Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat acht bestätigte Infektionen mit dem Andes-Stamm des Hantavirus gemeldet. Insgesamt wurden bis Mittwoch elf Fälle registriert, darunter drei Todesfälle. Das Virus zählt zu den Zoonosen, also Krankheiten, die von Tieren auf Menschen übertragbar sind. Beim Hantavirus sind meist infizierte Nagetiere das natürliche Reservoir.
Der Andes-Stamm ist besonders bekannt, weil er im Unterschied zu anderen Hantaviren in seltenen Fällen auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. Das passiert vor allem bei engem Kontakt, etwa in Haushalten oder bei pflegerischer Betreuung. Fachleute sprechen dabei von einer direkten Übertragung, die jedoch nach bisherigen Erkenntnissen deutlich seltener ist als die Ansteckung über Tierkontakt.
Typische Symptome beginnen oft unspezifisch: Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, später können Husten, Atemnot oder Kreislaufprobleme dazukommen. Bei schweren Verläufen kann es zu einem Hantavirus-Kardiopulmonalen Syndrom kommen, einer lebensbedrohlichen Komplikation mit Beteiligung von Lunge und Herz-Kreislauf-System. Eine spezifische antivirale Therapie gibt es nicht; die Behandlung ist vor allem unterstützend und medizinisch engmaschig.
Für die Bevölkerung gilt: Das Infektionsrisiko bleibt insgesamt niedrig. Wer Schuppen, Garagen, Dachböden oder Gartenhütten reinigt, sollte Staub nicht aufwirbeln, gut lüften und Schutzmaßnahmen wie Handschuhe und eine Maske verwenden. Auch Nahrung und Müll sollten so gelagert werden, dass Nagetiere keinen Zugang haben.
Die aktuellen Meldungen zeigen vor allem eines: Hantaviren sind selten, aber nicht zu unterschätzen. Wer mögliche Symptome nach Kontakt mit Nagern bemerkt, sollte ärztlichen Rat einholen.