AMS Wien mit verstärktem Fokus auf ältere Jobsuchende
Die Zahl der beim AMS Wien als arbeitslos vorgemerkten Personen ist im Jänner 2026 im Jahresvergleich um 5 Prozent auf 139.709 Personen gestiegen, die der AMS Wien Kund_innen in Schulung um 11,7 Prozent auf 33.837 Personen gesunken. Die Summe beider Gruppen ist um 1,3 Prozent (173.546 Betroffene) größer geworden.
Die Zahl der über 50-Jährigen, die arbeitslos oder in Schulung sind, ist um 5,2 Prozent gewachsen, die der unter 25-Jährigen hingegen um 0,9 Prozent gesunken.
„Die Entwicklung bei der Jugendarbeitslosigkeit freut uns, zugleich müssen wir den älteren Jobsuchenden jetzt unsere volle Aufmerksamkeit widmen“, sagt AMS-Wien-Vizechefin Katharina Luger. „Wenn der Wirtschaftsmotor nach einer längeren Rezession wieder anspringt, profitieren zuerst die Jungen, während es die über 50jährigen, die in der Durststrecke den Job verloren haben, schwerer haben.“
Zusätzlich zur bestehenden Joboffensive 50+ von AMS Wien und waff übernimmt das AMS Wien nun auch bei Neueinstellungen von Personen über 55 Jahren für mehrere Monate einen großen Teil der Lohn- und Lohnnebenkosten – vorausgesetzt, dadurch wird eine längere Arbeitslosigkeit beendet. Dabei gilt: Je älter die Person, desto großzügiger die Förderung. „So tragen wir etwa für eine 58jährige Frau, die drei Monate arbeitslos war, neun Monate lang knapp zwei Drittel des Gehalts bei einer Neueinstellung – damit hat sie einen enormen Startvorteil gegenüber Jüngeren, die es leichter haben“, sagt Luger. Die Bemessungsgrundlage der Förderung ist gedeckelt.
„Wir setzen aber auch bei Sozialökonomischen Betrieben, die durch befristete Stellen eine Brücke in den ersten Arbeitsmarkt legen, einen Schwerpunkt für ältere Arbeitnehmer“, sagt Luger. Und nicht zuletzt werden im Zentrum für Kompetenz und Erfahrung des AMS Wien Menschen über 55 bis zu 12 Monate lang begleitet und beim Wiedereinstieg unterstützt.
„Menschen über 50 waren oft jahrzehntelang beschäftigt, sie sind wertvoll, weil sie Erfahrung, Wissen und Loyalität mitbringen“, sagt Luger. „Dazu kommt: Ihre Arbeitsmarktintegration ist im demografischen Wandel besonders wichtig – für das Pensionssystem ebenso wie für den entstehenden Arbeitskräftebedarf.“
Nach wichtigen Branchen betrachtet, hat die Arbeitslosigkeit im Einzelhandel um 9 Prozent zugenommen, in der Warenproduktion um 6,2 Prozent, in Hotellerie und Gastronomie um 3,2 Prozent sowie im Bau um 5,8 Prozent.
Die Anzahl der dem AMS Wien neu gemeldeten offenen Stellen betrug im Jänner 13.215 (minus 2,6 Prozent), die Anzahl der aktuell offenen Lehrstellen 590 (minus 12,6 Prozent).
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