Offener Brief an die EU: Leder muss EU-Entwaldungsverordnung unterliegen

Südwind und viele weitere Organisationen aus der Gesellschaft fordern gemeinsam, dass die EU-Kommission Leder nicht von der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) ausnimmt. Die EUDR soll verhindern, dass Produkte, die durch Abholzung entstanden sind, auf dem europäischen Markt verkauft werden. Gudrun Glocker, Südwind-Sprecherin für Lieferketten, sagt: „Die Integrität des globalen Waldschutzes darf nicht durch politische Ausnahmen untergraben werden – schon gar nicht als Reaktion auf Industrie-Lobbying.“ Sie erklärt, dass es keinen Sinn ergibt, Fleisch von Kühen, die auf abgeholztem Land gehalten wurden, zu verbieten, aber die Haut dieser Kühe als Leder trotzdem verkauft werden darf. Rinderprodukte sind nämlich eine der Hauptursachen für weltweite Entwaldung. Deshalb muss die Verordnung sachlich und konsequent bleiben.

Was Südwind von der EU-Kommission erwartet

Südwind und die anderen beteiligten Gruppen bitten die EU-Kommission darum:

  • Leder unter die EU-Entwaldungsverordnung zu stellen, damit die Regeln einheitlich und wissenschaftlich begründet bleiben.
  • Dem Druck der Lederindustrie zu widerstehen und die Verordnung als wichtigen Schutz für Klima und Menschenrechte zu stärken.
  • Mehr Transparenz und Nachverfolgbarkeit in der Herstellung von Leder durchzusetzen, um Entwaldung und Menschenrechtsverletzungen zu verhindern.

Warum Leder und Rinderprodukte problematisch sind

Die Einbeziehung von Rinderprodukten in die EUDR beruht auf wissenschaftlichen Fakten: Zwischen 2010 und 2022 gingen durch die Ausweitung von Weideland für Rinder etwa 2 Prozent der weltweiten Entwaldung verloren. Das entspricht einer Waldfläche in der Größe Spaniens. Außerdem verursachen Rinderprodukte etwa die Hälfte der Treibhausgas-Emissionen aus der Landnutzung.

Besonders schwierig ist die Lage in Brasilien. Dort spielt die Lederindustrie eine große Rolle für die Wirtschaft, ist aber auch mit Menschenrechtsverletzungen, illegaler Abholzung und Gewalt gegen indigene Völker verbunden. Die EU ist ein wichtiger Käufer von Leder aus Brasilien: Im Jahr 2020 importierte sie Leder im Wert von 2,5 Milliarden Euro aus Brasilien.

Nachhaltige Regeln als Anreiz für Veränderung

„Der Zugang zum EU-Markt ist ein wichtiger Grund für Brasilien, umweltfreundlichere Methoden einzuführen“, erklärt Gudrun Glocker. Die brasilianische Regierung sieht die EUDR schon jetzt als wichtigen Anstoß für bessere Rückverfolgbarkeitssysteme in der Lederproduktion. Solche Systeme existieren schon in einigen Regionen und bei großen Herstellern wie JBS und Durlicouros, und sie zeigen, dass die Nachverfolgung von Leder technisch möglich ist.

Glocker betont: „Die Entwaldungsverordnung ist ein Meilenstein im Kampf gegen weltweite Abholzung. Jetzt müssen wir verhindern, dass sie durch faulen Kompromisse oder den Druck von Lobbygruppen geschwächt wird.“

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Rückfragen

Vincent Sufiyan
Kommunikationsleiter Südwind
Telefon: +43 650 96 77577
E-Mail: vincent.sufiyan@suedwind.at
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