Helga Krismer: Spielerschutz im NÖ Wettgesetz und gegen Gefängnisstraßen für Arme
Die Grünen im NÖ Landtag haben in der LT-Sitzung übermorgen ihren Antrag zur Reform des NÖ Wettgesetzes und werden gleichzeitig die geplante Verschärfung des Sozialhilfegesetzes teilweise ablehnen. „Wir haben hier zwei Gesetze, die aus der Zeit gefallen sind – das eine braucht dringend Modernisierung zum Schutz der Menschen, das andere eine grundlegende Kurskorrektur“, erklärt Klubobfrau Helga Krismer.
Wettgesetz: Spielerschutz statt rechtlicher Grauzone
„Heute haben wir es mit Mikrowetten zu tun, die im Schnellfeuerformat über Handy und Laptop ablaufen und massives Suchtpotential haben“, warnt Krismer. Das größte Problem: Niederösterreich ist derzeit nur für Wettanbieter zuständig, deren Server in Niederösterreich stehen. „Ausländische Anbieter umgehen jede Regulierung, während unsere Landsleute schutzlos sind.“
Der grüne Antrag sieht vor:
- Bewilligungspflicht für alle Anbieter, deren Angebot von Niederösterreicher:innen genutzt werden kann
- Senkung des Wetteinsatzes von 500 auf 100 EUR
- Monatliches Verlustlimit von 20 Prozent des Einkommens
- Biometrische Identitätsprüfung und einfache Selbstsperrmöglichkeit
- Transparente Übersicht über Gewinne und Verluste
„Es geht um fairen Wettbewerb für heimische Anbieter und vor allem um Spielerschutz“, so Helga Krismer.
Sozialhilfe: Menschen einsperren, weil sie arm sind
„Schwarz-Blau zeigt wieder einmal, dass sie kein Gefühl dafür haben, wie es Menschen in Armut geht“, kritisiert Helga Krismer die Sozialhilfe-Verschärfung. „Psychische Erkrankungen nehmen zu, die Arbeitsmarktsituation ist schwierig – und was macht diese Regierung? Sie sperrt Menschen ein, weil sie arm sind.“
Die Grünen lehnen ab:
- Halbierung der Sozialhilfe für drei Monate
- Sechsmonatige Wartefrist
- Geldstrafen bis 5.000 EUR
- Ersatzfreiheitsstrafe bis sechs Wochen
„Menschen benötigen Sozialberatung, keine Strafen“, fordert Helga Krismer. „Wir müssen mit ihnen erarbeiten: Was sind die Probleme? Gibt es eine Sucht? Eine psychische Erkrankung? Unser Menschenbild ist klar: Niemand ist gerne zu Hause und hängt den ganzen Tag auf der Couch. Man muss differenziert betrachten und sich um jede Person kümmern, die von Armut betroffen ist.“
„Die schwarz-blaue Regierung macht Symbolpolitik auf dem Rücken der Schwächsten. Die Grünen werden diesem unsozialen Gesetz nur in den wenigen akzeptablen Teilen zustimmen können“, so Helga Krismer abschließend.
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