Hochwertig veredelte Lebensmittel stärken Österreichs Exportbilanz
Zum 100- jährigen Jubiläum der Grünen Woche zeigen sich Österreichs Agrarexporte als Erfolgsmodell der Veredelung: Besonders in Deutschland steigt die Nachfrage nach hochwertig verarbeiteten Lebensmitteln wie Fleischwaren, Speck, Käse, Obst- und Gemüsezubereitungen sowie Backwaren aus dem Land der Berge. Aktuelle Zahlen präsentierte die AMA-Marketing im Rahmen einer Pressekonferenz auf der Grünen Woche in Berlin. Die vorläufigen Daten von Statistik Austria (Zollkapitel 01–24) für Jänner bis September 2025 zeigen nicht nur eine langfristig positive Entwicklung, sondern auch eine spürbare Dynamik gegenüber dem Vorjahr – getragen von Qualität und Wertschöpfung.
„Es freut uns sehr zu sehen, wie stark sich Österreich im Export als Land der Veredelung positioniert. Hochwertig verarbeitete Lebensmittel treffen international – insbesondere in Deutschland – den Geschmack der Zeit und bestätigen den erfolgreichen Weg unserer Produzentinnen und Produzenten“, so Christina Mutenthaler-Sipek, Geschäftsführerin der AMA-Marketing.
Fokus auf EU-Binnenmarkt
Der Wert der gesamten Agrarexporte erhöhte sich in den ersten drei Quartalen von rund 12,6 Milliarden Euro im Vorjahr auf 13 Milliarden Euro (+3,2%). Gleichzeitig ging die Exportmenge von 8,1 auf 7,8 Millionen Tonnen zurück (-3,7%). Die Agraraußenhandelsbilanz lag im Beobachtungszeitraum bei minus 1,9 Milliarden Euro (Chart 1).
Gemeinsame Agrarpolitik, internationale Zölle und Lieferketten-Herausforderungen verstärken den intra-europäischen Handel. Nur mehr knapp 20 Prozent der Agrarexporte gehen in Drittstaaten. Der österreichische Agrarexport konzentriert sich damit klar auf den EU-Binnenmarkt (Charts 2 und 3).
Deutschland bleibt Kernmarkt
Mit rund 40 Prozent des Exportvolumens ist Deutschland weiterhin mit Abstand wichtigster Handelspartner. In den ersten neun Monaten 2025 wurden Agrarwaren im Wert von fünf Milliarden Euro exportiert – ein Plus von 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig stiegen die Importe auf 4,9 Milliarden Euro, womit eine positive Außenhandelsbilanz von 220 Millionen Euro erzielt wurde (Charts 4 und 5).
Land der Veredelung
Die Top-10-Exportprodukte unterstreichen die Kompetenz der österreichischen Exportwirtschaft in der Weiterverarbeitung und Veredelung hochwertiger Rohstoffe. Während alkoholfreie Limonaden weiterhin das Ranking anführen – allerdings mit rückläufiger Tendenz – zeigen veredelte Produkte aus Fleisch, Milch, Obst, Gemüse und Getreide deutliches Wachstum. Auch Geflügel- und Rindfleisch zählen zu den wichtigsten Exporten nach Deutschland (Chart 6).
Wurst, Speck und Käse auf Erfolgskurs
Wurst-, Schinken- und Speckwaren aus Österreich erfreuen sich in Deutschland wachsender Beliebtheit: Der Exportwert stieg um 8,8 Prozent, die Menge um 6,7 Prozent. Die Preise pro Kilogramm sind seit 2023 stabil. Auch beim Käse zeigt sich nach einem Rückgang 2024 wieder ein starkes Plus von 13 Prozent im Exportwert. Dazu trägt unter anderem die steigende Nachfrage nach proteinreichen Produkten wie SKYR bei, der im Lebensmittelkodex als Frischkäseerzeugnis gilt (Charts 7 und 8).
