NEOS zu Kurz: Das ist keine kluge Teststrategie, das ist fleischgewordene Hilflosigkeit
Wien (OTS) – „Die Mischung aus völliger Überforderung, Hilflosigkeit und Verzweiflung führt jetzt also zu einem Test-Tsunami ohne System.“ So kommentiert NEOS-Gesundheitssprecher Gerald Loacker heutige Medienberichte, wonach Kanzler Kurz plant, die Menschen mit „Goodies“ zum nächsten Massentest zu locken und bei hohen Infektionszahlen in den Hausarrest zu schicken. „Eine Pandemie bekommt man nicht mit Zuckerbrot und Peitsche und einer Gutsherrenpolitik nach dem Motto ,Böse Untertanen gehören bestraft, die braven belohnt’ in den Griff. Eine Pandemie erfordert einen gut durchdachten Plan und vor allem Kommunikation auf Augenhöhe.“
Geschenke bringen keine nachhaltige Verhaltensänderung
Hier ortet Loacker ein Hauptproblem des nicht vorhandenen Krisenmanagements. „Viele Gruppen erreicht man nicht mit täglichen Pressekonferenzen und großflächigen Inseraten in der klassischen Presse und im linearen Fernsehen. Die muss man gezielt in ihren Lebenswelten und über ihre Communitys ansprechen. Es bringt auch nichts, diese Gruppen mit Geschenken zu einem einmaligen Massentest zu locken – die gehen dann zwar vielleicht wegen des Geschenks hin, ändern aber ihr Verhalten nicht. Das Ziel ist aber nicht, möglichst viele sinnlose Einmal-Tests durchzuführen und ,Testweltmeister’ zu werden, wie der Kanzler heute in Interviews sagt. Das Ziel ist, dass die Menschen jeden Tag weniger Leute treffen, Räume regelmäßig lüften, konsequent Maske tragen und Abstand halten. Das erreicht man nicht, wenn man die Menschen ein Mal zu einem Schnelltest bringt.“
Generell sei bei den Tests Qualität statt Quantität gefragt, so Loacker. „Es gibt keine Experten, die solche Massentests, die nicht eingebettet sind in eine größere Strategie samt Tracing, Antikörpertests, soziodemografischer Erhebung und dergleichen sinnvoll finden. Statt plan- und wahllos wild in der Gegend herumzutesten, sollte die Regierung daher lieber all ihre Energie darauf verwenden, dass endlich dort zielgerichtet und mindestens zwei Mal wöchentlich getestet wird, wo es wirklich Sinn macht und notwendig ist – in den Pflegeheimen und in den Schulen. Nur wenn hierfür die Ressourcen gesichert sind, kann man mit den Tests in die breite Masse gehen.“
Testangebot dort ausbauen, wo die Menschen sind
Um die zu erreichen, schlagen NEOS vor, das Testangebot dort auszubauen, wo die Menschen ohnehin sind – in den Betrieben, bei Ärzten und in Apotheken. Zudem sollten – analog zum Blutspendebus -Test-Busse an vielfrequentierten, zentralen Plätzen, etwa auf Bahnhöfen, in Einkaufsstraßen oder auf Marktplätzen, eingesetzt werden. Loacker: „Niemand kann regelmäßig zu einem Test gehen, wenn der nur alle heiligen Zeiten angeboten wird, und niemand wird regelmäßig zu einem Test gehen, wenn man dafür weite Wege zurücklegen muss. Deshalb sollten wir nicht die Menschen zu den Tests, sondern die Tests zu den Menschen bringen.“
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