Pflanzliche Milchalternativen sind sehr beliebt – aber beim genauen Hinschauen erkennt man große Unterschiede bei den Nährwerten. Eine aktuelle Untersuchung von 444 Produkten aus österreichischen Supermärkten zeigt: Bei jedem dritten Produkt werden die wissenschaftlichen Empfehlungen von SIPCAN nicht erfüllt. Besonders schlecht schneiden Milchalternativen auf Kokosbasis ab.
Eine Ernährung mit pflanzlichen Lebensmitteln wird heute oft empfohlen, weil sie gut für die Gesundheit und die Umwelt ist. Darum kaufen viele Menschen in Österreich immer mehr pflanzliche Lebensmittel als Ersatz für tierische Produkte. Fast jeder zweite Haushalt kauft inzwischen solche Produkte. Besonders gefragt sind pflanzliche Milchalternativen. Laut den neuesten Daten der RollAMA ist ihr Verkauf in den letzten zwei Jahren um mehr als 38 % gestiegen.
Aber nicht alle pflanzlichen Milchalternativen sind ernährungsphysiologisch gleich gut. „Unsere aktuelle Analyse zeigt, dass sich pflanzliche Milchalternativen je nach Rohstoff deutlich in ihren Nährwerten unterscheiden“, sagt Bastian Preissler, Ernährungswissenschafter und Studienleiter bei SIPCAN. Besonders auffällig sind Milchprodukte aus Kokos: Nur 12 % von ihnen erfüllen die Kriterien für Zucker- und Fettgehalt und enthalten keinen Zuckerzusatz. Der durchschnittliche Zuckergehalt liegt bei 7,1 g pro 100 g bzw. ml und damit über dem erlaubten Grenzwert von 6,7 g. Auch der Fettgehalt ist mit 6,5 g im Durchschnitt höher als die erlaubten 4,2 g pro 100 g bzw. ml.
„Kokosbasierte Milchalternativen enthalten häufig vergleichsweise viel Fett und schneiden deshalb in unserer Analyse schlechter ab“, erklärt Friedrich Hoppichler, Vorstand von SIPCAN und Internist. „Außerdem besteht Kokosfett hauptsächlich aus gesättigten Fettsäuren. Diese sind für die Herzgesundheit weniger gut, weil sie den Cholesterinspiegel negativ beeinflussen können. Ungesättigte Fettsäuren, die besser für das Herz-Kreislauf-System sind, sind bei Kokosfett nur gering enthalten.“
Milchalternativen aus Hafer oder Mandeln schneiden im Vergleich deutlich besser ab. Jeweils rund 85 % dieser Produkte erfüllen alle SIPCAN-Kriterien. Der durchschnittliche Zuckergehalt liegt bei Haferprodukten bei 4,3 g und bei Mandelprodukten bei 2,1 g pro 100 g bzw. ml. Der Fettgehalt beträgt bei Hafermilch 1,9 g und bei Mandelmilch 2,1 g. Diese Werte sind unter den Grenzwerten, die von SIPCAN vorgegeben sind.
Es gibt auch Unterschiede je nach Form der Milchalternative: Trinkprodukte erfüllen zu etwa 90 % alle Kriterien, während bei Produkten zum Löffeln, wie z.B. Puddingvarianten, nur rund 25 % die Empfehlungen einhalten.
Das bedeutet für Verbraucherinnen und Verbraucher: Auch bei pflanzlichen Milchalternativen lohnt es sich, genau auf die Zutatenliste und die Nährwertangaben zu achten, da sich Zucker- und Fettgehalt je nach Produkt und Basis stark unterscheiden können.
Wer wissen möchte, wie das eigene Lieblingsprodukt bewertet wurde, findet alle Kriterien und Ergebnisse kostenlos in der Online-Datenbank unter www.sipcan.at/milchalternativen-check.
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