Schonend veredeltes Obst und Gemüse im Trend
Der Convenience-Trend stärkt die Nachfrage nach haltbaren, qualitativ hochwertigen Lebensmitteln. Fruchtsäfte, Konfitüren, eingelegtes Gemüse und weitere schonend verarbeitete Produkte aus Österreich gewinnen in Deutschland an Bedeutung. Trotz leicht rückläufiger Mengen im Jahr 2025 zeigt die längerfristige Entwicklung – insbesondere wertmäßig – klar nach oben (Chart 9).
Hoher Appetit auf Backwaren
Backwaren aus Österreich verzeichnen ein kräftiges Wachstum: Die Exporte nach Deutschland stiegen gegenüber dem Vorjahr um mehr als 20 Prozent im Wert und nahezu ebenso stark in der Menge. Besonders gefragt sind süße und salzige Snacks, Waffeln sowie Feinbackwaren. Rund zehn Prozent entfallen auf frisches Brot und Gebäck (Charts 10 und 11).
Geflügel gefragt, Rindfleisch teurer
Geflügelfleisch ist europaweit stark nachgefragt – auch aufgrund von Produktionsausfällen infolge der Vogelgrippe. Österreich exportierte trotz hoher Inlandsnachfrage drei Prozent mehr Menge nach Deutschland, der Exportwert stieg um 14 Prozent. Bei Rindfleisch sank die exportierte Menge deutlich, während höhere Preise den Exportwert dennoch um sechs Prozent steigen ließen (Charts 12 und 13).
Regionale Qualität sichtbar machen
Die Ergebnisse bestätigen aus Sicht der AMA-Marketing die Stärke Österreichs bei hochveredelten Produkten aus qualitätsgeprüften Rohstoffen. „Unser Ziel ist, wo immer möglich, die regionale Herkunft der Urprodukte und die kontrollierte Qualität mit dem AMA-Gütesiegel und AMA-Biosiegel sichtbar zu machen“, so Christina Mutenthaler-Sipek, Geschäftsführerin der AMA-Marketing. „Die AMA-Marketing unterstützt gezielt den Export österreichischer Lebensmittel und positioniert diese mit einem breiten Maßnahmenmix aus internationalen Messeauftritten, Point-of-Sale-Aktivitäten, Fachveranstaltungen sowie Medienkooperationen erfolgreich auf internationalen Märkten. Im Fokus stehen Produkte mit nachvollziehbarer Herkunft und hoher Qualität – von Milch- und Fleischprodukten bis hin zu regionalen Spezialitäten“, betont Mutenthaler-Sipek.
AMA GENUSS REGION auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin
Den Auftakt des Jahres 2026 bildet die Grüne Woche in Berlin, bei der die AMA-Marketing seit 30 Jahren die Präsentation von qualitäts- und herkunftsgesicherten Produkten aus Österreich organisiert. Vom 16. bis zum 25. Jänner 2026 präsentieren Betriebe mit dem Gütesiegel AMA GENUSS REGION auf einer Fläche von rund 500 Quadratmetern regionale Qualitätsprodukte und machen sie so für deutsche Konsumentinnen und Konsumenten erlebbar. Die Grüne Woche ist Teil des im Juli 2025 genehmigten Förderprojekts „Regionale Kulinarik – Qualitäts- und Herkunftssicherung entlang der Wertschöpfungskette“. In der Laufzeit von 2025 bis Ende 2028 werden darin umfangreiche Maßnahmen zur Stärkung der regionalen Kulinarik, zur Steigerung der Bekanntheit des anerkannten Qualitäts- und Herkunftssicherungssystems AMA GENUSS REGION sowie zur Erhöhung der Wertschätzung der qualitäts- und herkunftsgesicherten Produkte und der zertifizierten bäuerlichen Direktvermarkter, Lebensmittelmanufakturen und Gastronomiebetriebe umgesetzt. Ziel ist es, die Nachfrage und Verfügbarkeit von Produkten auf Basis national anerkannter Qualitätsregelungen nachhaltig zu erhöhen. Mehr Informationen dazu gibt es auf genussregionen.at.
Fotos und Charts: https://b2b.amainfo.at/de-at/presse-aktuelles/presse/pressemitteilungen/2026/gruenewoche26
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
(C) Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender. Agrarmarkt Austria Marketing GmbH