WKÖ-Danninger zur Beschäftigung Älterer: brauchen Anreize statt Bestrafung
„Die Unternehmen sehen zunehmend, dass erfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gebraucht werden. Weitere Belastungen der Betriebe etwa durch ein Bonus-Malus-System sind insbesondere in einer konjunkturell schwierigen Situation aber der falsche Weg. Außerdem wissen wir, dass Anreize deutlich besser wirken. Einem Bestrafungssystem erteilen wir eine klare Absage“, reagiert Jochen Danninger, Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), auf den neuerlichen Ruf der Arbeiterkammer nach einem Bonus-Malus-System für die Beschäftigung älterer Mitarbeiter.
Dass in den Betrieben bereits ein Umdenken stattfindet und Ältere zunehmend geschätzt werden, zeigen auch die Zahlen des AMS: Trotz schwacher Konjunktur steigt die Beschäftigung älterer Frauen, nicht zuletzt aufgrund der schrittweisen Erhöhung des gesetzlichen Pensionsalters für Frauen. Insgesamt sind 90% der berufstätigen Frauen im Alter von 60+ in Beschäftigung. „Der Arbeitsmarkt nimmt die Erhöhung des Frauenpensionsalters also gut auf“, so Danninger.
In Summe braucht es Danninger zufolge vor allem einen Mix aus mehr Prävention und jener Arbeitsmarktinstrumente, die sich als besonders wirksam herausgestellt haben. Bei der Prävention geht es sowohl um betriebliche Maßnahmen, die altersgerechtes Arbeiten fördern, als auch um die Förderung von gesundheitsbewusstem Verhalten. Als besonders erfolgreiches Arbeitsmarktinstrument hat sich in erster Linie die Eingliederungsbeihilfe herausgestellt, ein befristeter Lohnkostenzuschuss für Betriebe, die Arbeitslose mit Vermittlungsproblemen einstellen wie z.B. Langzeitarbeitslose oder ältere Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen.
„Die Eingliederungsbeihilfe hat sich als das einzig wirklich wirksame Instrumente zur Wiedereingliederung von Personen im Alter von 55+ erwiesen. Wir begrüßen daher, dass die Regierung im Rahmen der Aktion 55+ das bewährte Instrument verstärkt einsetzen will. Gerade angesichts der demografischen Entwicklung liegt es auf der Hand, dass wir solche positiven Anreize brauchen und keine Bestrafungen, die den Betrieben zusätzliche Bürokratie und Belastungen bringen“, so Danninger. (PWK023/DFS)
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