Zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust 2026: ORF-Schwerpunkt mit Dokus, Filmen, Interviews, Radiofeatures | Brandaktuell - Nachrichten aus allen Bereichen

Zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust 2026: ORF-Schwerpunkt mit Dokus, Filmen, Interviews, Radiofeatures

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Dem Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust am 27. Jänner 2026 widmet der ORF neben aktueller Berichterstattung in den Nachrichtenformaten bereits ab 17. Jänner einen umfangreichen Programmschwerpunkt in ORF 1, ORF 2, ORF III, 3sat, ORF ON und Ö1.

ORF-Fernsehen: Gedenkveranstaltung, „betrifft: uns“, „kreuz & quer“, „dokFilm“, „Universum History“, „Menschen & Mächte“, „zeit.geschichte“, „Die Fälscher“, „Die Wannseekonferenz“, „Hasenjagd“, „Murer – Anatomie eines Prozesses“ u. v. m.

Bereits am Samstag, dem 17. Jänner, startet das ORF-Fernsehen mit einer neuen Ausgabe der Reihe „betrifft: uns – Reportagen ohne Filter“ (13.15 Uhr, ORF 2; Dacapo: Mittwoch, 21. Jänner, 23.10 Uhr, ORF 1) von Melanie Dzambazov zum Thema „Holocaust-Erinnerung in der Krise? – Zwischen Social Media, Gaza & Migration“. Die Erinnerungskultur hat sich im Laufe der Zeit immer wieder verändert und steht jetzt vor neuen Herausforderungen. Die letzten Zeitzeuginnen und Zeitzeugen sterben, der Krieg in Gaza schafft neue Spannungsfelder, und in österreichischen Klassenzimmern sitzen heute Kinder und Jugendliche mit sehr unterschiedlichen Hintergründen – viele mit eigenen Erfahrungen von Flucht, Verlust und Vertreibung. Wie sprechen wir heute – in einer so diversen Gesellschaft – über den Holocaust? Wie beantworten junge Menschen die Frage: Was hat das mit mir zu tun? Wo stößt Erinnerungsarbeit an ihre Grenzen? Und: Ist es heute schwieriger, den Holocaust zu vermitteln?

In Robert Gokls „Menschen & Mächte“-Dokumentation „Anne Franks Wiener Stiefschwester“ (Freitag, 23. Jänner, 22.30 Uhr) aus dem Jahr 2020 erzählt die erst am 3. Jänner 2026 verstorbene Zeitzeugin Eva Schloss, geborene Geiringer, aus ihrem Leben und von ihrer Zeit als Teenager im KZ Auschwitz, das sie – im Gegensatz zu ihrer berühmten Stiefschwester Anne Frank – überlebte.

Die Neuproduktion „kreuz & quer nah dran: Erinnern und Gedenken ohne Zeitzeugen“ (Sonntag, 25. Jänner, 12.30 Uhr, ORF 2; Dacapos: Dienstag, 27. Jänner, 23.50 Uhr, ORF 2, und Mittwoch, 28. Jänner, 9.00 Uhr, ORF III) befasst sich mit der Frage, wie ein lebendiges Erinnern stattfinden bzw. wie die Geschichte wachgehalten werden kann, ohne jene Stimmen, die sie selbst erlebt haben. Karoline Thaler und Mariella Kogler tauchen dafür ein in die Lebensgeschichte von Harry Merl – Holocaust-Überlebender, Psychiater und Psychotherapeut, der als Vater der Familientherapie in Österreich gilt. Dessen Enkel und Sohn sind Teil des Projekts „Nachkommen erzählen“. Sie gehen an Schulen und tragen so die (Über)-Lebensgeschichte von Harry Merl weiter, der – heute 91 Jahre alt – in einem Pflegeheim in Oberösterreich lebt und aufgrund seiner Demenzerkrankung das Geschehen nicht mehr selbst weitererzählen kann.

