Online sicher aufwachsen? Warum Social Media nur die halbe Wahrheit ist – die Umfragen schockieren!
Eine wichtige Studie von UNICEF Österreich hat sich schon vor der aktuellen Diskussion über Social-Media-Verbote mit dem Thema Medienkompetenz, Risiken im Internet und der Rolle von Eltern, Politik und Plattformen beschäftigt. Dabei wurden knapp 10.000 Eltern aus Großbritannien, den USA, Polen, Frankreich und den Niederlanden befragt. Sie sollten Chancen, Risiken und Strategien nennen, wie man mit den Herausforderungen im digitalen Raum umgehen kann.
Die wichtigsten Ergebnisse der Studie von UNICEF Österreich (August 2025)
- Viele Eltern machen sich große Sorgen um die Online-Sicherheit von Kindern: Nur 12,3 % der Eltern in Österreich meinen, dass Kinder im Internet wirklich sicher sind.
- Die häufigsten Gefühle, wenn Eltern an die digitale Welt ihrer Kinder denken, sind: Unsicherheit, Skepsis und Angst.
- Zu viel Mediennutzung und Informationen führen zu einer Reizüberflutung: 66 % der Befragten sehen das als die größte Herausforderung für Kinder.
In Österreich wird aktuell viel darüber diskutiert, ob Social-Media-Nutzung für Kinder unter 14 Jahren verboten werden soll, ob Alterskontrollen strenger sein müssen und welchen Einfluss Künstliche Intelligenz (KI) auf junge Nutzer:innen hat. Die Ergebnisse der UNICEF-Studie basieren allerdings auf der Zeit vor dieser Diskussion. Sie zeigen, dass das Thema “Sicherheit im Netz” schon lange wichtig ist und Eltern sowie die Gesellschaft sich Sorgen machen, wie Kinder sicher und kompetent mit digitalen Medien umgehen können.
Die Studie „Generation Digital: Sicher aufwachsen im Netz“ (August 2025) erklärt ausführlich, wie die Menschen Chancen und Gefahren der digitalen Welt für Kinder sehen. Dabei wird deutlich, dass junge Menschen heute zwischen vielen Möglichkeiten und Risiken aufwachsen.
Auch die internationale Erhebung mit knapp 10.000 Eltern aus fünf Ländern zeigt ein ähnliches Bild: Weltweit gibt es große Sorge um den Schutz von Kindern im Internet.
„Kinder sind online Mobbing, Ausbeutung und schädlichen Inhalten ausgesetzt – viele Familien fühlen sich mit dem Thema alleingelassen. Der Schutz von Kindern im Internet ist eine gemeinsame Verantwortung: Regierungen müssen Kinderrechte in allen relevanten Gesetzen und Vorschriften verankern, Technologieunternehmen müssen Produkte von Anfang an sicher und altersgerecht gestalten, und Familien sowie Gemeinschaften müssen Zugang zu Informationen und Unterstützung erhalten, die Kindern helfen, digitale Kompetenzen aufzubauen”
, erklärt Klara Krgovic-Baroian, stellvertretende Leiterin Advocacy & Kinderrechte bei UNICEF Österreich.
Wer Kinder online schützen will, muss ihnen zuerst zuhören
Michael, ein 19-jähriges Mitglied im Jugendbeirat von UNICEF Österreich, betont:
„Junge Menschen wollen bewegen und mitgestalten – bei Datenschutz, Meinungsfreiheit, Jugendkultur und neuen Wegen im digitalen Raum. Wir wollen nicht nur vorbereitet werden, sondern die digitale Welt aktiv formen und gemeinsam mit anderen Generationen so einfordern, wie wir sie brauchen. Dafür schaffen wir Bewusstsein und suchen den Dialog – in Familien, Gruppen und mit Entscheidungsträgern. Jugendpartizipation garantiert langfristig die Rechte aller Generationen, lässt uns von den Älteren lernen und auch ihre Bedürfnisse kennen, wenn sich die Verhältnisse durch die Zeit verschieben.”
Details zur Umfrage „Generation Digital: Sicher aufwachsen im Netz“ von August 2025
In der Studie, die 1.005 Personen aus Österreich befragt hat, zeigen sich gemischte Meinungen zur digitalen Kindheit: Etwa die Hälfte sieht das Aufwachsen mit digitalen Medien positiv und sicher, die andere Hälfte sieht es als schwierig oder belastend.
