AK: Preiskeule schlägt bei Kategoriemieten im Juli kräftig zu!
Im Juli droht der nächste Miet-Preisschub. Die AK hat berechnet: Die Kategoriemieten steigen um 5,51 Prozent – mehr als angenommen. „Vier Erhöhungen in 15 Monaten von insgesamt fast 24 Prozent – das ist für viele nicht mehr machbar“, sagt AK Wohnrechtsexperte Walter Rosifka. „Die Kategorie-Mietteuerung belastet rund 135.000 Haushalte in Österreich mit etwa 23,3 Millionen Euro. So kann es nicht weitergehen. Die Mieter:innen müssen dringend entlastet werden. Her mit einer Mietenbremse!“
Unfassbar: Im Juli verteuern sich die Kategoriemieten um 5,51 Prozent, mehr als ursprünglich angenommen. „Das sind dann vier Erhöhungen in 15 Monaten von in Summe fast 24 Prozent“, betont Rosifka. Die Kategoriemieten-Teuerung (wenn die Inflation die fünf-Prozent-Schwelle übersteigt, kommt es zu einer Erhöhung) wird durch die Indexzahl vom März 2023 ausgelöst und dann im Juli schlagend.
So teuer werden die Kategoriemieten pro Quadratmeter Nutzfläche
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Kategoriemiete Alte Beträge Neue Beträge
A 4,23 Euro 4,46 Euro
B 3,18 Euro 3,36 Euro
C/D brauchbar 2,12 Euro 2,24 Euro
D unbrauchbar 1,06 Euro 1,12 Euro
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Betroffen sind insgesamt rund 135.000 Mieter:innen-Haushalte in Österreich – und zwar alle, die in Gebäuden leben, auf die das Mietrechtsgesetz anwendbar ist (zum Beispiel privater Altbau vor 1945 errichtet) und deren Mietvertrag vor dem 1. März 1994 abgeschlossen wurde. Sie haben (oft) entsprechende Anpassungsklauseln im Mietvertrag, auch für Neuverträge (etwa bei Substandardwohnungen oder wenn die Kinder in den Mietvertrag ihrer verstorbenen Eltern eintreten) wird es kostspieliger.
„Die höheren Kategoriemieten belasten eine:n Mieter:in in einer Durchschnittswohnung mit rund 73 Quadratmeter im privaten Altbau mit rund 173 Euro im Jahr mehr“, so Rosifka. „Dazu kommt: Steigen die Kategoriemieten, dann steigen für den Großteil aller Mieter:innen die Betriebskosten – denn die Verwaltungshonorare, die dem Mieter oder der Mieterin mit den Betriebskosten verrechnet werden, sind mit dem Betrag der Kategorie A gedeckelt. Ein Plus von 5,51 Prozent bei Kategorie A bedeutet also auch ein Plus von 5,51 Prozent bei den Verwaltungshonoraren.“ Das macht pro Jahr nicht viel für die Mieter:innen aus, aber die Summe macht’s: rund 18 Millionen Euro im Jahr.
„Richtwert- und Kategoriemieten bilden nur einen Teil des privaten Wohnungsmarkts ab, mehr als die Hälfte aller privaten Mietwohnungen unterliegt dem Mietrechtsgesetz nur zum Teil und hat keine Preisgrenzen. Bei diesen freien Mieten gilt die Vereinbarung im Mietvertrag – und in praktisch allen Verträgen ist der Mietzins mit dem Verbraucherpreisindex verknüpft“, erklärt Rosifka. „Hier gab es zuletzt verbreitet jährliche Erhöhungen um mehr als zehn Prozent.“
Stopp der Miet-Preis-Spirale! „Die rasant steigenden Wohn- und Mietkosten sind der größte Inflationstreiber – das ist ein Teufelskreis. Diese Inflationsspirale muss unterbrochen werden“, fordert Rosifka. Die AK bekräftigt daher ihre Forderung nach einer Mietpreisbremse für alle indexgebundenen Mieten: Die Mieten sollen nicht öfter als einmal im Jahr erhöht werden, und die Erhöhung soll auf zwei Prozent begrenzt werden. Das soll so lange sein, bis es zu einer großen Mietrechtsreform kommt, die längst überfällig ist.
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