Schuldenberatung explodiert: Zahl der Erstberatungen erreicht Rekordhoch!
Der Grund für die hohe Nachfrage bei Schuldenberatungen liegt weiterhin in steigenden Preisen, hoher Arbeitslosigkeit und verschiedenen Krisen. Mit wenig Geld wird das Leben oft sehr schwierig.
Das durchschnittliche Einkommen der Klient*innen bei Schuldenberatungen liegt bei etwa 1.500 Euro im Monat. Mehr als ein Drittel davon verdient weniger als das Existenzminimum. Im letzten Jahr betrug das Existenzminimum für eine alleinstehende Person 1.273 Euro. Besonders betroffen sind Frauen: Vier von zehn Frauen in der Schuldenberatung verdienen weniger als diesen Betrag. „Das Existenzminimum muss so weit angehoben werden, dass damit ein menschenwürdiges Leben geführt werden kann.“
, sagt Clemens Mitterlehner, der Geschäftsführer der Dachorganisation der Schuldenberatungen in Österreich. Die Armutsgefährdungsschwelle lag 2025 bei 1.661 Euro. Das heißt, Menschen mit Lohnpfändung oder im Privatkonkurs leben oft unter dieser Grenze.
Frauen sind besonders gefährdet
Im Juli könnte sich die Situation für überschuldete Privatpersonen verschlechtern, wenn der Gesetzgeber nichts ändert. Dann endet die Möglichkeit, innerhalb von 3 Jahren schuldenfrei zu werden, für privat überschuldete Personen, die nicht unternehmerisch tätig waren. Die Entschuldung würde dann mindestens 5 Jahre dauern. Frauen sind davon häufiger betroffen, weil sie seltener selbstständig sind als Männer. Nur 13 Prozent der Frauen, die in eine Schuldenberatung kommen, geben an, dass die Überschuldung mit einer früheren Selbstständigkeit zusammenhängt, bei Männern sind es 23 Prozent. „Zusätzlich zu strukturell benachteiligenden Faktoren wie Gender Pay Gap, Teilzeitarbeit, Karenz und unbezahlter Care-Arbeit wartet hier die nächste Benachteiligung für Frauen. Besonders absurd wird es in Fällen von privaten Bürgschaften für selbständig Tätige – was häufig Frauen betrifft. Künftig wäre es rechtens, dass etwa ein Mann mit seiner gescheiterten Selbstständigkeit nach 3 Jahren schuldenfrei ist, seine Frau, die für das Unternehmern gebürgt hat, hingegen erst nach 5 Jahren.“
, erklärt Mitterlehner. Das Justizministerium ist für eine Beibehaltung der 3-jährigen Entschuldungsfrist für alle, doch die endgültige Entscheidung in der Regierung steht noch aus.
Gründe für Überschuldung und Privatkonkurse
Die drei häufigsten Gründe für Überschuldung sind: „Arbeitslosigkeit und weniger Einkommen“ (36 %), „Schlechte Geldverwaltung oder fehlende Finanzbildung“ (20 %) und „Frühere Selbstständigkeit“ (19 %).
Im Jahr 2025 wurden 8.768 Privatkonkurse eröffnet. Davon wurden 70 % mit Hilfe einer staatlich anerkannten Schuldenberatung vorbereitet und die Betroffenen vor Gericht begleitet oder vertreten.
So hoch sind die Schulden im Durchschnitt
Die durchschnittliche Schuld aller Klient*innen liegt bei 56.432 Euro, bei ehemals Selbstständigen sind es sogar 105.073 Euro. Frauen haben durchschnittlich 46.284 Euro Schulden, Männer 63.354 Euro. Clemens Mitterlehner erklärt dazu: „Wir werden nicht müde zu betonen, dass dies in aller Regel nicht die ursprünglich gemachten Schulden sind. Wenn keine Rückzahlung erfolgt, verdreifachen sich ungeregelte Schulden etwa alle 8 Jahre. Daher ist es wichtig, bei Problemen rasch eine staatlich anerkannte Schuldenberatung aufzusuchen – diese ist immer kostenlos. In dem Zusammenhang fordern wir seit Jahren, dass sich Schulden ab Fälligstellung maximal verdoppeln dürfen. Denn oft ist der Kosten- und Zinseszins-Effekt schuld an der Überschuldung – nicht die betroffene Person“.
Eine frühzeitige Beratung kann somit helfen, die Schulden schneller in den Griff zu bekommen und größere finanzielle Probleme zu vermeiden.
Rückfragen
ASB Schuldnerberatungen GmbH
Mag. (FH) Clemens Mitterlehner, Geschäftsführer
Telefon: 0732656599
E-Mail: clemens.mitterlehner@asb-gmbh.at
Mag.a Christiane Moser, Öffentlichkeitsarbeit, T. 0732-65 65 99, E.
christiane.moser@asb-gmbh.at
Kontakt zu den Leitungspersonen der Schuldenberatungen in den
Bundesländern:
Fonds Soziales Wien Schuldenberatung, Christian Neumayer, T. 01-24524
-60247, 0676-8289 60247, E. christian.neumayer@fsw.at
Schuldnerberatung Niederösterreich, Michael Lackenberger, T. 02742-35
54 20, E. st.poelten@sbnoe.at
SCHULDNERHILFE OÖ, Johannes Kletzl, BA, T. 0732-77 77 34, E. kletzl@
schuldner-hilfe.at
Schuldnerberatung Oberösterreich, Mag. Thomas Berghuber, T. 0732-77
55 11, 0699-1 777 555 0, E. t.berghuber@schuldnerberatung.at
Schuldenberatung Salzburg, Mag. Peter T. Niederreiter, T. 05-1734,
0676-50 75 200, E. peter.niederreiter@sbsbg.at
Schuldenberatung Tirol, Mag. Thomas Pachl, T. 0512-57 76 49-14, E.
thomas.pachl@sbtirol.at
ifs Schuldenberatung Vorarlberg, MMag.a Simone Strehle-Hechenberger,
T. 05-1755 4377, 0664-6088 4377, E. simone.strehle-hechenberger@
ifs.at
Schuldenberatung Steiermark, Kerstin Kogl, T. 0316-37 25 07, E.
kerstin.kogl@staf.or.at
Schuldnerberatung Kärnten, Andreas Pregl, T. 0463-51 56 39, E.
andreas.pregl@sb-ktn.at
Referat Schuldenberatung Burgenland, Dr.in Michaela Puhr, T. 057-600-
2149, E. post.schuldenberatung@bgld.gv.at
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