Grüne Wien/Berner: Wiener Kultursezene braucht dringend Arbeits-stipendien
Wien (OTS) – Eine Wiederaufnahme der Arbeitsstipendien für die Wiener Kulturszene fordert die Kultursprecherin der Grünen Wien, Ursula Berner. Während des ersten Lockdowns hat die Gemeinde Wien Arbeitsstipendien eingerichtet, die mit insgesamt 6,3 Millionen Euro dotiert waren. Der neuerliche Lockdown macht es nun notwendig, auch 2022 Arbeitsstipendien anzubieten. „Wenn wir mehr Nachhaltigkeit in die Kulturlandschaft bringen wollen, müssen wir jetzt über bessere Fördermodelle nachdenken: Mehr Arbeitsstipendien der Stadt Wien können mehr Künstler:innen das Überleben erleichtern“, so Berner.
2021 stellt die Kunstszene vor die gleichen Herausforderungen wie das Vorjahr: Künstler:innen dürfen ihre Arbeiten nicht live vor Publikum präsentieren. „Wir müssen daher jetzt und sofort die Förderungen der aktuellen Situation anpassen und Künstler:innen ermöglichen, ihre Projekte weiter zu betreiben“, so Berner.
Arbeitsstipendien schaffen die Möglichkeit, die Grundversorgung aufrecht zu erhalten. „Jetzt, wo der Bund seine Unterstützungsleistungen verlängert hat, steht es der Kulturstadt Wien gut an, den Künstler:innen Perspektiven zu geben. Viele Künstler:innen haben seit 2019 keine regelmäßigen Produktionen und damit auch kein Einkommen mehr gehabt. Auch das Publikum war vorsichtig, sodass über Eintrittspreise auch in den Monaten ohne Lockdown wenig einzunehmen war. Die Kulturszene braucht dringend Unterstützung“, so Berner.
„Ziel ist es, in der Kulturförderung mehr Nachhaltigkeit zu implementieren – und Wiederaufnahmen einen ähnlichen Stellenwert einzuräumen wie Neuproduktionen. Es ist eine Chance, scheinbar Bekanntes aus neuem Blickwinkel zu sehen: Durch längeres Arbeiten an einem Thema mehr Aspekte herauszuarbeiten, mehr Ebenen anzusprechen -das kann Zeit brauchen“, so Berner. Arbeitsstipendien sind also nicht als Sozialunterstützung anzusehen, sondern können helfen, eingeübte Praxen zu hinterfragen: „Wer gefördert werden will, muss etwas Neues zeigen. Innovation und damit Schnelllebigkeit steht vor Wiederaufnahme. Das „Immer mehr, immer öfter, immer schneller“ – der Zwang, sich dauernd neu zu erfinden, ist auch in den Kulturproduktionen angekommen und wird von der derzeitigen Förderstruktur unterstützt. In Deutschland wird diese Praxis unter dem Titel „bulimische Kunstproduktion“ diskutiert. Mehrmonatige Arbeitsstipendien für Projektentwicklung könnten hier Abhilfe schaffen“, betont Berner.
Die Grünen Wien fordern die Bereitstellung der notwendigen Finanzmittel, um 3.000 Arbeitsstipendien für Wiener Künstler:innen und Wissenschafter:innen im ersten Halbjahr 2022 zu ermöglichen, die in Umfang und Rahmenbedingungen den im Jahr 2020 angebotenen Arbeitsstipendien möglichst entsprechen. „Diese sollen den künstlerischen und wissenschaftlichen Arbeits- und Schaffensprozess weiter ermöglichen, um eine florierende Landschaft von Kultur und Wissenschaft in der Zeit nach der Corona-Krise zu ermöglichen“, so Berner.
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