ABZ*AUSTRIA: Frauen werden auf dem Arbeitsmarkt weiterhin abgehängt | Brandaktuell - Nachrichten aus allen Bereichen

ABZ*AUSTRIA: Frauen werden auf dem Arbeitsmarkt weiterhin abgehängt

0 45

ABZ*AUSTRIA reagiert auf die alarmierenden Zahlen zur Arbeitslosigkeit im Dezember 2025 und fordert dringend Maßnahmen, um der besonders stark gestiegenen Arbeitslosigkeit unter Frauen entgegenzuwirken. Laut den aktuellen Daten des Arbeitsmarktservice (AMS) sind fast 435.000 Personen in Österreich arbeitslos oder in Schulung, wobei die Arbeitslosigkeit unter Frauen mit einem Anstieg von 6,6 % weit stärker gestiegen ist als bei Männern.

„Frauen sind in besonderem Maße von der steigenden Arbeitslosigkeit betroffen. Das liegt nicht nur an der Anhebung des Frauenpensionsalters und der schwierigen Lage im Handel, sondern auch an strukturellen Problemen auf dem Arbeitsmarkt. Es braucht hier neue konkrete Maßnahmen, um diese Entwicklung umzukehren und Frauen besser zu unterstützen“, erklärt Manuela Vollmann, Geschäftsführerin von ABZ*AUSTRIA.

Arbeitslosigkeit bei Frauen 50+

Ein besonders kritischer Punkt ist die zunehmende Arbeitslosigkeit unter Frauen über 50 Jahre, die unter anderem auch besonders stark von der Anhebung des Pensionsantrittsalters betroffen sind. Ältere Jobsuchende haben es am österreichischen Arbeitsmarkt generell besonders schwer. Trotz fundierter Ausbildung und jahrzehntelanger Berufserfahrung sinken ihre Chancen auf eine neue Stelle drastisch, sobald sie ihren Job verlieren – ein Problem, das vor allem Frauen betrifft. Neben strukturellen Hürden sehen sich viele der Frauen zusätzlich mit Altersdiskriminierung konfrontiert. Darauf weist auch Manuela Vollmann hin.

ABZ*AUSTRIA setzt mit dem Projekt „Aufbruch 45+“ bereits dort an, wo konkrete Hilfe notwendig ist, bei der gezielten Unterstützung älterer Arbeitnehmerinnen sowie bei ihrer Weiterqualifizierung. Doch aus Sicht Vollmanns reichen einzelne Projekte nicht aus. „Wir begrüßen die von der Bundesregierung gestartete „Aktion 55 Plus“, weil sie gezielt ältere Jobsuchende unterstützen soll. Jetzt braucht es zusätzlich ein innovatives Pilotprojekt in Zusammenarbeit mit Unternehmen, das professionell begleitet und evaluiert wird. Ziel ist es, Frauen über 50 frühzeitig Perspektiven zu eröffnen, Arbeitslosigkeit zu verhindern und ihre Kompetenzen nachhaltig weiterzuentwickeln. Ich appelliere an die Unternehmen, etwa durch flexible Arbeitszeitmodelle oder neue Beschäftigungsformen, hier mutiger zu werden, um älteren Frauen langfristig eine Chance am Arbeitsmarkt zu geben“, ergänzt Vollmann.

Qualifizierungsoffensive für zukunftsträchtige Sektoren für Frauen

Um nachhaltige Perspektiven zu schaffen, braucht es auch einen strukturellen Blick auf künftige Arbeitsfelder. Gerade wenn in traditionellen Frauenbranchen wie dem Handel die Arbeitslosigkeit steigt, sollten Frauen über gezielte Maßnahmen dabei unterstützt werden, einfacher in technische und umwelttechnische Bereiche einsteigen zu können, um die Green Jobs der Zukunft zu besetzen und dabei ihre beruflichen Perspektiven zu verbessern. Viele Unternehmen im Bereich Umwelttechnik, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit haben einen akuten Bedarf an qualifizierten Fachkräften. Diese Positionen werden jedoch häufig von Männern dominiert. Beispielhaft könnte hier bei der Förderung von Frauen in Umwelttechnikbetrieben angesetzt werden. Diese Unternehmen haben nicht nur ein stark wachsendes Marktpotenzial, sondern sie brauchen auch dringend Fachkräfte, die die Herausforderungen der Nachhaltigkeit und Energieeffizienz aktiv mitgestalten. Hier gilt es, Frauen die notwendigen technischen und wirtschaftlichen Fähigkeiten zu vermitteln, um strategische Führungspositionen im Bereich der umwelttechnischen Innovationen zu übernehmen.

Kompetenzerfassung professionalisieren

Damit Frauen überhaupt Zugang zu diesen neuen Chancen erhalten, ist eine systematische Erfassung ihrer Fähigkeiten entscheidend. Ein gezielter Kompetenzcheck für Frauen, um ihre vorhandenen Fähigkeiten und Qualifikationen sichtbar zu machen, würde dazu beitragen, dass mehr Frauen einfacher in den Arbeitsmarkt integriert werden können. Vor allem zugewanderte Frauen, verfügen oft über formal nicht zertifizierte Kompetenzen. Genau hier kann eine Kompetenzerfassungsoffensive ansetzen, um verborgenes Potenzial und Talente zu erkennen und zu fördern. „Viele arbeitslose Frauen, besonders Migrant*innen, haben wertvolle Fähigkeiten, die jedoch oftmals nicht genutzt werden. Wir brauchen mehr gezielte Programme, um diese Kompetenzen zu erfassen und weiterzuentwickeln“, sagt die Unternehmerin. Auch der Ausbau von Deutschkursen ist dringend erforderlich, um Frauen, die nicht über die notwendigen Sprachkenntnisse verfügen, die Teilnahme am Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Diese Sprachkurse müssen jedoch nicht nur die Sprache vermitteln, sondern auch methodisch und didaktisch so aufgebaut sein, dass sie den realen Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt gerecht werden.

ABZ*AUSTRIA ist eine Social-Profit-Organisation, zur Förderung von Arbeit (A), Bildung (B) und Zukunft (Z), die auf gesellschaftlichen Nutzen ausgerichtet ist und das Ziel hat, Win-Win-Situationen für alle zu schaffen. Mit rund 200 Mitarbeiter*innen in vier Bundesländern setzt sie sich für die Gleichstellung der Geschlechter auf dem Arbeitsmarkt und in der Wirtschaft ein. Jährlich profitieren bis zu 10.000 Kund*innen von innovativen Lern- und Qualifizierungsangeboten, die ihnen helfen, berufliche Herausforderungen erfolgreich zu meistern.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
(C) Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender. abz*austria

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.