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Samariterbund fordert klare Reformschritte in der Personenbetreuung

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Als einer der führenden Anbieter von Pflege- und Betreuungsdienstleistungen in Österreich fordert der Samariterbund eine rasche und substanzielle Weiterentwicklung der Personenbetreuung, der sogenannten 24-Stunden-Betreuung. Trotz einzelner Fortschritte fehlen aus Sicht des Samariterbundes nachhaltige strukturelle Verbesserungen.

„Pflege zu Hause ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Versorgungssystems. Wenn wir Qualität sichern und Menschen echte Wahlfreiheit ermöglichen wollen, müssen Förderung, Kontrolle und rechtliche Rahmenbedingungen endlich an die Realität angepasst werden. Der Samariterbund ist bereit, seine Expertise in die laufenden politische Gespräche einzubringen“, betont Andreas Balog, Geschäftsführer des Samariterbundes.

Der Samariterbund legt dazu konkrete Forderungen zur Sicherung qualitätsvoller Pflege und Betreuung zu Hause vor.

Qualität sichern – Kontrolle stärken

Der Samariterbund bekennt sich zur verpflichtenden Begleitung des Betreuungssettings durch diplomiertes Pflegepersonal. Qualität müsse nicht nur eingefordert, sondern auch tatsächlich sichergestellt werden. Dazu braucht es

  • den Ausbau von Qualitätskontrollen durch Pflegefachpersonal mittels Einführung einer zweckgebundenen Förderung
  • die konsequente Kontrolle des bestehenden Rechtsrahmens, v. a. der Standes- und Ausübungsregeln für Vermittlungsagenturen.

Ein Gütesiegel allein ist für uns kein Garant für Qualität. Maßgeblich sind die Einhaltung und die Kontrolle der gesetzlichen Vorgaben wie etwa zur Preistransparenz, welche schon jetzt in den Standes- und Ausübungsregeln festgeschrieben ist.

Mehrfachbetreuung rechtssicher machen

Großes Potenzial sieht der Samariterbund in der Mehrfachbetreuung, bei der Personenbetreuer:innen mehrere Menschen in getrennten Haushalten versorgen. Dieses Modell könne die Lücke zwischen mobilen Diensten und ganztägiger Betreuung schließen, Effizienz steigern und Betroffene finanziell entlasten.

Aktuell bestehen jedoch rechtliche Unsicherheiten, etwa bei der Delegation pflegerischer Tätigkeiten, zudem fehlen bundesweit einheitliche Rahmenbedingungen bei der Förderung. Hier braucht es rasch klare, praktikable Regelungen.

Förderung an die Lebensrealität anpassen

Aufgrund hoher Inflation und gestiegener Pensionen verlieren immer mehr Menschen den Anspruch auf Förderung, obwohl ihre reale Kaufkraft nicht entsprechend gewachsen ist.

Der Samariterbund fordert daher:

  • die Anhebung der Einkommensgrenze von derzeit 2.500 Euro auf mindestens 3.500 Euro
  • eine generelle Erhöhung der Förderhöhe
  • eine jährliche Valorisierung analog zum Pflegegeld

Der Samariterbund appelliert an die Bundesregierung, die Personenbetreuung strukturell weiterzuentwickeln; das ist im Interesse der betreuten Menschen, ihrer Angehörigen und der Betreuer:innen.

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