Wien-Tourismus-Chef Kettner warnt vor zu großen Erwartungen rund um den ESC

Wien-Tourismus-Chef Kettner warnt vor zu großen Erwartungen rund um den ESC

Der Eurovision Song Contest, kurz ESC, sorgt in Österreich regelmäßig für Gesprächsstoff – nicht nur wegen der Musik, sondern auch wegen der wirtschaftlichen Effekte. Wiens Tourismus-Chef und ESC-Koordinator Kettner mahnt nun zur Vorsicht: Eine echte Goldgräberstimmung sei fehl am Platz. Zwar bringe der Wettbewerb laut seiner Einschätzung eine spürbare Wertschöpfung, doch man solle die möglichen Einnahmen und den touristischen Nutzen realistisch betrachten.

Fachlich gesehen geht es dabei um den Unterschied zwischen kurzfristigem Medieninteresse und langfristigem Standortmarketing. Großveranstaltungen wie der ESC können Hotels, Gastronomie, Verkehr und den Einzelhandel beleben. Studien zu ähnlichen Events zeigen jedoch oft: Der wirtschaftliche Effekt ist da, aber nicht automatisch riesig. Entscheidend sind Auslastung, Aufenthaltsdauer und die Frage, ob neue Gäste später wiederkommen.

Wien profitiert beim ESC vor allem von internationaler Sichtbarkeit. Die Stadt rückt als Kultur- und Veranstaltungsort in den Fokus, was für das Destination Branding wichtig ist. Gerade für Schüler, Maturanten und auch Pensionisten lässt sich das gut zusammenfassen: Der ESC ist nicht nur ein Musikfestival, sondern auch ein Marketing- und Tourismusprojekt mit messbaren, aber begrenzten Effekten.

Kettner blickt bereits weiter nach vorne. Sollte ein weiterer österreichischer ESC-Erfolg folgen, ist auch die Debatte über den Austragungsort neu eröffnet. Dass er Wien und Innsbruck dabei nicht gegeneinander ausspielen möchte, zeigt: Bei solchen Großevents geht es nicht nur um Prestige, sondern auch um Infrastruktur, Finanzierung und organisatorische Kapazitäten.

Unterm Strich gilt: Der ESC ist für Wien ein wichtiges Ereignis mit ökonomischer Strahlkraft, aber keine Garantie für Wunder. Wer nüchtern auf die Zahlen schaut, erkennt: Der Nutzen ist real, aber die Erwartungen sollten fachlich sauber und ohne Übertreibung bleiben.

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