In Wien ist ein wichtiger Schritt zur Erinnerungskultur geplant: Für die österreichischen Roma- und Sinti-Opfer des Nationalsozialismus soll endlich ein würdiges Mahnmal errichtet werden. Diese ethnische Minderheit wurde während des NS-Regimes systematisch verfolgt und als „Zigeuner“ diskriminiert, viele fielen dem Porajmos zum Opfer – dem Völkermord an den europäischen Roma und Sinti.
Der Wunschstandort war ursprünglich der Schmerlingplatz, der aufgrund seiner Nähe zum Parlament symbolisch bedeutsam ist. Doch nach Diskussionen favorisieren die zuständigen Stellen nun den Weghuberpark, einen zentralen und gut zugänglichen Ort, der ausreichend Raum für ein künstlerisch anspruchsvolles und leicht zugängliches Mahnmal bietet.
Ein solches Mahnmal ist im Kontext der Erinnerungsarbeit von großer Bedeutung. Es trägt dazu bei, die historische Aufarbeitung des Holocaust zu vertiefen und der Widerstandsfähigkeit sowie den Leiden der Roma- und Sinti-Gemeinschaften sichtbar Anerkennung zu schenken. Gleichzeitig wirkt es als Mahnung gegen Rassismus und Diskriminierung heute.
Die Einbindung von Historikern, Roma- und Sinti-Vertretern sowie Künstlern ist entscheidend für die Gestaltung eines Mahnmals, das sowohl ästhetisch ansprechend als auch inhaltlich tiefgründig ist. Es soll als kulturelles Gedächtnis dienen und die komplexe Geschichte der Verfolgung nachvollziehbar machen.
Die geplante Umsetzung des Mahnmals in Wien ist ein bedeutender Schritt, die Minderheit sichtbar zu machen und die Erinnerung an den Völkermord lebendig zu halten. Damit wird ein Zeichen gegen das Vergessen gesetzt und die dauerhafte Anerkennung der Roma- und Sinti-Gemeinschaft als integraler Bestandteil der österreichischen Gesellschaft gestärkt.
Weiterführende Links
- https://www.bundeskanzleramt.gv.at/agenda/gedenkkultur.html
- https://www.roma-sinti-wien.at/
- https://www.derstandard.at/story/2000146127408/gedenken-an-die-verfolgten-der-zigeuner-des-nationalsozialismus
- https://www.ushmm.org/learn/students/learning-materials-and-resources/romani-genocide