Im burgenländischen Steinbruch Pilgersdorf fand vor wenigen Monaten eine Katastrophenübung mit rund 447 Teilnehmern statt. Zu den Beteiligten zählten neben Einsatzkräften auch 27 Schülerinnen und Schüler. Das Problem: Der Steinbruch war stark mit Asbest kontaminiert, was die Umweltorganisation Greenpeace nun als unverantwortlich kritisiert.
Asbest ist ein mineralischer Faserwerkstoff, der bis in die 1980er Jahre aufgrund seiner feuerfesten Eigenschaft häufig verwendet wurde. Heute ist seine gesundheitsgefährdende Wirkung gut dokumentiert. Die Fasern können bei Einatmen schwere Atemwegserkrankungen verursachen, darunter Asbestose und Lungenkrebs.
Der Steinbruch Pilgersdorf, in dem die Übung stattfand, soll einige Monate später wegen der hohen Asbestbelastung geschlossen werden. Dennoch war die Übung, die der Katastrophenvorsorge und Schadstoffbekämpfung dienen sollte, ausgerechnet an diesem Ort angesetzt. Greenpeace kritisiert, dass so eine Gefährdung durch Asbestfasern bewusst in Kauf genommen wurde und fordert strengere Sicherheitsmaßnahmen bei solchen Veranstaltungen.
Die Gesundheitsrisiken durch Asbest ergeben sich aus der mikroskopischen Faserdimension und deren Langlebigkeit im menschlichen Körper (Persistenz). Bereits eine kurzzeitige Exposition kann langfristige Folgen haben. Experten empfehlen deshalb, in belasteten Bereichen persönliche Schutzausrüstung wie FFP3-Masken zu tragen und Kontaminationswege strikt zu kontrollieren.
Die Kontroverse um den Steinbruch zeigt exemplarisch, wie Umweltrisiken und Katastrophenvorsorge manchmal in Konflikt geraten können. Während Übungen zur Krisenreaktion essenziell sind, dürfen die Risiken vor Ort nicht unterschätzt werden. Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace appellieren daher an staatliche Behörden, künftig mehr Augenmerk auf die Gefahrenabschätzung zu legen und die Gesundheit aller Beteiligten sicherzustellen.
Fazit: Der Fall Pilgersdorf mahnt zu einem verantwortungsvollen Umgang mit gefährlichen Stoffen und zeigt, wie wichtig fundierte Risikoanalysen bei öffentlichen Sicherheitstrainings sind.
Weiterführende Links
- https://www.greenpeace.org/austria/de/pilgersdorf-asbest-uebung-kritik
- https://www.umweltbundesamt.at/gesundheit-asbest/
- https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/oesterreich/politik/2159412-Asbest-Skandal-im-Burgenland-Greenpeace-zeigt-an.html