Die „dokFilm“-Premiere „Weltkarriere einer Lüge – Die Protokolle der Weisen von Zion“ (Sonntag, 25. Jänner, 23.05 Uhr, ORF 2) von Felix Moeller widmet sich dem zu Beginn des 20. Jahrhunderts veröffentlichten gleichnamigen antisemitischen Pamphlet russischer Herkunft, beleuchtet seine Wirkungsgeschichte sowie den Einfluss auf Diktatoren und Autokraten von Hitler bis Putin, auf rechtsextremistische und islamistische Netzwerke sowie auf populärkulturelle Trends.

Live aus Polen überträgt ein „ORF III AKTUELL Spezial“ das „Holocaust-Gedenken in Auschwitz“ (Dienstag, 27. Jänner, 15.45 Uhr): Am Gelände des ehemaligen Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau findet eine internationale Gedenkveranstaltung anlässlich des 81. Jahrestags der Befreiung des KZ statt, an der neben Zeitzeuginnen und Zeitzeugen zahlreiche Ehrengäste teilnehmen werden. ORF-III-Moderator Philipp Maiwald begrüßt namhafte Kommentatorinnen und Kommentatoren live im Studio.

Ebenfalls am 27. Jänner gibt eine neue „kreuz & quer“-Ausgabe Einblicke in „Das Tagebuch des Abbé Stock“ (23.05 Uhr, ORF 2): Im Mittelpunkt steht der deutsche Priester Franz Stock, der während des Zweiten Weltkriegs als Kriegspfarrer in Paris lebte und trotz des Verbots Tagebuch führte, in dem er auch über Prozesse und Hinrichtungen durch die Besatzung der Nazis schrieb. Damit befasst sich die Doku auch mit der NS-Geschichte Frankreichs und dem lokalen Widerstand.
Auf das anschließende Dacapo von „kreuz & quer nah dran: Erinnern und Gedenken ohne Zeitzeugen“ (23.50 Uhr) folgt das von Regisseur und Drehbuchautor Stefan Ruzowitzky inszenierte und 2008 Oscar-prämierte österreichische NS-Drama „Die Fälscher“ (0.20 Uhr) rund um die NS-„Operation Bernhard“, eine der größten Geldfälschungsaktionen der Geschichte – mit u. a. Karl Markovics und August Diehl.

Eine Ausgabe der „zeit.geschichte“-Reihe „Gerechte unter den Völkern“ (Mittwoch, 28. Jänner, 23.20 Uhr, ORF III) würdigt die Medizinerin und Juristin Ella Lingens für ihre Courage und Menschlichkeit. Die Österreicherin, die während der Reichspogromnacht Juden versteckte und dafür ins KZ Auschwitz deportiert wurde, nutzte dort ihre privilegierte Stellung, um Mithäftlinge vor der Vernichtung zu bewahren.
Schon in der Früh desselben Tages zeigt ORFIII das bereits erwähnte Dacapo der „kreuz & quer nah dran“-Ausgabe zum Thema „Erinnern und Gedenken ohne Zeitzeugen“ (9.00 Uhr).

ORF III zeigt außerdem am Freitag, dem 30. Jänner, zwei Spielfilmproduktionen, die die unbeschreiblichen Verbrechen der NS-Zeit verdeutlichen: Zunächst steht Matti Geschonnecks vielfach preisgekröntes und vom ORF kofinanziertes Drama „Die Wannseekonferenz“ (20.15 Uhr) aus dem Jahr 2021 auf dem Programm, das das am 20. Jänner 1943 abgehaltene Geheimtreffen hochrangiger NS-Repräsentanten zwecks Planung der als „Endlösung der Judenfrage“ betitelten Ermordung von Millionen Jüdinnen und Juden nachzeichnet. Anhand von Adolf Eichmanns Besprechungsprotokollen wird die Debatte in all ihrer Unmenschlichkeit und Härte originalgetreu nachgestellt. Teil der hochkarätigen Besetzung sind u. a. die österreichischen Schauspieler Philipp Hochmair und Simon Schwarz. Anschließend thematisiert das vom ORF im Rahmen des Film/Fernseh-Abkommens kofinanzierte und 1994 produzierte Drama „Hasenjagd – Vor lauter Feigheit gibt es kein Erbarmen“ (22.05 Uhr) von Andreas Gruber ein grausames Kapitel des letzten Kriegsjahres – eine Fluchtaktion aus dem Konzentrationslager Mauthausen in Februar 1945, die aufgrund der darauffolgenden Ereignisse als „Mühlviertler Hasenjagd“ – eine Hetzjagd der Nazis und der Zivilbevölkerung auf 150 Entflohene, von denen nur elf überlebten – traurige Berühmtheit erlangte. In dem preisgekrönten Spielfilm sind u. a. Elfriede Irrall, Rainer Egger, Oliver Broumis und Merab Ninidze zu sehen.

