Das erste Quartal war sehr unruhig an den Märkten, vor allem wegen weltweiter politischer Spannungen. Trotzdem gab es viel Handel an der Wiener Börse. Die Aktienumsätze lagen bei 26,07 Milliarden Euro – so viel wie schon seit 15 Jahren nicht mehr. Zum Vergleich: Im Jahr 2025 waren es nur 18,54 Milliarden Euro. Mitte Februar erreichte der ATX Index mit 14.195,81 Punkten einen Rekordwert, bevor Probleme im Nahen Osten die Börsen weltweit belasteten. Am 23. März wurde die Palfinger AG neu in den Leitindex aufgenommen, sie ersetzte die CPI Europe AG. Insgesamt hatten die an der Wiener Börse gelisteten österreichischen Firmen Ende März eine Marktkapitalisierung von etwa 181 Milliarden Euro. Die Marktkapitalisierung zeigt den Gesamtwert aller Aktien eines Unternehmens an.
Christoph Boschan, der Chef der Wiener Börse, sagt: „Besonders in bewegten Marktphasen zeigt sich die führende Rolle von Nationalbörsen bei Preisqualität und Liquidität: Die Wiener Börse bietet die tiefsten Orderbücher und engsten Preisspannen im Handel mit österreichischen Aktien. Für Anlegerinnen und Anleger gilt: Ruhe bewahren und sich nicht von kurzfristigen Schwankungen verunsichern lassen – sie sind Teil jeder Investmentreise. Wer langfristig denkt und global streut, setzt mit Aktien auf die ertragreichste Form der Veranlagung“. Das bedeutet, dass man bei Aktien investieren sollte, auch wenn es mal turbulent zugeht, und sein Geld breit streuen sollte – also nicht alles in eine Aktie stecken.
Internationales Aktienangebot wächst weiter
Die Wiener Börse baut ihr Angebot an internationalen Aktien weiter aus. Im ersten Quartal kamen zum Beispiel neue Aktien aus Slowenien hinzu, ebenso mehr als 30 Titel aus dem STOXX Europe 600 Index, einem wichtigen Aktienindex für Europa. Firmen wie ASTA Energy Solutions, CSG, Gabler Group und VINCORION konnten gleichzeitig zum Börsengang kostenlos und zu den normalen Handelszeiten für österreichische Anleger gehandelt werden – ohne zusätzliche Gebühren für ausländischen Handel. Bald wird das Angebot durch rund 50 weitere Aktien aus dem „Prime Standard“ Segment der Deutschen Börse ergänzt. Insgesamt umfasst das internationale Segment „global market“ jetzt über 900 Wertpapiere aus 28 Ländern. So haben Anlegerinnen und Anleger eine große Auswahl aus verschiedenen Ländern und Branchen.
„Aktienbarometer“: Wertpapierbesitz in Österreich steigt kontinuierlich
Immer mehr Menschen in Österreich besitzen Wertpapiere. Laut der Studie „Aktienbarometer 2026“ halten jetzt 31 % der österreichischen Bevölkerung ab 16 Jahren Aktien, ETFs oder andere Wertpapiere. Das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber 25 % im Jahr 2023. Diese Untersuchung wurde von Peter Hajek im Auftrag von Aktienforum, Industriellenvereinigung und Wiener Börse gemacht. Die wichtigsten Gründe für diese Investitionen sind der Vermögensaufbau, Schutz vor Inflation und die Altersvorsorge. Besonders das Thema Pension ist für viele Menschen wichtiger geworden. Außerdem interessieren sich noch rund 1,4 Millionen Österreicherinnen und Österreicher, die bisher keine Wertpapiere besitzen, aber daran interessiert sind.
Boschan hebt hervor: „Der steigende Wertpapierbesitz zeigt, dass sich in Österreich zunehmend eine Kapitalmarktkultur etabliert. Dieses Momentum könnten politische Entscheidungsträger gut nutzen: Entscheidend ist, dass aus dem wachsenden Interesse auch substanzielle Kapitalvolumina entstehen. Dafür braucht es eine stärkere Verflechtung der öffentlich organisierten Altersvorsorge mit dem Kapitalmarkt. Nur so lassen sich langfristig tragfähige Kapitalpools aufbauen, die Innovation finanzieren und den Wohlstand sichern.“ Er ergänzt: „Mit dem Listing Act werden administrative Hürden reduziert, was zu begrüßen ist. Für einen echten Schub für den heimischen Kapitalmarkt braucht es darüber hinausgehende, strukturelle Reformen. Die EU-Kommission empfiehlt etwa die Einführung einfacher, standardisierter Spar- und Investitionskonten. Während Länder wie Deutschland oder Polen hier bereits vorangehen und die skandinavischen Staaten seit Jahren funktionierende Modelle etabliert haben, fehlen hierzulande bislang konkrete Pläne.“ Das zeigt, dass es zwar Fortschritte in Österreich gibt, aber noch Platz für Verbesserungen besteht.
Internationaler Emittentenzuwachs sorgt für Rekordquartal im Anleihesegment
Auch im Bereich der Anleihen ist die Wiener Börse sehr aktiv. Mehr als 1.400 Emittenten aus 52 Ländern bieten dort Anleihen im Gesamtwert von über einer Billion Euro an. Im ersten Quartal gab es über 9.800 neue Anleihen-Listings – das sind 64 % mehr als im Vorjahr und ein neuer Rekord. Viele große Finanzunternehmen wie BBVA, Santander, Goldman Sachs und BlackRock – sowie Firmen aus Spanien, der Türkei und China – nutzen Wien als Platz, um Anleihen zu listen. Ein besonderer Meilenstein war die Aufnahme der ersten Blockchain-basierten, digitalen Anleihe von Mirae Asset Securities aus Südkorea. Außerdem hat die Österreichische Bundesfinanzierungsagentur (OeBFA) angekündigt, dass österreichische Bundesanleihen künftig exklusiv an der Wiener Börse gehandelt werden. Dies stärkt den Finanzplatz Wien weiter und macht ihn für Investoren attraktiver.
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