An der Interdisciplinary Transformation University (IT:U) startet eine neue Forschungsgruppe zum Thema ethisches Hacken. Das Team unter der Leitung von Johanna Ullrich will Schwachstellen in wichtigen Systemen frühzeitig entdecken, damit Angriffe auf wichtige Infrastrukturen wie die Stromversorgung verhindert werden können.
„Beim Hacken denken viele an etwas Schlechtes – ethische Hacker:innen verfügen zwar über dieselben Fähigkeiten, setzen diese aber verantwortungsvoll ein. Wir versuchen kontrolliert in Systeme einzudringen“, erklärt Johanna Ullrich, Leiterin der Forschungsgruppe „Sichere und widerstandsfähige Netzwerke“ an der IT:U. „Wenn uns das gelingt, stehlen wir kein Geld und tun nichts Unrechtes. Wir betreiben verantwortungsvolle Offenlegung, indem wir Betreiber:innen oder Anbieter:innen kontaktieren und sagen: Hier stimmt etwas nicht, bitte beheben Sie es.“
So können Schwachstellen rechtzeitig geschlossen werden, die sonst zu großen Problemen führen könnten. Dazu gehören zum Beispiel weitreichende Stromausfälle, Störungen bei Kommunikationsnetzen oder Beeinträchtigungen lebenswichtiger Notfall-Systeme.
Das Internet ist verletzlicher, als viele denken
„Wir sind es gewohnt, dass wichtige Infrastrukturen zuverlässig funktionieren – das wollen wir auch in Zukunft so behalten, denn sie sind wichtig für Demokratie, Wohlstand und unseren Alltag“, sagt Ullrich. Obwohl wir das Internet oft als stabil und selbstverständlich ansehen, ist es in Wirklichkeit eine sehr komplexe und empfindliche Struktur. Diese muss ständig auf Sicherheit überprüft werden – am besten von gutwilligen Menschen, die verantwortungsbewusst handeln.
Johanna Ullrich organisiert vom 23. bis 25. März 2026 die Online-Konferenz „Passive and Active Measurement Conference (PAM2026)“. Dort tauschen sich Expert:innen über Techniken und den aktuellen Zustand des Internets aus – besonders im Hinblick auf seine Bedeutung als kritische Infrastruktur. Mehr Infos gibt es unter: https://pam2026.at/
Johanna Ullrich ist Professorin für Sicherheit an der IT:U. Sie arbeitet an der Schnittstelle zwischen Informationstechnologie und klassischer Ingenieurwissenschaft. Ihre Promotion an der Technischen Universität Wien schloss sie mit Auszeichnung ab. Gemeinsam mit Unternehmen gründete sie die unabhängige Forschungsgruppe COMET für Netzwerksicherheit sowie den Austrian Internet Measurement Hub, eine Plattform für großangelegte Internetmessungen. Neben ihrer Forschung und Lehre war sie an einem Workshop zu digitalen Kompetenzen für das österreichische Parlament beteiligt und trat in einer österreichischen Fernsehdokumentation auf.
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