Bitumenemulsionsindustrie fordert nachhaltige Investitionen
Die österreichische Bitumenemulsionsindustrie warnt erneut davor, dass zu wenig Geld in die Straßenerhaltung investiert wird. Schon im letzten Jahr wurde darauf hingewiesen, dass die Budgets dafür stark gesunken sind – und die aktuellen Zahlen zeigen, dass sich die Lage weiter verschlechtert hat.
Sanierungsbedarf wächst – finanzieller Druck wird größer
Österreich hat ein Straßennetz von 129.600 Kilometern. Im Vergleich mit anderen Ländern ist das sehr lang pro Einwohner, was die Instandhaltung teuer macht. Viele Straßen wurden nach dem Zweiten Weltkrieg gebaut und müssen deshalb bald umfassend saniert werden.
Außerdem sorgen immer mehr Extremwetterlagen für steigende Kosten. Schätzungen zeigen, dass 30 bis 50 Prozent der Reparaturkosten durch Wetter-Schäden verursacht werden, zum Beispiel durch Überschwemmungen oder starke Hitze.
Fehlende Investitionen gefährden eine nachhaltige Straßenerhaltung
Seit vielen Jahren gibt es immer weniger Geld für Landes- und Gemeindestraßen. Schon 2022 zeigte eine Untersuchung, dass früher jährlich mehr als 2,5 Milliarden Euro für die Straßenpflege da waren – heute sind es weniger als 1,5 Milliarden Euro.
Die Technische Universität Wien hat herausgefunden, dass wenn Sanierungen hinausgezögert werden, die Kosten stark steigen: Nach 3 Jahren um 10 Prozent, nach 5 Jahren um 20 Prozent und nach 8 Jahren sogar um 100 Prozent.
„Wir sehen seit Jahren, dass notwendige Erhaltungsmaßnahmen zurückgestellt werden. Das Resultat sind höhere Folgekosten und eine schleichende Substanzgefährdung
“, erklärt Wolfgang Eybl, der Obmann der Berufsgruppe Bitumenemulsionen.
Kaltbauweisen als günstige Lösung – aber Budgets bleiben gleich
Bitumenemulsionen sind eine günstige und umweltfreundliche Methode, Straßen zu erhalten. Sie schonen Ressourcen und verursachen weniger CO₂. Die Kosten für eine Erhaltung liegen zwischen 40 und 80 Euro pro Meter, während ein Autobahnneubau bis zu 250.000 Euro pro Meter kostet.
Trotzdem wird viel Geld von Bund und Ländern an große Neubauprojekte gegeben, während Gemeinden immer weniger Geld für die Erhaltung ihrer Straßen erhalten. Dadurch fallen wichtige Erhaltungsmaßnahmen oft weg, was später viel teurer wird.
Positive Beispiele: Wiener Neustadt und andere setzen Nachhaltigkeit um
Die Branche freut sich, dass Städte wie Linz, Graz, Villach und besonders Wiener Neustadt sowie die Bundesforste den Aktionsplan Nachhaltige Beschaffung (naBe) aktiv nutzen und sich freiwillig daran halten. Bitumenemulsionen werden im naBe als bevorzugtes und nachhaltiges Verfahren für Straßenpflege empfohlen. Das stärkt den Einsatz umweltfreundlicher Methoden.
Branche fordert bessere Rahmenbedingungen
Die Bitumenemulsionsindustrie bittet deshalb Bund und Länder, die Budgets für Straßenerhaltung stabil zu halten und sie an die Inflation anzupassen. Außerdem soll der nachhaltige Beschaffungsplan (naBe) flächendeckend und nicht nur freiwillig umgesetzt werden.
„Unsere Infrastruktur ist ein Grundpfeiler des Wirtschaftsstandorts. Wenn wir weiter warten, wird der Sanierungsstau zur echten Gefahr – finanziell und sicherheitstechnisch
“, warnt Eybl abschließend.
Informationen zur Bitumenemulsionsindustrie
Die Bitumenemulsionsindustrie in Österreich hat fast 100 Jahre Erfahrung. Sie stellt Produkte wie Oberflächenbeläge aus Bitumenemulsionen (OB), Dünnschichtdecken in Kaltbauweise (DDK) und Versiegelungen (VS) her. Ziel ist es, Straßen wirtschaftlich und umweltfreundlich zu erhalten. Sechs Unternehmen produzieren an sieben Standorten in Österreich Bitumenemulsionen im Wert von etwa 70 Millionen Euro jährlich.
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