Am Osterwochenende gab es endlich etwas Regen, auch wenn er nur kurz war. Durch die warmen Temperaturen konnten viele Amphibien zu ihren Laichplätzen wandern. Am Hanslteich hilft der VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN (VGT) seit 7 Jahren mit einem Schutzzaun, der nach der sogenannten Zaun-Kübel-Methode eingerichtet ist. So werden Erdkröten, Feuersalamander, Molche und Braunfrösche sicher über die Straße gebracht und nicht von Autos überfahren. In diesem Jahr wurden dort sogar schon zwei Alpenkammmolche, eine sehr seltene Art, entdeckt. Insgesamt konnten über 300 Tiere dank der freiwilligen Helfer sicher geschützt werden.
Um die Sicherheit der Amphibien langfristig zu verbessern, sollen noch heuer am Schottenhof und am Hanslteich spezielle Tunnel gebaut werden. Das hat Peter Jagsch, Bezirksvorsteher von Hernals, Ende Februar bei einer VGT-Demonstration angekündigt. Diese Tunnel sind besonders wichtig, weil die Anzahl der Amphibien in Österreich immer weiter abnimmt. Der tunnelartige Schutzweg mit einem festen Leitsystem hilft den wechselwarmen Tieren, sicher von einem Lebensraum zum anderen zu gelangen.
Der VGT bittet nicht nur Autofahrer:innen vorsichtig zu sein, sondern auch alle Gartenbesitzer:innen, gut auf Amphibien zu achten. Die Tiere leiden oft unter Pestiziden. Außerdem sind Mähroboter besonders gefährlich für Amphibien, Igel und viele andere kleine Tiere, weil diese Geräte nachts, wenn die Tiere aktiv sind, schwere Verletzungen verursachen können. Daher sollten Mähroboter nachts nicht benutzt werden. Trotzdem ist der Mensch die größte Gefahr für Amphibien.
Projektleiterin Mag.a Heidi Lacroix sagt dazu: „Uns werden laufend Geschichten von Gartenbesitzer:innen aus ganz Österreich zugetragen, die im Frühjahr den Laich aus ihren Privatteichen einfach entfernen, vernichten und lebende Tiere irgendwo in den Wald oder „über die Böschung“ werfen. Das ist nicht nur strengstens verboten und mit hohen Strafen belegt – für die Tiere endet ein derartiges Vorgehen meist tödlich. Die Erdkröte schadet wirklich niemandem, sie hat auch keinen Paarungsruf, an dem man sich stören könnte. Im Gegenteil, die Amphibien im Garten sind sogar sehr nützlich – sie essen ungebetene Schnecken weg, und auch die Gelsenlarven werden stark dezimiert. Wenn die Tiere fertig entwickelt sind, verlassen die meisten die Teiche und kommen erst im nächsten Frühjahr wieder. Bitte lassen Sie die seltenen Amphibien und ihre Nachkommen am Leben!“
Der VGT betreut den Schutzzaun am Hanslteich noch bis Anfang Mai und bedankt sich herzlich bei allen Freiwilligen, die sich auch dieses Jahr wieder für den Schutz der Amphibien einsetzen.
Mehr Informationen zum Amphibienschutzprojekt Hanslteich finden Sie auf der Webseite.
Pressefotos (Copyright: VGT.at)
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