ORF 2 erzählt am 30. Jänner mit dem 2021 entstandenen „Universum History“-Doku-Drama „Die Rothschild-Saga – Aufstieg, Glanz, Verfolgung“ (22.35 Uhr) von Klaus T. Steindl die Geschichte einer der mächtigsten Bankiersfamilien des 19. Jahrhunderts, die repräsentativ für das Schicksal vieler wohlhabender jüdischer Familien am Vorabend des Zweiten Weltkriegs ist. Der Film begibt sich auf die Spuren der Dynastie aus der historischen Perspektive einer Frau: Miriam Rothschild (verkörpert von Alina Fritsch), angesehene Wissenschafterin des 20. Jahrhunderts – eine Geschichte von Aufstieg, Emanzipation und Glanz, aber auch von Diskriminierung, Isolation und Ausbeutung.
Die „Universum History“-Neuproduktion „Vom Paradies in die Hölle – Schwarze Menschen im Nationalsozialismus“ am 6. Februar (22.35 Uhr) von Jermain Raffington und Stefanie Daubek schildert erstmals die außergewöhnliche Überlebensgeschichte des Lionel Romney, eines afro-karibischen Seemanns, der 1944 ins Konzentrationslager Mauthausen deportiert wurde. Jahrzehnte nach dem Krieg vertraute er seine Erlebnisse seiner Tochter Mary an. Ihre Spurensuche – von der Karibik über Italien bis nach Österreich – spannt den dramaturgischen Bogen des Films.

Am Sonntag, dem 1. Februar, widmet sich Christian Froschs mehrfach preisgekröntes Doku-Drama „Murer – Anatomie eines Prozesses“ (23.05 Uhr, ORF 2) einem der größten Justizskandale der Zweiten Republik. In der vom ORF im Rahmen des Film/Fernseh-Abkommens kofinanzierten und auf den originalen Gerichtsprotokollen basierenden Produktion verkörpert Karl Fischer den ehemaligen SA-Führer Franz Murer, Leiter des Ghettos von Vilnius von 1941 bis 1943. Zu seinem Prozess in Graz im Jahr 1963 reisen Holocaust-Überlebende an, um als Zeugen auszusagen. Die Beweislage ist erdrückend. Dennoch wird Murer unter Beifall der Bevölkerung freigesprochen.

Schwerpunkt in 3sat: „Das jüdische Wien – mit Danielle Spera“, „Ein jüdisches Leben“ mit Marko Feingold und „Die drei Gerechten“ – Oswald Bouska, Julius Madritsch und Raimund Titsch

