Mario Lindner, der SPÖ-Sprecher für Gleichbehandlung, sieht das Urteil des Verfassungsgerichtshofs gegen das sogenannte „Zopfverbot“ für männliche Soldaten als wichtigen Fortschritt. Es soll helfen, den Dienst im Heer attraktiver zu machen und mehr Menschen – egal welches Geschlecht oder welche Frisur sie haben – für den Militärdienst zu gewinnen. Das Verfassungsgericht entschied, dass die Verordnung, die männlichen Soldaten das Tragen eines Pferdeschwanzes verbietet, sofort aufgehoben werden muss. Interessant ist, dass solche Regeln für weibliche Soldatinnen und männliche Polizisten bisher nicht galten. Schon 2023 hatte Lindner eine parlamentarische Anfrage gestellt, um auf diese Ungleichbehandlung aufmerksam zu machen: „Der VfGH hat heute bestätigt, was sowohl wir als auch die Gleichbehandlungskommission schon lange gefordert haben: Gleiches Recht für gleichen Dienst, egal welches Geschlecht!“ Lindner, der auch Mitglied des Landesverteidigungsausschusses im Nationalrat ist, fügte hinzu: „Ich bin froh, dass dieses Thema damit rechtlich geklärt wurde und der VfGH auf Basis des Gleichbehandlungsgrundsatzes dafür entschieden hat, eine veraltete und diskriminierende Regelung aufzuheben.“
Der Fall begann vor drei Jahren mit einem Oberstleutnant aus Vorarlberg, der aus persönlichen und familiären Gründen seine Haare als Pferdeschwanz trug. Weil er das zuvor selbst bei der Bundesdisziplinarbehörde gemeldet hatte, wurde er mit einer Strafe von 3.000 Euro belegt. Das Verfassungsgerichtsteils hob nun die Regelung auf, weil sie gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz und das Recht auf Privatleben verstößt. Lindner betont: „Gerade in der aktuellen Zeit geht es allen von uns, vor allem dieser Bundesregierung, darum, den Dienst im Bundesheer attraktiver und die Arbeitssituation aller Soldat:innen bestmöglich zu gestalten.“ Der Richterspruch sei auch aus Sicht der persönlichen Freiheit der Soldaten ein wichtiger Schritt nach vorne.
Diese Entscheidung zeigt, wie wichtig es ist, veraltete Regeln zu überdenken, damit sich alle im Heer wohlfühlen können. So wird der Weg für eine modernere und gerechtere Militärdienstkultur geebnet.