NEOS: Die Teilzeitfalle zu fördern, ist der genau falsche Weg
Wien (OTS) – Klar ablehnend reagiert NEOS-Familiensprecher Michael Bernhard auf das heute präsentierte „Familienarbeitszeit“-Modell von ÖGB und Arbeiterkammer. „Wir brauchen kein Halbe-Halbe bei Teilzeit, sondern ein System der Gleichberechtigung. Die Teilzeitfalle, die den Menschen nicht nur jede Selbstverwirklichung nimmt, sondern auch zu Altersarmut führt, auch noch zu fördern, ist der genau falsche Weg.“
Speziell die Betreuung von Unter-3-Jährigen ist in Österreich extrem schlecht und drängt daher viele Familien zwangsläufig in Teilzeitjobs. „Deshalb fordern wir seit Jahren einen raschen Ausbau von Kinderbetreuungs- und -bildungseinrichtungen sowie einen Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz ab dem ersten Geburtstag“, so Bernhard. „Um eine gleichwertigere Verteilung von Betreuungs- und Sorgearbeit zwischen Eltern zu ermöglichen, braucht es zudem individuelle Ansprüche auf Karenz: Wir wollen für jeder Elternteil einen individuellen Karenzanspruch im Ausmaß von maximal 18 Monaten bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres des Kindes. Um mehr gemeinsame Zeit zu ermöglichen, muss es mehr Überlappungsmöglichkeiten und Flexibilität geben. Es soll möglich sein, dass auch beide Eltern gleichzeitig in Karenz gehen.“
Skandinavische Staaten haben vorgezeigt, wie ein System der Gleichberechtigung aussehen kann, sagt Bernhard: „In Schweden kann man die volle Karenz im Ausmaß von 480 Tagen nur beanspruchen, wenn jeder Elternteil mindestens 90 Tage davon in Anspruch nimmt. Damit schafft man einen Anreiz für Väter und Mütter, sich eher zu gleichen Teilen der Betreuungsarbeit zu widmen. Durch die Schaffung von individuellen Karenzansprüchen, die zumindest zum Teil nicht auf den anderen Elternteil übertragbar sind, würden wir einen wesentlichen Schritt hin zu einer wünschenswerten 50:50-Aufteilung gehen, ohne vor allem Frauen noch tiefer in die Teilzeitfalle zu treiben.“
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