Zum heutigen Weltgesundheitstag fordert Ralph Schallmeiner, der Gesundheitsexperte der Grünen, von der Bundesregierung – besonders von Sozial- und Gesundheitsministerin Korinna Schumann – echte Veränderungen statt großer Versprechen ohne wirkliche Inhalte. „Wer krank wird, darf nicht davon abhängig sein, wo er lebt oder wie viel Geld er hat. Gesundheit ist ein Grundrecht, kein Glücksspiel nach Postleitzahl oder Einkommen. Das ist eine Frage der Gerechtigkeit“, sagt Schallmeiner. Gesundheit sollte für alle Menschen gleich zugänglich sein, unabhängig vom Wohnort oder Einkommen.
In den vergangenen Monaten hat sich gezeigt, dass das Gesundheitssystem einige Probleme hat: Lange Wartezeiten auf Arzttermine, unterschiedliche Qualität der Versorgung in verschiedenen Bundesländern und mehr und mehr merkt man, dass Patienten oft unterschiedlich behandelt werden – je nachdem, ob sie privat oder gesetzlich versichert sind. Gleichzeitig hakt es in der Regierung, weil statt mutiger Entscheidungen oft nur kleine Kompromisse getroffen werden. „Während Patient:innen auf Termine warten oder privat zahlen müssen, wird politisch klein-klein gespielt. Damit ist man den Herausforderungen nicht gewachsen.“ Gesundheitspolitik braucht mehr Entschlossenheit.
Schallmeiner fordert ein Gesundheitssystem, das in ganz Deutschland gut funktioniert. „Es darf nicht sein, dass die Qualität der Behandlung davon abhängt, ob man in der Stadt oder am Land lebt oder wie dick die Geldbörse ist. Diese Ungleichheit muss beendet werden. Dafür braucht es klare Planung und die solidarische Finanzierung aus einer Hand.“ Das bedeutet, es sollte eine gemeinsame Finanzierung geben, die alle solidarisch unterstützt, damit jeder die gleiche gute Versorgung bekommt.
Außerdem müsse die Politik Verantwortung übernehmen, anstatt immer nur zu sagen, wer eigentlich zuständig ist. „Das wird Konflikte und harte Verhandlungen brauchen, aber genau diese Auseinandersetzungen sind nötig.“ Wichtige Themen sind dabei bessere Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und den Krankenversicherungen. Aber auch der Ausbau von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten ist wichtig, ebenso wie mehr Kompetenzen für nicht-ärztliche Gesundheitsberufe. Schallmeiner betont, wie dringend ein modernes Berufsrecht nötig ist. Er fordert ein neues Sanitätergesetz, das die Professionalisierung und Erweiterung der Aufgaben für Sanitäter in den Mittelpunkt stellt. So können sie noch besser bei der Gesundheitsversorgung helfen.
Der Weltgesundheitstag ist also kein Tag für schöne Reden, sondern ein Aufruf zum Handeln: „Ein solidarisches, gerechtes und leistungsfähiges Gesundheitssystem ist keine Selbstverständlichkeit. Es ist eine politische Entscheidung und diese Entscheidung muss jetzt getroffen werden“, so Schallmeiner zum Abschluss.