeit und Kosten bei der Prüfung.
Der österreichische Gründungspreis PHÖNIX wird von der Austria Wirtschaftsservice GmbH (aws) gemeinsam mit der Industriellenvereinigung (IV) und der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) organisiert.
Mehr Informationen zum Gründungspreis gibt es hier: https://www.aws.at/oesterreichischer-gruendungspreis-phoenix/
Über Austria Wirtschaftsservice GmbH (aws)
Die Austria Wirtschaftsservice GmbH (aws) ist die Förderbank des Bundes in Österreich. Sie unterstützt Unternehmen von der Idee bis zum Markterfolg durch zinsgünstige Kredite, Garantien, Zuschüsse und Beteiligungen. Außerdem berät die aws bei Fragen zum Schutz und zur Nutzung von geistigem Eigentum und bietet viele zusätzliche Services und Beratungen für neue und bestehende Unternehmen an.
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