Österreich sieht sich mit einem zunehmenden Brain Drain konfrontiert: Hochqualifizierte Wissenschafterinnen und Wissenschafter verlassen das Land, um im Ausland zu forschen und zu arbeiten. Dabei stehen sie oft vor einem entscheidenden Hindernis – der Notwendigkeit, ihre österreichische Staatsbürgerschaft zugunsten einer anderen aufzugeben.
Die österreichischen Staatsbürgerinnen und Staatsbürger, die ihren Lebensmittelpunkt für Forschungszwecke ins Ausland verlegen, sehen sich häufig mit restriktiven Regelungen konfrontiert, welche die gleichzeitige Anerkennung mehrerer Staatsbürgerschaften erschweren. Diese Renunciation der eigenen Staatsbürgerschaft kann sowohl persönliche als auch berufliche Konsequenzen haben und wirkt abschreckend.
Für ein innovatives Wissenschaftssystem ist die Mobilität von Forschenden essenziell. Die internationale Vernetzung, der Austausch von Know-how und der Zugang zu erstklassigen Forschungsmitteln fördern wissenschaftlichen Fortschritt. Die Verweigerung einer doppelten Staatsbürgerschaft kann daher kontraproduktiv sein, weil sie den Verbleib hochqualifizierter Fachkräfte erschwert und Österreich langfristig an Innovationskraft verliert.
Studien zeigen, dass Länder mit flexibleren Staatsbürgerschaftsgesetzen – wie Deutschland oder Kanada – ihre Expertinnen und Experten besser an sich binden können und damit von einem stabilen Wissens- und Innovationsnetzwerk profitieren. Eine Reform der österreichischen Staatsbürgerschaftspolitik im Bereich der Wissenschaft könnte somit einen wichtigen Beitrag leisten, um Brain Drain entgegenzuwirken und die Forschungslandschaft nachhaltig zu stärken.
Das Problem ist kein rein bürokratisches: Es verdeutlicht die Notwendigkeit, in der globalen Wissensgesellschaft politische Rahmenbedingungen zu schaffen, die nicht nur Abwanderungen erschweren, sondern attraktive Anreize für Rückkehrer und internationale Talente bieten.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die doppelte Staatsbürgerschaft für Forschende nicht nur eine persönliche Erleichterung darstellt, sondern auch ein strategisches Instrument zur Sicherung der wissenschaftlichen Exzellenz Österreichs ist.

Weiterführende Links
- https://www.bmbwf.gv.at/Themen/Innovation/Forschung.html
- https://www.oesterreich.gv.at/themen/dienstleistungen/13/Seite.520020.html
- https://science.orf.at/stories/3202535/
- https://www.bmbwf.gv.at/Themen/Service/Buergerinnen-und-Buerger/Staatsbuergerschaft.html