Rotes Kreuz: 13.000 Nuklearwaffen unmittelbarste Bedrohung für die Menschheit | Brandaktuell - Nachrichten aus allen Bereichen

Rotes Kreuz: 13.000 Nuklearwaffen unmittelbarste Bedrohung für die Menschheit

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Die japanische Stadt Hiroshima war vor 78 Jahren Ziel der ersten Atombombe, die bislang in einem Krieg eingesetzt wurde. Mit unfassbaren Folgen: 50.000 Menschen verbrannten bei lebendigem Leib.

Drei Tage später, am 9. August 1945, erfolgte der zweite Atombombeneinsatz im Zweiten Weltkrieg, der die Stadt Nagasaki traf. Wer überlebte, war oft grausam entstellt durch die Gluthitze, die diese Bomben verursachten. In den fünf Jahren danach starben mehr als 200.000 Menschen an den Folgen der radioaktiven Strahlung.  

Atomwaffen existenzielle, aktuelle Bedrohung

Russland, die USA, Frankreich, Großbritannien, China, Indien, Pakistan, Nordkorea und Israel sind aktuell im Besitz von Atomwaffen.

„Nach wie vor stellen die rund 13.000 Nuklearwaffen, die sich derzeit im Besitz von neun Staaten befinden, eine der größten und unmittelbarsten existentiellen Bedrohungen für die Menschheit und für die Erde dar“, sagt Rotkreuz-Präsident Gerald Schöpfer. „Die von diesen Waffen ausgehende Bedrohung hat sich durch den russischen Angriff auf die Ukraine noch einmal deutlich verstärkt. Das fast schon routinemäßige Bedrohen anderer Staaten mit der nuklearen Vernichtung durch Russland – eine der beiden größten Nuklearmächte der Welt – ist leider wieder alltäglich geworden“, so Schöpfer. 

Drohen mit atomarer Vernichtung verstößt gegen geltendes Völkerrecht

„Der Wahnsinn der gegenseitigen Vernichtung ist in staatlicher Rhetorik wieder allgegenwärtig, das muss umgehend aufhören! Hinzu kommt, dass das Drohen mit atomarer Vernichtung und der Einsatz von Nuklearwaffen gegen geltendes Völkerrecht verstoßen“, appelliert Rotkreuz-Präsident Gerald Schöpfer und weiter: „Das Rote Kreuz setzt sich seit langem dafür ein, dass alle Nuklearwaffen vernichtet werden, bevor sie uns vernichten können. Das ist umso wichtiger, als es nach Atomexplosionen praktisch unmöglich ist, den Hunderttausenden oder Millionen Opfern effektiv zu helfen. Die einzig realistische und sichere Vorgehensweise ist daher Prävention – ein neuerlicher Atomwaffeneinsatz muss auf jeden Fall verhindert werden!“ 

Das Österreichische Rote Kreuz setzt sich nachdrücklich für eine atomwaffenfreie Welt ein; die Nuklearwaffenstaaten sind dringend dazu aufgerufen, endlich ihrer völkerrechtlichen Verpflichtung zur nuklearen Abrüstung nach Artikel 6 des Nuklearen Nichtweiterverbreitungsvertrages (NPT) nachzukommen, wo es ausdrücklich heißt: „Alle Vertragsparteien verpflichten sich, nach Treu und Glauben Verhandlungen über wirksame Maßnahmen zur baldigen Beendigung des nuklearen Wettrüstens und zur nuklearen Abrüstung sowie über einen Vertrag über die allgemeine und vollständige Abrüstung unter strenger und wirksamer internationaler Kontrolle zu führen. Dieser Vertrag besteht seit 1970. Hier ist man also seit über 50 Jahren untätig!“  

Fotos: https://medien.roteskreuz.at/?c=9775&k=bc423652a9

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