Wien (OTS) – „Der Irrglaube, Naturgewalten seien beherrschbar, machte die Präfektur Fukushima vor zehn Jahren zu einem Sperrgebiet. 150.000 Menschen verloren ihr Zuhause, die Aufräumarbeiten werden noch bis zu 200 Jahre dauern und nach wie vor weiß niemand, wohin mit den riesigen Mengen von radioaktiv-verseuchtem Kühlwasser. Auch verstrahlte Fische, die vor kurzem gefangen wurden, sind ein Zeichen, dass die Atomkatastrophe nicht überstanden ist“, sagt der Anti-Atomenergiesprecher der Grünen, Martin Litschauer, anlässlich des 10. Jahrestages der Reaktorkatastrophe in Fukushima. Ausgelöst durch ein Erdbeben und einen darauffolgenden Tsunami kam es am 11. März 2011 zu einer drei-fachen Reaktorschmelze.
Die Kosten eines Super-GAUs mitten in Europa würden sich auf 100 bis 430 Milliarden Euro belaufen. Nur ein Hundertstel bis ein Tausendstel davon sind über die Haftungsgrenzen und Deckungsbeiträge der AKW-Betreiber abgedeckt. „Die Kosten eines Super-GAUs tragen demnach die Steuerzahler*innen. Jeder Cent davon wäre zweifellos besser in den Ausbau sicherer, billiger und naturverträglicher Erneuerbarer Energien gesteckt“, stellt Litschauer fest.
Besorgt blickt der Anti-Atomenergiesprecher auf die alternde AKW-Flotte in Europa. Gerade erst stuften Expert*innen Rohrrisse am Dampferzeuger des deutschen AKW Neckarwestheim als brandgefährlich ein und erst kürzlich erschütterte ein Erdbeben die Region rund um das slowenischen AKW Krško. „Die Liste an Problemen und Vorfällen wird mit zunehmendem Alter der AKWs korrosionsbedingt länger werden. Ich rufe heute einmal mehr die europäischen Staaten und die internationale Gemeinschaft dazu auf, diese Signale ernst zu nehmen. Der Atomenergieausstieg ist alles was wir haben, um das Schlimmste zu verhindern. Er ist mit Sicherheit leichter umzusetzen, als die Folgen eines Super-GAUs mitten in Europa zu bewältigen“, appelliert Litschauer.


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