Heinisch-Hosek: Köstinger hat keine Ahnung von der Lebensrealität vieler Eltern
Wien (OTS/SK) – Erstaunt zeigt sich SPÖ-Frauensprecherin Gabriele Heinisch-Hosek über die Aussagen von Bundesministerin Elisabeth Köstinger im heutigen Kurier-Interview, wonach es keinen Bedarf an längeren Öffnungszeiten von Kindergärten in Österreich gibt. „Laut aktueller Kindertagesheimstatistik wissen wir, dass nur jeder zweite Kindergartenplatz in Österreich mit Vollzeitarbeit vereinbar ist. Hier gibt es absolut keine Wahlfreiheit für Eltern, sondern einen Teilzeit-Zwang, der vor allem Frauen trifft“, erklärt Heinisch-Hosek. Besonders zynisch sei es von Köstinger, diese Aussagen just an dem Tag zu tätigen, an dem das neue Arbeitszeitgesetz, also der 12-Stunden-Tag und die 60-Stunden-Woche, in Kraft tritt. „Auf der einen Seite familienfeindliche Arbeitszeitgesetze beschließen und auf der anderen Seite das Betreuungsproblem zu leugnen, ist einfach weltfremd und verkennt die Lebensrealität von Eltern.“ *****
Zahlreiche Umfragen unter Eltern belegen, dass es einen starken Wunsch nach besseren Öffnungszeiten und weniger Schließtagen gibt. „Für viele junge Eltern gerade im ländlichen Raum verhindern kurze Öffnungszeiten und viele Schließtage, dass Eltern alle Jobs offen stehen, da sie keine passende Betreuung für ihre Kinder finden. Gerade Frauen verzichten deshalb auf Einkommen und Karrieren“, so die SPÖ-Frauensprecherin. Erst wenn allen Kindern gute Vollzeit-Betreuungsplätze zur Verfügung stehen, kann man von echter Wahlfreiheit sprechen. „Denn erst dann können sich Väter und Mütter wirklich entscheiden, wie viel sie arbeiten wollen und welche Arbeitsplätze für sie in Frage kommen.“
Die Realität sieht ganz anders aus: So sind im Schwarz-Blau regierten Oberösterreich nur 85 von 442 Kinderbetreuungsplätze mit Vollzeitarbeit vereinbar. Das betrifft 19 Prozent der Gemeinden. Heinisch-Hosek rät Köstinger daher, sich die Wortmeldungen ihrer ÖVP-Kolleginnen und Kollegen aus den Ländern zu Herzen zu nehmen, die in den letzten Wochen mehr finanzielle Unterstützung von der Regierung beim Ausbau der Kinderbetreuung gefordert haben. (Schluss) up/ph
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