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Mit Bioenergiepaket aus der Corona- und Klima-Krise

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Wien (OTS) – Der Österreichische Biomasse-Verband legt gemeinsam mit der Forstwirtschaft und den Leitbetrieben der Holzindustrie ein Sofort-Maßnahmenpaket vor, das in wenigen Monaten umsetzbar ist. Mit dem vorliegenden Paket können mehr als 25.000 Arbeitsplätze gesichert, die erneuerbare Energieproduktion um 8 Prozentpunkte erhöht, die CO2-Emissionen um 3 Millionen Tonnen gesenkt und 3 bis 4 Millionen Festmeter ungenutztes Schadholz zwischengelagert und verwertet sowie 4,5 Milliarden Euro an Investitionen ausgelöst werden.

Konkret werden folgende Maßnahmen vorgeschlagen:

  • Sofortige Verlängerung des Biomasse-Grundsatzgesetzes zum Erhalt bestehender Anlagen
  • Vorzug des Ausbaus der Stromerzeugung aus Holz-KWK-Anlagen im Ökostromgesetz auf 3 TWH bis 2025; Abbau der Warteschlange für Neuprojekte noch im Jahr 2021
  • Rasche Umsetzung der Maßnahme „Raus aus dem Öl“ im Wärmemarkt
  • Aufstockung der Fördermittel für Biomasse zur Realisierung von
    250 MW in Nah- und Fernwärmeanlagen und 100 MW in Prozesswärmeanwendungen bis 2025
  • Sofortige Planung und Umsetzung von mehreren Großlagern (> 2 Mio. FM) für niederwertiges Schadholz bis Ende 2021 zur Abfederung und Nutzbarmachung von Schadholz
  • Errichtung von Reallaboren zur Einspeisung von Holzgas
  • Errichtung von Großanlagen zur Versorgung der land- und forstwirtschaftlichen Maschinenparks mit fortschrittlichen Biokraftstoffen

Das gemeinsam getragene Paket ist ein erster Schritt zur intensiven Zusammenarbeit der Forstwirtschaft, Holzwirtschaft und des Bioenergiesektors im Rahmen der Vorwärtsstrategie „Forst Holz Energie“ – mit dem Ziel der Energiewende und dem schnellen Ausstieg aus der fossilen Energieabhängigkeit.

„Bioenergie ist der mit Abstand bedeutendste heimische Energieträger und mit den vorhandenen Ausbaupotenzialen die Basis der Energiewende sowie eines ernstgemeinten Klimaschutzes. Das vorgelegte und breit getragene Maßnahmenpaket belebt die regionale Wirtschaft, schafft Tausende Arbeitsplätze und vereint Wald-, Umwelt- und Klimaschutz. Es ist eine Vorwärtsstrategie gegen die drohende Rezession und wertvolles Signal in Richtung Klimaschutz. Wir wollen unsere Verantwortung für unsere gemeinsame Zukunft wahrnehmen, benötigen durch die Auswirkungen der Corona-Krise und die durch die Verbrennung fossiler Rohstoffe ausgelösten Borkenkäferschäden Hilfe von der Regierung“, sagt Franz Titschenbacher, Präsident des Österreichischen Biomasse Verbandes und Vorsitzender des Ausschusses Forstwirtschaft der Landwirtschaftskammer Österreich.

„Wärme, Strom und Pellets aus heimischen Sägewerken sind die richtige Antwort auf die Klimakrise. Sie stellen eine solide Basis für die regionale Energieversorgung dar und sichern zahlreiche Arbeitsplätze im ganzen Land. Die Bioenergie und den Holzbau zu forcieren, die auf den heimisch nachwachsenden Rohstoff Holz setzen, ist eine der sinnvollsten Maßnahmen, um aus der Post-Corona-Wirtschaftskrise möglichst rasch wieder herauszukommen“, erklärt Natalie Binder, Geschäftsführerin von Binderholz.

„Die Nutzung von Biomasse als Energieholz ist für uns wirtschaftlich von großer Bedeutung, da sie Verwertungsmöglichkeit für bisher nicht absetzbare Holzsortimente geschaffen hat. In vielen Fällen ist die Nutzung von Biomasse ökologisch notwendig, da dem Wald kritisches Brutmaterial etwa für Waldschädlinge wie dem Borkenkäfer entzogen wird“, sagt Rudolf Freidhager, Vorstand der Österreichischen Bundesforste (ÖBf).

„Die Nutzung der Bioenergie ist ein wichtiger Teil der Wertschöpfungskette in der heimischen Holzwirtschaft. Sie spielt in der Sägeindustrie auch eine zentrale Rolle für die Bereitstellung von Energie für diverse Verarbeitungsprozesse“, so Michael Pfeifer, Vorstandsvorsitzender der Pfeifer Gruppe.

„Wald und Holz sind wichtige Elemente zur Lösung der Klimakrise. Aber jetzt müssen die Weichen gestellt werden, um den Wald in Zukunft überhaupt erhalten zu können. Strom und Wärme aus Holz sind notwendig für die Energiewende und auch für die Erhaltung einer nachhaltigen Forstwirtschaft. Jetzt Investitionen anzustoßen, ist besser als Kurzarbeit zu finanzieren“, ist Felix Montecuccoli, Präsident der Land&Forst Betriebe Österreichs und Vorsitzender des Ausschusses Energie in der Landwirtschaftskammer Österreich, überzeugt.

„Es heißt, die Energie soll möglichst dort verbraucht werden, wo sie anfällt. Man könnte auch sagen, sie soll dort erzeugt werden, wo sie gebraucht wird. Ein Idealzustand, wenn genau dort auch der erneuerbare Brennstoff vorhanden ist. Die erneuerbare Wärme und der Ökostrom aus den Biomassekraftwerken der Holzindustrie werden an den Standorten erzeugt und dort verbraucht. Dies führt zu einer Entlastung der Stromübertragungsnetze und einer Minimierung der Netzverluste. Moderne Holzkraftwerke liefern hocheffizient erneuerbare Energie, verwerten Nebenprodukte aus der Forst- und Holzwirtschaft – und dies mit vergleichsweise geringer Kostenbelastung“, sagt Rudolf Rumplmayr, Inhaber der DONAUSÄGE Rumplmayr.

„Die Bundesregierung hat in ihrem Regierungsprogramm eine Holzbauoffensive, Investitionen in die Bioökonomie und eine Forcierung der Energiewende vorgesehen. Diese Maßnahmen helfen dabei, dass die Wirtschaft nach den Corona-Beschränkungen rasch wieder Fahrt aufnehmen kann, Arbeitsplätze neu geschaffen und Einkommen gesichert werden können. Außerdem dienen diese Aktivitäten dem Klimaschutz und geben damit auch unseren Kindern und Enkelkindern neue Hoffnung“, ist sich Rudolf Maximilian Rosenstatter, Obmann Waldverband Österreich, sicher.

Detaillierte Information zur Holzenergie sind in der von 300 Unternehmen der Wertschöpfungskette Holz getragenen „Welser Erklärung zur Holzenergie“ aufgearbeitet; diese ist unter folgendem [LINK] (https://bit.ly/2X9bjLt) abrufbar.

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