SJ-Schindl: „Scham muss die Seite wechseln!“ | Brandaktuell - Nachrichten aus allen Bereichen

SJ-Schindl: „Scham muss die Seite wechseln!“

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Die Sozialistische Jugend Österreich machte mit einer Aktion am Platz der Menschenrechte auf ein wichtiges Thema aufmerksam: Sie fordern, dass im Sexualstrafrecht das sogenannte Zustimmungsprinzip verankert wird. Das bedeutet, dass nur dann eine sexuelle Handlung erlaubt ist, wenn alle Beteiligten ausdrücklich zustimmen. Fiona Schindl, Frauensprecherin der Sozialistischen Jugend Österreich, betont: „Nur Ja heißt Ja ist kein netter Spruch, sondern eine Frage der Gerechtigkeit“. Dieses Prinzip soll für mehr Schutz und Fairness sorgen.

Aktuell sind viele Opfer von sexuellen Übergriffen in einer schwierigen Lage. Sie müssen oft selbst beweisen, dass sie nicht einverstanden waren. Wie Schindl erklärt: „Viele müssen nachweisen, dass sie laut genug Nein gesagt oder sich ausreichend gewehrt haben. Auch die Kleidung oder ein etwaiger Alkoholkonsum von Betroffenen im Tatzeitpunkt wird immer noch vor Gericht thematisiert – wer kein ‚perfektes Opfer‘ ist, dem/der wird weniger geglaubt. Diese Täter-Opfer-Umkehr ist ein unhaltbarer Zustand, der endlich beendet werden muss“. Damit kritisiert sie, dass Opfer oft unter Verdacht geraten und nicht genug Vertrauen bekommen.

Bei der Aktion wurde eine Gerichtsszene nachgestellt, um die Situation vor Gericht zu zeigen. Dabei hielten die Teilnehmenden Schilder mit den Aufschriften „Täter verurteilen“, „Nur Ja heißt Ja“ und „Opfern glauben“ hoch. Die Aktion soll klar machen, dass es für echte Gerechtigkeit eine Änderung des Sexualstrafrechts braucht, damit nicht mehr die Opfer in der Verantwortung stehen.

Fiona Schindl erklärt weiter die Wichtigkeit der Änderung: “Viele Betroffene können in Momenten von Angst, Schock oder Überforderung gar nicht reagieren. Schweigen oder Erstarren sind keine Zustimmung. Mit dem Prinzip ‚Nur Ja heißt Ja‘ wird die Verantwortung endlich dorthin verschoben, wo sie hingehört: zu den Tätern, statt zu den Betroffenen“. Das bedeutet, es soll nicht mehr die Aufgabe der Opfer sein, zu beweisen, dass sie Nein gesagt haben.

Zum Schluss fordert Schindl die Bundesregierung auf, schnell zu handeln: “Ein Nein ist keine Einladung. Schweigen ist keine Zustimmung. Wir fordern die Verankerung von ‚Nur Ja heißt Ja‘ im Sexualstrafrecht. Die Scham muss endlich die Seite wechseln.“ Die Sozialistische Jugend will, dass unsere Gesellschaft Opfern mehr Verständnis und Respekt entgegenbringt.

Fotos von der Aktion sind kostenlos und frei verfügbar unter diesem Link: https://flic.kr/s/aHBqjCMHWo.

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Jonathan Kaspar, Pressesprecher
Telefon: +43 664 / 541 70 80
E-Mail: jonathan.kaspar@sjoe.at

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