Der Kapitalmarkt in Österreich hat seit vielen Jahren Probleme, die sich in letzter Zeit verschärfen. Während große Börsen wie die New York Stock Exchange (NYSE) oder die Nasdaq einen Marktwert erreichen, der mehr als doppelt so groß wie die Wirtschaftsleistung (BIP) ihres Landes ist, liegt die Wiener Börse bei weniger als 30 Prozent davon. Auch im Vergleich mit anderen europäischen Ländern schneidet Österreich schlechter ab: Die Deutsche Börse kommt auf etwa 52 Prozent und die Börsen in den nordischen Ländern sogar auf über 120 Prozent. Diese Unterschiede werden immer größer und bringen damit auch Risiken für die österreichische Wirtschaft mit sich.
Die Freiheitliche Wirtschaft (FW) sieht darin kein Zufall, sondern das Ergebnis von vielen Jahren ohne wirkliche politische Maßnahmen. Viele Unternehmen in Österreich haben Schwierigkeiten, sich Geld zu besorgen und Eigenkapital zu bekommen. Besonders junge innovative Unternehmen und Start-ups finden oft keine Investoren, die sie in frühen Phasen unterstützen. Gleichzeitig bleiben viele private Ersparnisse sicher, aber ungenutzt auf Sparbüchern liegen, anstatt Geld sinnvoll in die Wirtschaft zu investieren.
Ein weiteres Problem ist, dass das Verständnis für Kapitalmärkte in Österreichs Schulen kaum gefördert wird. Finanzielle Bildung und Wissen über den Kapitalmarkt fehlen an vielen Schulen fast komplett – ein großer Fehler, denn ohne dieses Wissen können junge Menschen später kaum unternehmerisch denken oder Innovationen vorantreiben. Wer die wirtschaftliche Stärke Österreichs verbessern möchte, muss schon früh bei der Ausbildung ansetzen und unternehmerisches Denken fördern.
Statt wirklicher Reformen gibt es in Österreich oft immer noch zu viel Bürokratie, zu viele Regeln und eine starke Abhängigkeit von Banken zur Finanzierung von Unternehmen. Dieses Modell funktioniert immer schlechter, weil es die Bedürfnisse moderner Unternehmen nicht mehr erfüllt. Was Österreich braucht, ist eine klare und umfassende Strategie für den Kapitalmarkt. Dazu gehören zum Beispiel steuerliche Vorteile für Investoren, weniger Bürokratie, eine bessere Aktienkultur und die stärkere Einbindung von privaten Anlegern.
KommR Eduard Fischer, WKV-Vizepräsident, sagt dazu: „Während andere Länder Kapital mobilisieren, Wachstum ermöglichen und Zukunft gestalten, bleibt Österreich im überregulierten Kleinformat stecken. Ohne mutige Reformen und eine echte Kapitalmarktoffensive verlieren wir weiter an Boden – wirtschaftlich, innovationspolitisch und gesellschaftlich.“
Zusätzlich ist wichtig zu erwähnen, dass eine starke Kapitalmarkt-Infrastruktur auch Arbeitsplätze schafft und zur Diversifikation der Wirtschaft beiträgt. Länder mit gut funktionierenden Kapitalmärkten können besser auf wirtschaftliche Krisen reagieren und bieten Unternehmen vielfältige Finanzierungswege – nicht nur über Banken, sondern auch über Investoren und den öffentlichen Handel.
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