Black History Month: Weltmuseum Wien widmet sich im Februar Schwarzer Geschichte
Der Black History Month hat seinen Ursprung in den Vereinigten Staaten und wurde im Februar 1976 ins Leben gerufen, um die Errungenschaften und die Geschichte der Afroamerikanerinnen und Afroamerikaner zu zelebrieren. Seitdem hat der Black History Month weltweit an Bedeutung gewonnen.
Auch das Weltmuseum Wien rückt im Februar wieder Schwarze Geschichte, afrikanische Perspektiven und dekoloniale Fragen ins Zentrum seines Angebots. Eine Podiumsdiskussion, eine Buchpräsentation sowie Spezialführungen und (Tanz-)Workshops laden Besucherinnen und Besucher jeden Alters ein, koloniale Narrative und Formen historischer Erinnerung kritisch zu hinterfragen.
Das Spezialprogramm startet am 7. Februar mit dem Kinder-Workshop „Ein Bild von Afrika made in Europe“ und der Themenführung „Geschenkt, getauscht, gekauft, gestohlen“ für Erwachsene, in denen das europäische Afrikabild und Erwerbsgeschichten von Objekten unter die Lupe genommen werden, um neue Perspektiven zu eröffnen.
Höhepunkte im Black History Month im Weltmuseum Wien:
Auswahl der Erinnerung: Was kommt ins Museum? – Podiumsdiskussion am 10. Februar um 18:30 Uhr
Dieses Public Forum untersucht, wie afrikanische und Schwarze Geschichte in ethnografischen und Weltmuseen Einzug hält oder aus ihnen ausgeschlossen wird und wer die Macht hat, zu entscheiden, was gesammelt, ausgestellt und in Erinnerung behalten wird.
Mit dabei sind die Erziehungswissenschaftlerin und Queer-Theoretikerin Dshamilja Adeifio Gosteli, die Künstlerin und Kuratorin Marina Gržinić, der Journalist und Medienexperte Simon Inou sowie Henrie Dennis, die neue Kuratorin der Afrikasammlungen am Weltmuseum Wien.
Die Expertinnen und Experten diskutieren darüber, wie das Museum als Institution von kolonialen Wissensformen, Ausbeutungspraktiken und langjährigem Schweigen geprägt ist. Kuratorische Praxis, Wissenschaft und gelebte Erfahrung werden betrachtet. Es wird außerdem hinterfragt, wie Museen über symbolische Gesten der Inklusion hinaus zu dekolonialer Rechenschaftspflicht, ethischen Formen der Repräsentation und geteilter Autorität bei der Gestaltung des historischen Gedächtnisses gelangen können.
Sprache: Deutsch & Englisch | Kosten: Museumseintritt | Anmeldung: erforderlich | Ort: WMW Forum
Deep Dive: BIPOC-Fotografinnen und Fotografen im Fokus – am 18. Februar, 16:30 Uhr
Hanin Hannouch, Kuratorin der Sammlung analoge und digitale Medien: Film, Ton, Fotografien im Weltmuseum Wien, befasst sich in dieser Spezialführung mit der Frage, wie sichtbar Fotografinnen und Fotografen aus dem globalen Süden in der Fotosammlung des Weltmuseum Wien sind.
Die Fotosammlung des Weltmuseums Wien enthält nur zwei Fotos eines schwarzen Künstlers aus einem Land des afrikanischen Kontinents: eine davon, die Aufnahme des nigerianischen Fotografen Jonathan Adagogo Green (1873–1905) zeigt den König von Benin, der während der britischen Strafexpedition von 1897 gefangen genommen wurde. Während Tausende und Abertausende von Fotografien in der Sammlung jede Ecke des afrikanischen Kontinents abbilden, wurden – mit Ausnahme von Greens Bildern – fast alle von Fotografinnen und Fotografen aufgenommen und/oder gesammelt, die sich als Weiß identifizierten.
Der singuläre Status dieser Bilder ist somit ein Hinweis auf die Machtasymmetrien und das Ungleichgewicht in der Repräsentation, die den Kern der Sammlung ausmachen und die auch in ihrem Ökosystem spürbar sind.
Sprache: Deutsch | Kosten: Ꞓ 9 + Museumseintritt | Führungsticket: online | Ort: WMW Forum
Malangatana. The Eye of the Crocodile – Buchpräsentation am 24. Februar, 18:30 Uhr
„Malangatana. The Eye of the Crocodile“ ist der Titel der ersten umfassenden Monografie des britischen Autors Richard Gray über den mosambikanischen Maler und Bildhauer Malangatana Ngwenya, mit dem er auch befreundet war. Richard Grays Werk bietet neue Einblicke in das Leben und künstlerische Schaffen eines bahnbrechenden Künstlers, der dazu beigetragen hat, den historischen Prozess in Gang zu setzen, durch den westliche Kunst und Kultur nicht mehr Universalität beanspruchen können.
Am 24. Februar stellt Gray sein Buch über den Künstler vor und spricht über Afrika und die Moderne, Kunst, antikoloniale Geschichte und persönliche Erinnerungen. Minna Antova, Veronika Berger, Polana Caniço, Gerd Haslinger und Inge Jäger erinnern an den Künstler bzw. sein Werk in Österreich. Der Abend wird am Klavier begleitet von John Ntsepe aus Südafrika.
Sprache: Deutsch / Englisch | Kosten: Museumseintritt | Anmeldung: erforderlich | Ort: WMW Forum
Offener Tanzworkshop für alle ab 12 Jahren – 27. Februar, 16:30 Uhr
Offener Afro-American Social Dances Tanzworkshop in Kooperation mit Tanz die Toleranz. In diesem Workshop werden alle Interessierten unabhängig von ihrer Herkunft, ethnischen Zugehörigkeit und Religion unter Anleitung gemeinsam zu Funk- und House-Musik tanzen. Ein Moment des Bewusstseins, des Teilens und des Austauschs.
Vorkenntnisse sind nicht nötig, nur die Lust am Tanzen und an der Bewegung mit anderen.
Kosten: kostenlos | Anmeldung: erforderlich unter info@tanzdietoleranz.at oder telefonisch unter +43 (0)1367 2554 | Ort: WMW Forum
Das gesamte Black History Month-Programm im Weltmuseum Wien finden Sie hier.
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