Fünf tote Kinder in zwei Monaten: Gefahr im eigenen Umfeld
In Österreich läuft gerade ein Prozess wegen versuchten Mordes an einem Kind. Das Kind hat überlebt, aber viele andere Kinder haben dieses Glück nicht. Allein in den ersten zwei Monaten dieses Jahres wurden in Österreich fünf Kinder durch Gewalt getötet. Das zeigt, wie wichtig es ist, Kinder besser zu schützen.
„Diese Fälle führen uns schmerzhaft vor Augen, dass Kinder gerade im engsten Umfeld besonders gefährdet sein können. Gewalt gegen Kinder passiert meist dort, wo sie eigentlich Schutz und Geborgenheit erfahren sollten“, erklärt Hedwig Wölfl, die Geschäftsführerin der Kinderschutzorganisation die möwe.
Untersuchungen zeigen seit Jahren, dass vor allem kleine Kinder, besonders Buben, oft Opfer von Tötungsdelikten sind. Meist kommt die Gefahr von Menschen aus der Familie oder dem engsten Umfeld.
Schwere Misshandlungen, wie das Schütteln von Babys (Schütteltrauma), führen oft zu großen Schäden am Körper und der Seele. Verletzungen am Kopf bei Säuglingen und Kleinkindern können bleibende Behinderungen oder sogar den Tod zur Folge haben.
Die Gründe für solche Gewalttaten sind vielfältig und kompliziert. Sie reichen von Tötungen kurz nach der Geburt über extreme Überforderung und Einsamkeit von Eltern bis hin zu schweren psychischen Erkrankungen wie wahnhaften Störungen oder Suizidversuchen, bei denen auch Kinder betroffen sind.
„Gerade weil Gewalt an Kindern meist im privaten Umfeld passiert, braucht es starke Präventionsstrukturen und niederschwellige Unterstützungsangebote für Familien“, betont Wölfl. Viele dieser Situationen eskalieren durch Überforderung, fehlende Hilfe oder unbehandelte psychische Probleme.
Frühe Hilfe kann Gewalt verhindern
Die Zeit während der Schwangerschaft und die ersten Jahre mit einem Kind sind für Familien oft sehr herausfordernd. Viele Eltern kämpfen mit Schlafmangel, Geldsorgen, Spannungen in der Partnerschaft oder fehlender Unterstützung durch Freunde und Familie.
Hier setzen die sogenannten Frühen Hilfen an. Das sind Angebote, die freiwillig, leicht zugänglich und kostenlos Familien unterstützen. Ziel ist es, Eltern früh zu begleiten, ihnen Sicherheit zu geben und Risiken zu verringern, bevor Probleme wie Gewalt entstehen.
Christina Gerstbach, Leiterin des Bereichs „Frühe Hilfen“ bei die möwe, erklärt: „Prävention bedeutet keine Kontrolle der Familien, sondern rechtzeitige Hilfe. Eltern müssen wissen, dass sie Unterstützung bekommen, bevor es schwierig wird.“
Kinderschutzzentren unterstützen nach Gewalterfahrungen
Wenn Kinder schon Gewalt erlebt haben, helfen Kinderschutzzentren mit Beratung, Krisenhilfe und therapeutischer Begleitung. Sie unterstützen betroffene Kinder, Jugendliche und deren Familien dabei, das Erlebte zu verarbeiten.
Außerdem vertreten Kinderschutzzentren die Rechte der Kinder im Strafverfahren, zum Beispiel bei Ermittlungen nach Gewalttaten. Sie kümmern sich auch um Geschwisterkinder und Hinterbliebene.
Das Bewusstsein für Kinderschutz stärken
Berichte über Gewalt an Kindern sind schwer zu ertragen, aber wichtig. Sie zeigen, dass Gefahr für Kinder kein seltenes Problem ist und in allen sozialen Schichten vorkommt.
Medien sollten deshalb immer auch auf Hilfsangebote hinweisen – wie die Frühen Hilfen für Eltern, Kinderschutzzentren für betroffene Kinder und weitere Unterstützungsstellen für Familien in Not.
„Eltern, die merken, dass sie an ihre Grenzen kommen, müssen wissen: Es gibt Unterstützung. Hilfe anzunehmen ist ein Zeichen von Verantwortung – und ein wichtiger Schritt, um Kinder zu schützen“, sagt Hedwig Wölfl.
Kinderschutz ist Aufgabe aller in der Gesellschaft
Jedes Kind, das durch Gewalt stirbt oder schwer verletzt wird, ist eines zu viel. Die fünf Kindstötungen in den ersten zwei Monaten dieses Jahres in Österreich sollten uns alle alarmieren und zum Handeln motivieren.
Kinderschutz braucht genug finanzielle Mittel, gute Präventionsprogramme und eine Gesellschaft, die hinblickt und nicht wegschaut. Politikerinnen und Politiker müssen sicherstellen, dass der Schutz von Kindern dauerhaft und umfassend gesichert wird.
Wichtige Unterstützungsangebote:
die möwe Kinderschutz: www.die-moewe.at
Kinderschutzzentren in Österreich: www.kinderschuetzen.at
Frühe Hilfen in Österreich: www.fruehehilfen.at
Rat auf Draht (Kinder- und Jugendtelefon): www.rataufdraht.at
Mehr Informationen zu wichtigen Begriffen wie Infantizid oder Neonatizid finden Sie auf der Webseite der möwe: https://die-moewe.at/fuenf-getoetete-kinder-praevention-und-kinderschutz-brauchen-mehr-aufmerksamkeit/
Rückfragen
die möwe Kinderschutz
Veronika Schiller
Telefon: 01 532 14 14 - 713
E-Mail: schiller@die-moewe.at
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