Teure Schule, vererbte Armut: Volkshilfe fordert endlich kostenfreie Schule | Brandaktuell - Nachrichten aus allen Bereichen

Teure Schule, vererbte Armut: Volkshilfe fordert endlich kostenfreie Schule

0 39

Seit Jahren unterstützt die Volkshilfe mit ihrem Bildungsfonds armutsgefährdete Kinder und Jugendliche finanziell. Auch im letzten Jahr wurden wieder 80.000 Euro für die Förderung von schulbezogenen Ausgaben an Familien vergeben. Ein Blick in die Zahlen des Bildungsfonds bestätigt, es sind die größten Hürden für Haushalte im unteren Einkommensdrittel und ganz besonders für Alleinerziehende.

Die Top drei Ausgaben der Eltern zeigen, was im Schulsystem problematisch ist: Fast ein Viertel der Ausgaben (23 Prozent) musste für Unterrichtsmaterialien aufgewendet werden. Gefolgt von 19 Prozent für schulbezogene Veranstaltungen. Auch die Betreuungskosten schlagen mit 13 Prozent der Ausgaben zu Buche.

„Ausgaben für Computer, Unterrichtsmaterialien, Schulveranstaltungen, Exkursionen, Ausflüge, Kopierbeiträge und, und, und. Für armutsgefährdete Familien ist die lange Liste an Ausgaben besonders belastend. Sie müssen 15 Prozent ihres Haushaltseinkommens für Schulkosten aufbringen. Im Vergleich dazu müssen Haushalte im oberen Einkommensdrittel nur fünf Prozent ausgeben. Das zeigt deutlich, wie Schulkosten in Österreich zu Bildungsungleichheiten beitragen“, so Ewald Sacher, Präsident der Volkshilfe Österreich.

Die aktuellen Referenzbudgets für Kinder und Jugendliche rechnen vor, dass die Schulkosten pro Jahr bei 408 Euro (Kind sieben Jahre) bzw. 636 Euro liegen (Jugendliche 14 Jahre). Da sind Ausgaben für Sonderförderbedarf, Nachhilfe und Nachmittagsbetreuung noch nicht einmal berücksichtigt.

„In Österreich braucht es bis zu fünf Generationen, um aus der Armut hinauszuwachsen. Unser Schulsystem trägt seinen Teil dazu bei, dass Armut vererbt wird. Was wir als Volkshilfe seit Jahren fordern, ist eine Schule, die endlich wirklich kostenfrei ist. Eine Kindergrundsicherung könnte mit dem Ausbau kinder-spezifischer Infrastruktur dazu beitragen. Es ist höchste Zeit, das anzugehen“, so Sacher abschließend.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
(C) Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender. Volkshilfe Österreich

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.