Informatik ist Allgemeinbildung – durchgängig, eigenständig, maturabel
informatik_austria begrüßt den Vorschlag des Bildungsministeriums, in der AHS-Oberstufe das Fach Informatik und Künstliche Intelligenz einzuführen. Damit greift das Ministerium zentrale Herausforderungen des 21. Jahrhunderts auf und setzt ein wichtiges Signal: Bildung soll junge Menschen befähigen, sich in einer digital geprägten Welt souverän, kritisch und gestaltend zu bewegen.
Die Einführung eines eigenen Fachs Informatik und KI mit drei Wochenstunden ist ein klarer Fortschritt. Informatik wird damit sichtbar als eigenständiger Bildungsbereich anerkannt – ein notwendiger Schritt, um Österreich auf die Überholspur der digitalen Entwicklung zu bringen und die Basis für technologische und wirtschaftliche Souveränität zu legen.
Gleichzeitig ist klar: Drei Wochenstunden können nur ein Einstieg sein. Digitale Systeme, Algorithmen und Künstliche Intelligenz prägen heute nahezu alle Bereiche von Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Alltag. Informatik ist dabei keine bloße Anwendungskompetenz und kein „Tool-Fach“, sondern eine eigenständige wissenschaftliche Disziplin – vergleichbar mit Mathematik oder klassischen Sprachen. Dieser Stellenwert muss sich mittelfristig auch im zeitlichen Umfang widerspiegeln.
Der konsequente nächste Schritt sollte daher ein ab der Sekundarstufe I durchgängiges, eigenständiges und maturables Fach Informatik sein – fachlich fundiert, wissenschaftlich anschlussfähig und als Teil der Allgemeinbildung des 21. Jahrhunderts dauerhaft verankert.
Wer junge Menschen auf ein Studium, auf qualifizierte Berufe und auf verantwortungsvolle Teilhabe an einer demokratischen Gesellschaft vorbereiten will, braucht ein maturables Fach Informatik mit einem Umfang, der mit anderen Maturafächern vergleichbar ist. Nur so entsteht echte Anschlussfähigkeit an tertiärer Bildung und einen Arbeitsmarkt, der zunehmend von Software, Daten und KI geprägt ist.
Nicht zuletzt ist Informatik ein Schlüssel zur Chancengleichheit. Internationale Studien zeigen, dass ein verpflichtender, durchgängiger Informatikunterricht insbesondere Mädchen sowie Schülerinnen und Schüler aus nicht-akademischen Haushalten stärkt. Ein eigenständiges Fach reduziert Selbstselektion, fördert ein realistisches Selbstkonzept und eröffnet breiteren Gruppen den Zugang zu technischen und naturwissenschaftlichen Bildungs- und Berufswegen.
Fazit:
Wir sehen die vorgeschlagene Fächeraufteilung und die Stundenanzahl daher als guten Startpunkt, jedoch noch nicht als final erreichtes Ziel. Der konsequente nächste Schritt sollte ein vollwertiges, eigenständiges und maturables Fach Informatik sein – ab der Sekundarstufe I durchgängig geführt, wissenschaftlich anschlussfähig und als unverzichtbarer Bestandteil der Allgemeinbildung des 21. Jahrhunderts dauerhaft verankert.
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