Besonders kritisch werden die vielen digitalen Eindrücke genannt. Risiken wie unangemessene Inhalte, Mobbing und psychische Belastungen werden von vielen als problematisch empfunden. 66,2 % nennen zu viel Medienkonsum als größte Herausforderung, 57,1 % problematische Inhalte und 55,9 % den sozialen Druck.
Auf der anderen Seite erkennen viele auch Vorteile: 62,4 % schätzen den leichteren Zugang zu Wissen, 59,5 % sehen es positiv, dass Kinder schon früh mit Technik umgehen können. Trotzdem sind fast 50 % der Meinung, dass die Risiken überwiegen – nur 12,3 % glauben, dass Kinder online wirklich sicher sind.
Die Studie zeigt klar, dass Eltern und Familien mehr Unterstützung brauchen. Fast die Hälfte der Eltern wünscht sich strengere Regeln für Online-Plattformen und bessere Alterskontrollen (49,5 % bzw. 38,8 %). Auch Schulen sollen mehr Medienbildung anbieten – das wollen über 54 % der Befragten.
Insgesamt zeigt die Studie, dass Kinder und Jugendliche heute zwischen großen Chancen und Herausforderungen im digitalen Raum leben. Politik, Schulen und Plattformen sind gefordert, sicherere und kindgerechte digitale Umgebungen zu schaffen.
Petition „Online sicher – für jedes Kind“ – jetzt einfach unterschreiben unter unicef.at/petition
UNICEF Österreich ruft dazu auf, die Petition „Online sicher – für jedes Kind“ zu unterstützen. Ziel ist es, dass Kinder und Jugendliche sicher und selbstbestimmt online unterwegs sein können. Gefordert werden:
- Mehr digitale Bildung, damit jedes Kind lernt, sicher mit Internet und sozialen Medien umzugehen.
- Bessere technische Schutzmaßnahmen für Kinder, die die Kinderrechte respektieren.
- Mehr Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen bei der Entwicklung von Lösungen.
Für Redaktionen
Zur Umfrage in Österreich
Die Ergebnisse basieren auf einer Online-Umfrage des Marketagent Instituts. Zwischen 11. und 19. August 2025 haben 1.005 Personen im Alter zwischen 14 und 75 Jahren aus ganz Österreich teilgenommen. Die Stichprobe wurde so angepasst, dass sie die österreichische Bevölkerung gut widerspiegelt. Die Gruppen teilen sich in folgende Altersklassen auf: 7,5 % sind 14-19 Jahre alt, 15,4 % 20-29 Jahre, 17,7 % 30-39 Jahre, 16,8 % 40-49 Jahre, 19,1 % 50-59 Jahre, 16,4 % 60-69 Jahre und 7 % 70-75 Jahre.
Zur internationalen Umfrage in Großbritannien, USA, Polen, Frankreich und den Niederlanden: „Eltern sprechen über Online-Sicherheit“
Die internationalen Ergebnisse zeigen, dass die Sorgen um die Sicherheit von Kindern im Internet in vielen Ländern sehr ähnlich sind. Politische Unterschiede spielen kaum eine Rolle – Eltern aller Parteien machen sich Sorgen. Viele fühlen sich überfordert, wenn sie versuchen, digitale Grenzen zu setzen. Über ein Drittel berichtet regelmäßig von Konflikten bei Regeln wie Bildschirmzeitbegrenzung. Der Alltag mit digitalen Medien wird als belastend empfunden.
Viele Eltern wünschen sich klare politische Regeln und strengere Vorgaben für Online-Plattformen. Besonders beliebt sind Maßnahmen wie bessere Altersprüfungen, stärkere Kontrolle von Algorithmen und das schnelle Löschen von expliziten Bildern von Kindern.
Weitere Informationen zur Studie finden Sie unter: moreincommon.com/parents-talk-online-safety
Rückfragen
Österreichisches Komitee für UNICEF
Mag. Lisa Heidegger-Haber, MA
Telefon: +43 660 34 83 653
E-Mail: presse@unicef.at
Website: https://unicef.at
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