Die Debatte um eine Änderung des Satzformats bei den Damen-Grand-Slam-Turnieren erhält erneut Aufmerksamkeit. Während Männer traditionell in den Best-of-Five-Formaten spielen, werden weibliche Matches nach wie vor im Best-of-Three ausgetragen. Die Idee, auch bei den Damen auf ein Best-of-Five-Format umzusteigen, sorgt unter den Topspielerinnen für unterschiedlichste Reaktionen.

Aryna Sabalenka, bekannt für ihre kraftvolle Spielweise und hohe Fitness, zeigt sich begeistert von der Idee, die Matches im Frauen-Tennis auf Best-of-Five auszudehnen. Sie sieht darin eine Möglichkeit, den Stellenwert des Damentennis zu erhöhen und länger andauernde Herausforderungen zu bieten, die körperlich und mental neue Maßstäbe setzen. Ein längeres Format würde ihrer Meinung nach auch die Fairness verbessern, da so Schwankungen leichter ausgeglichen werden könnten.
Dem gegenüber stehen Spielerinnen wie Iga Swiatek, Elena Rybakina und Coco Gauff, die eher skeptisch sind. Swiatek argumentiert, dass die körperliche Belastung durch ein Best-of-Five-Format deutlich zunehmen würde, was gerade im dicht gedrängten Turnierkalender zu Verletzungen führen könne. Auch die Regeneration zwischen den Matches wäre knapper bemessen, was potenziell die Qualität und Attraktivität des Spiels beeinträchtigen könnte.
Der Grand-Slam-Kalender umfasst die Australian Open, French Open, Wimbledon und die US Open. Während Männer bei diesen Majors bereits Best-of-Five-Sätze spielen, bleiben Frauen bisher beim Best-of-Three-Format. Fachlich betrachtet bedeutet ein Best-of-Five, dass eine Spielerin drei Sätze gewinnen muss, um das Match für sich zu entscheiden, im Gegensatz zu zwei Sätzen im Best-of-Three.
Historisch gab es bereits in der Vergangenheit Diskussionen und Experimente, beispielsweise wurden im WTA-Finale oder speziellen Turnieren gelegentlich längere Formate getestet – ohne jedoch eine systematische Umstellung zu erwirken. Derzeit wird der Fokus eher darauf gelegt, den Tennissport für Frauen durch bessere Bezahlung, mehr mediale Aufmerksamkeit und gleiche Sichtbarkeit zu fördern.
Fazit: Die Idee des Best-of-Five-Formats für Damen bei Grand Slams bleibt umstritten. Während Spielerinnen wie Aryna Sabalenka eine erhöhte Herausforderung und Attraktivität sehen, warnen andere vor vermehrter physischer Belastung und Zeitdruck. Ob und wann es zu einer Umstellung kommt, bleibt abzuwarten. Die Diskussion zeigt jedoch, wie sich der Tennissport im Hinblick auf Gleichberechtigung und Sportentwicklung weiterentwickelt.
Weiterführende Links
- https://www.wtatennis.com/news/3146523/sabalenka-on-best-of-five-set-format-for-women
- https://www.atptour.com/en/news/wta-best-of-five-sets-discussion-2023
- https://www.espn.com/tennis/story/_/id/35886992/iga-swiatek-best-five-set-matches
- https://www.grandslamhistory.com/articles/women-best-of-five-matches
- https://www.tennis.com/news/articles/gauff-elena-rybakina-best-of-five-sets-women-tennis-reactions