Totschnig zum Weltfrauentag: Mehr Frauenpower für starke Regionen | Brandaktuell - Nachrichten aus allen Bereichen

Totschnig zum Weltfrauentag: Mehr Frauenpower für starke Regionen

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Zum Weltfrauentag betont Bundesminister Norbert Totschnig die wichtige Rolle der Frauen in der Land- und Forstwirtschaft. Ein besonderes Zeichen dafür ist das Jahr 2026, das als Internationales Jahr der Bäuerin ausgerufen wurde. Dieses Jahr soll weltweit zeigen, wie wichtig Frauen in der Landwirtschaft sind – sowohl durch ihre Arbeit, ihre Ideen als auch ihre Bedeutung für die Gesellschaft.

Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig: „Wer über die Zukunft unserer Höfe spricht, muss über die Realität der Bäuerinnen sprechen. Sie halten Betriebe am Laufen, oft ohne große Bühne. Vieles würde ohne sie nicht funktionieren. Es ist höchste Zeit, Strukturen zu stärken, die Frauen in die erste Reihe zu holen, ihre Arbeit sichtbarer und ihre Stimme hörbarer zu machen. Unsere Bäuerinnen sind die Basis unserer Versorgung“.

Frauen tragen viele Aufgaben auf dem Hof
Bäuerinnen haben täglich viel Verantwortung. Sie kümmern sich nicht nur um den Betrieb, sondern auch um ihre Familien und sind oft in der Gesellschaft aktiv. Laut Statistik Austria arbeiten Frauen im Durchschnitt etwa vier Stunden am Tag unbezahlt. In der Landwirtschaft sind es sogar oft bis zu fünf Stunden, so die Angaben der Bäuerinnenorganisationen. Diese hohe Belastung ist sehr anspruchsvoll. Wenn Frauen diese Mehrfachbelastung nicht mehr schaffen, leidet nicht nur das Familienleben, sondern auch der landwirtschaftliche Betrieb.

Mehr Frauen in der Regionalpolitik sind wichtig
In Österreich wird zwar mehr als jeder dritte Hof von einer Frau geführt, doch Bäuerinnen bekommen oft noch nicht genug Anerkennung. Sie sind in der Öffentlichkeit und Politik oft unterrepräsentiert, obwohl sie eine große Verantwortung für die Versorgung mit Lebensmitteln, die Wertschöpfung vor Ort und eine nachhaltige Landwirtschaft übernehmen. Besonders in der Regionalpolitik sieht man das deutlich: Frauen sind in Führungspositionen auf Gemeindeebene selten. Nur 11,6 % der Bürgermeister sind Frauen und etwa ein Viertel der Gemeinderatssitze sind besetzt von Frauen. Totschnig: „Wer starke Regionen will, muss daher auch Frauen konsequent in politische Entscheidungsprozesse einbinden.“

Gleichstellung stärkt Landwirtschaft und ländliche Räume
Bundesbäuerin Irene Neumann-Hartberger: „Bäuerinnen tragen auf ihren Höfen Verantwortung für Lebensmittel, Ressourcen und die Weiterentwicklung der Betriebe. Wenn sie auch in Gremien und Entscheidungsprozessen vertreten sind, entstehen Lösungen, die näher an der Realität der Landwirtschaft sind. Internationale Studien zeigen: Vielfalt in Entscheidungsprozessen ist ein nachgewiesener Erfolgsfaktor. Unterschiedliche Perspektiven führen zu besseren Ergebnissen, stärken die Innovationskraft und fördern eine nachhaltige Entwicklung. Programme wie ZAMm unterwegs mit dem Lehrgang ‘Professionelle Vertretungsarbeit im ländlichen Raum‘ zeigen, welches Potenzial hier vorhanden ist. Wenn Frauen sich vernetzen, voneinander lernen und Verantwortung übernehmen, stärkt das die Betriebe, die Regionen und die gesamte Landwirtschaft.“

„Frauen sind treibende Kräfte bei der Weiterentwicklung unserer Höfe. Sie stoßen Diversifizierung an, bringen Innovationen auf den Weg und denken Landwirtschaft ganzheitlich weiter. Es ist wichtig, dass Frauen stärker in politischen Funktionen und Entscheidungsprozessen mitwirken und aktiv bestimmen. Ihre Sicht ist unverzichtbar, weil sie mit ihren Kompetenzen und Erfahrungen wichtige Perspektiven einbringen“, so der Landwirtschaftsminister.

Totschnig betont auch, wie wichtig es ist, dass es in ländlichen Regionen gute und attraktive Arbeitsplätze gibt. Dazu gehört auch, mehr Kinderbetreuungsplätze anzubieten und Unterstützung für Menschen, die Angehörige pflegen.

Zukunft der Landwirtschaft ist weiblich
Ein gutes Zeichen ist der fast 50-prozentige Frauenanteil an den Höheren Landwirtschaftlichen Schulen. Das zeigt, dass immer mehr junge Frauen entschlossen sind, eine Ausbildung in der Landwirtschaft zu machen und so die Zukunft der Branche aktiv mitzugestalten.

Frauen in der Landwirtschaft – aktuelle Zahlen

  • Mehr als jeder dritte Bauernhof in Österreich wird von einer Frau geführt, das sind etwa 36.000 Betriebe. In den Bundesländern Oberösterreich und Salzburg liegt der Anteil sogar bei 42 Prozent.
  • Mit 36 Prozent Betriebsleiterinnen ist Österreich im internationalen Vergleich sehr weit vorne. Zum Vergleich: In Deutschland sind es 11 Prozent, in der Schweiz 7 Prozent. EU-weit landet Österreich auf Platz vier.
  • Auch der Nachwuchs ist überwiegend weiblich: In land- und forstwirtschaftlichen Fachschulen sind mehr als die Hälfte der Schülerinnen und Schüler Mädchen. Bei Lehr- und Facharbeiterabschlüssen nähert sich der Frauenanteil der 50-Prozent-Marke. Die Landwirtschaft von morgen ist also stark von Frauen geprägt.

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Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft
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