3sat zeigt u. a. den Doku-Zweiteiler „Das jüdische Wien – mit Danielle Spera“ (Samstag, 24. Jänner, 10.45 und 11.30 Uhr). Darin führt die ehemalige Direktorin des Jüdischen Museums Wien und frühere ORF-Moderatorin auf sehr persönliche Weise durch ihre Heimatstadt, erzählt die lange Geschichte der Jüdinnen und Juden in Wien ab dem Mittelalter, schlägt Brücken ins Heute und zeigt die vielfältige und pulsierende jüdische Lebenskultur in der Donaumetropole. Mit „Ein jüdisches Leben“ (Montag, 26. Jänner, 22.25 Uhr) folgt ein Porträt des 2019 im Alter von 106 Jahren verstorbenen Zeitzeugen und Shoah-Überlebenden Marko Feingold, der darin über sein Schicksal in der wohl dunkelsten Epoche der Geschichte spricht. Georg Ransmayrs „Menschen & Mächte“-Dokumentation „Die drei Gerechten“ (Dienstag, 27. Jänner, 23.20 Uhr) erzählt davon, wie drei Wiener – Oswald Bouska, Julius Madritsch und Raimund Titsch –, die anfangs den Nationalsozialismus mitgetragen haben, zu entschlossenen Nazi-Gegnern wurden. „betrifft: uns“ (Donnerstag, 29. Jänner, 23.40 Uhr) beschäftigt sich mit der Frage „Fühlen sich Jüdinnen und Juden in Österreich heute sicher?“. Im TV-Drama „Die Kinder der Villa Emma“ (Freitag,30. Jänner, 20.15 Uhr) bricht Nina Proll gemeinsam mit August Zirner und Ludwig Trepte in Richtung Villa Emma auf und führt Kinder und Jugendliche im Jahr 1941 auf der gefährlichen Flucht vor dem Naziterror nach Palästina. Drehbuchautorin Agnes Pluch und Regisseur Nikolaus Leytner erzählen in dem auf einer wahren Begebenheit beruhenden historischen Fernsehfilm von der Entwurzelung junger Menschen sowie vom Verlassen und Finden von Heimat.

Ö1: „Im Fokus – Religion und Ethik“, „Gedanken für den Tag“, „Betrifft Geschichte“

Am Mittwoch, dem 21. Jänner, befasst sich die Ö1-Reihe „Im Fokus – Religion und Ethik“ (16.05 Uhr) mit dem Thema „Wie werden wir uns erinnern, wenn es keine Überlebenden mehr gibt?“ und erzählt die Geschichte des Holocaust-Überlebenden Harry Merl, die Mariella Kogler auch für das Radiopublikum aufbereitet hat.
Von Montag, dem 26., bis Samstag, den 31. Jänner, spricht in den „Gedanken für den Tag“ (jeweils 6.57 Uhr, Ö1) Pia Thomasberger, Vizepräsidentin der Hochschüler:innenschaft österreichischer Roma und Romnja (HÖR) sowie Rom:nja-Aktivistin, über den „Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust“.
Philipp Mittnik, Historiker und Professor für Geschichts- und Politikdidaktik an der Pädagogischen Hochschule Wien, ist einer der Herausgeber eines neuen Buches, das sich zeithistorischen Grundlagen von Nationalsozialismus, Holocaust und Zweitem Weltkrieg widmet sowie Beispiele für die Unterrichtspraxis bereithält. Mittnik wirft aus dieser Perspektive einen Blick auf fünf ausgewählte Aspekte dieses Themenschwerpunkts und wie sich der schulische Umgang damit im Laufe der Jahrzehnte verändert hat – zu hören von Montag, dem 2., bis Freitag, den 6. Februar, in „Betrifft: Geschichte“ (jeweils15.55 Uhr, Ö1).

Holocaust-Gedenktag im ORF.at-Netzwerk und im ORF TELETEXT

Auch im Rahmen des ORF.at-Netzwerks und des ORF TELETEXT wird an die Opfer des Holocaust erinnert und über Gedenkveranstaltungen informiert. Auf ORF ON können sowohl die Sendungen des TV-Programmschwerpunkts in der eigens eingerichteten Videokollektion „Gegen das Vergessen: Gedenken an den Holocaust“ (ab Sonntag, 25. Jänner), als auch im Video-Archiv „Österreichs Zeitzeug:innen“ bereits früher ausgestrahlte Dokumentationen und berührende und sehr persönliche Erinnerungen an den Holocaust abgerufen werden.

Weitere Details zu den Sendungen des Programmschwerpunkts sind unter presse.ORF.at bzw. oe1.ORF.at abrufbar.

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