Tschechische ORF-„matinee“: „Die Moldau – Smetanas Welterfolg“, „Der Geschmack Europas“ in Mähren
Wien (OTS) – Die „matinee“ am Sonntag, dem 24. September 2023, um 9.05 Uhr in ORF 2 setzt einen musikalischen Schwerpunkt auf Tschechien: zur Einstimmung auf ein in der Vorwoche aufgezeichnetes Auslandsgastspiel der Wiener Philharmoniker unter Jakub Hrůša im Rudolfinum in Prag, das ORF 2 in der „matinee“ am Sonntag, dem 1. Oktober, zeigt, beleuchtet die Dokumentation „Die Moldau – Smetanas Welterfolg“ die Geschichte dieses berühmten Werks des tschechischen Komponisten. Anschließend erkundet eine Ausgabe der kulturkulinarischen ORF-Reihe „Der Geschmack Europas“ (10.00 Uhr) die osttschechische Region Mähren. Auf „Die Kulturwoche“ (10.30 Uhr) mit neuen Berichten und Tipps zum heimischen Kulturgeschehen folgt zum Abschluss des von Clarissa Stadler moderierten ORF-Kulturvormittags eine Ausgabe der Reihe „Ikonen Österreichs“ (10.45 Uhr) über „Die Rudolfskrone“.
„Die Moldau – Smetanas Welterfolg“ (9.05 Uhr)
Kein Werk Friedrich Smetanas ist enger mit seiner Biografie verbunden, keines politisch aufgeladener, keines wird weltweit öfter gespielt als „Die Moldau“. Es sind Klänge, die von der tschechischen Heimat und ihrer Landschaft erzählen. Die bekannteste Tondichtung aus Smetanas Zyklus „Mein Vaterland“ ist für das tschechische Volk bis heute das Symbol seiner nationalen und kulturellen Identität.
Sogar im Konzentrationslager Mauthausen bei Linz spielten tschechische Häftlinge 1944 „Die Moldau“ als Symbol ihres ungebrochenen Überlebenswillens. Seit 1946 wird sie jährlich am 12. Mai, dem Todestag Smetanas, zur Eröffnung des Musikfestivals „Prager Frühling“ gespielt. Doch woher stammt die weltbekannte Melodie und wie verwandelte Smetana sie in einen Welterfolg? Was bedeutet sie der tschechischen Bevölkerung und warum schöpft diese aus ihr immer wieder Hoffnung und Zuversicht?
Eine Orchesterprobe mit den Bamberger Symphonikern unter der Leitung ihres Chefdirigenten Jakub Hrůša bildet den roten Faden des Films von Axel Fuhrmann. In Parallelmontagen geht die US-amerikanische Musikforscherin und Smetana-Expertin Kelly St. Pierre entlang des Flusses auf eine Reise durch die Entstehungs- und Wirkungsgeschichte des Werkes, um den Vaterlandsbegriff der Tschechinnen und Tschechen zu erkunden und wie sie ihn heute noch mit der Moldau verbinden.
„Der Geschmack Europas – Mähren“ (10.00 Uhr)
„Wie schmeckt Mähren?“, fragt Lojze Wieser in dieser Ausgabe der preisgekrönten ORF-Reihe „Der Geschmack Europas“ und begibt sich gemeinsam mit Regisseur Florian Gebauer in die faszinierende Region im Osten Tschechiens.
Mähren umfasste einst die Westslowakei, Ostösterreich und einen Teil des heutigen Ungarn. Neben kulinarischen Spezialitäten wie dem allseits bekannten Olmützer Quargel, dem Powidl oder den himmlischen Mehlspeisen trifft man in dieser historisch bemerkenswerten Gegend auch noch auf die Pflege des traditionellen Handwerks, wie dem Blaudruck oder der Herstellung von handgeschöpftem Papier in einer der letzten Papiermühlen in Velké Losiny.
Im vergangenen Jahrhundert war Mähren einem ständigen Wandel unterworfen: Grenzen haben sich immer wieder verschoben, Menschen wurden grausam vertrieben und – wie Zeitzeuge Josef Vlasák zu berichten weiß – durch Stacheldraht Jahrzehnte lang daran gehindert, sich frei zu bewegen. In Freilichtmuseen wie in Rožnov pod Radhošt werden die Vergangenheit und das langsam aussterbende Handwerk in Erinnerung gehalten. Milena Haboustová sammelt alte Rezepte der Region und weiß die traditionelle Krautsuppe nach großmütterlichem Rezept zuzubereiten. Traditionelles Handwerk ist in Stražnice zu finden, wo František Joch jun. den beinahe in Vergessenheit geratenen Blaudruck noch von Hand ausführt und so als einer der letzten Blaudrucker des Landes auch eine Familientradition erhält. Zwetschgen, Pflaumen und Powidl zählen zu den besonderen „Schätzen des Landes“ und sind in allen Variationen in der mährischen und tschechischen Küche wiederzufinden, sei es in destillierter Form als Slivovitz oder in den unzähligen Mehlspeiskreationen wie Kolatschen, Buchteln und Liwanzen. Den Abschluss der kulturkulinarischen Reise nach Mähren bildet ein Ausflug in den Norden der Region, zu den Quellen von Jeseník, die seit Jahrhunderten Heilung und Regeneration versprechen und an denen sich bereits Leo Tolstoi erfreute.
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